Ein großartiges Klangerlebnis

Hüsten.  Romantische Chormusik mit einem großartigen Orchester und vier hochkarätigen Solisten erlebten die zahlreichen Besucher in der voll besetzten Petrikirche. Der Kirchenchor St. Petri (Leitung: Peter Volbracht) und der Chor Barditus aus Hellefeld führten die „Cäcilienmesse“ des französischen Komponisten Charles Gounod auf und im zweiten Programmteil trugen die Schola Canticorum (Hüsten) und der Hellefelder Chor (Leitung: Gaby Rohe) das „Te Deum“ von Anton Bruckner vor, begleitet vom Sinfonieorchester Ruhr (Oberhausen) und von den Solisten Claudia Aracelli-Quiroz (Sopran), Silke Weisheit (Alt), Oscar de la Torre (Tenor) und Thomas Peter (Bass).

Voll besetzte Petrikirche

Die sehr gute Besucherresonanz - auch die zusätzlich aufgestellten Stühle waren besetzt - erfreute auch Pfarrer Dietmar Röttger, der in seiner Begrüßung einen besonderen Konzertgenuss am Christkönigtag zum Ausklang des Kirchenjahres ankündigte. Charles Gounod (1818-1893) komponierte nicht weniger als 15 Messen, zwei Requien, Oratorien und unzählige kleinere Werke für Liturgie und Gottesdienst.

Sowohl in seinen Opern als auch in der Messkomposition lässt sich die Gefälligkeit der musikalischen Sprache, der Klangsinn und die zarten Lyrismen der Melodien beobachten. Die Uraufführung dieser Messe fand am 22. November 1855, dem Jahrestag der Heiligen Cäcilia, an Saint-Eustache in Paris statt. Die Nähe zur Oper und zur sinfonischen Musik macht sich in der Cäcilienmesse stark bemerkbar. Die Instrumentation weist neben der prachtvollen Klangentfaltung nuancierte Orchestereffekte in durchaus theatralischem Sinne auf.

Das Benedictus sieht einen reinen, neunfach geteilten Streichersatz vor. Im zeitüblichen instrumentalen Offertorium wird die Gabendarbringung mit hellen Holzbläser- und Streicherklängen dezent untermalt. Größte klangliche Wirkung erzielt Gounod auch zu Beginn des Gloria, indem er der innigen Melodie des Solo-Soprans tremolierende Violinen, Harfen und Summchor beifügt. Die Soli, insbesondere das Tenorsolo im Sanctus, verraten die Affinität zur Oper. Das Kyrie wird von einem a capella vorgetragenen Thema umrahmt.

Stimmgewaltig und einfühlsam

Die flächige Klangentfaltung und die moderaten Tempi, konzipiert für den großen Kirchenraum, bestimmen den Charakter dieser Messe, die mit einem dreiteiligen Gebet (der Kirche, der Armee, der Nation) schließt. Das „Te Deum“, die zweite Komposition an diesem Abend, bezeichnete Anton Bruckner als „mein bestes Werk“ und „Stolz meines Lebens“. Das „Tedeum“ fand schnell weltweite Verbreitung. Es zählt zu den Werken, die Bruckners dauerhaften Ruhm begründeten. Bei der „Cäcilienmesse“ als auch beim „Tedeum“ waren die Chor- und Instrumentalmusik sehr gut aufeinander abgestimmt, die Einsätze präzise. Die Solostimmen standen gestochen, klar und deutlich im Kirchenraum - stimmgewaltig und einfühlsam.

Das „Tedeum“ bestach mit enormer Klangfülle, wechselweise mit leisen Tönen und explodierenden Freudenausbrüchen. Zum Schluss des Konzerts gab es stehende Ovationen für einen ungewöhnlichen Ohrenschmaus und ein großartiges Klangerlebnis.

 
 

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