Der Stau am Bahnhof wird wohl ewig bleiben

Luftbild aus dem Jahr 2009: Stau am Bahnhof Neheim-Hüsten. An der Problematik hat sich bis heute nichts geändert.
Luftbild aus dem Jahr 2009: Stau am Bahnhof Neheim-Hüsten. An der Problematik hat sich bis heute nichts geändert.
Foto: WP

Hüsten.  Im „Integrierten Handlungskonzept für das Stadtumbaugebiet Hüsten“, das jetzt die Stadtverwaltung den kommunalpolitischen Gremien zur Beratung vorlegt, sind millionenschwere Maßnahmen wie zum Beispiel die Rathaus-Sanierung enthalten, doch auf ein Problem, das seit Jahrzehnten den Autofahrern auf der Seele brennt, wird nicht eingegangen: Die täglichen Staus vor den immer wieder geschlossenen Bahnschranken am Bahnhof Neheim-Hüsten.

So fragte unsere Zeitung Bürgermeister Hans-Josef Vogel und dessen Chefplaner Thomas Vielhaber, warum nicht jetzt endlich dieses leidige Problem angepackt wird, zumal im Bahnhofsumfeld in den nächsten Jahren jede Menge passiert (z. B. neuer Park&Ride-Parkplatz, bessere fußläufige Verbindung zwischen Bahnhof und FSG-Campus, der darüber hinaus auch noch neu gestaltet wird). Aus Sicht vieler Bürger müsste die Finanzierung einer schrankenlosen Bahnquerung heute nicht mehr die allzu große Rolle spielen, da für andere Maßnahmen Fördertöpfe des Landes mit bis zu 80 % Zuschuss locken.

5,50 Meter tiefe Ausschachtung nötig

Doch Thomas Vielhaber sagt: „Eine Untertunnelung des Bahnübergangs ist auf der vorhandenen Straßenfläche technisch gar nicht machbar“. Seine Beurteilung wird auch von einem Straßenbauer, den unsere Zeitung später noch zusätzlich befragte, bekräftigt. Denn nach Expertenmeinung müsste unter den Bahngleisen ein Lichtraumprofil von 4,50 Metern Höhe für Lkw- und Pkw-Durchfahrten geschaffen werden. Die Ausschachtung unter den Bahngleisen müsste sogar insgesamt etwa 5,50 Meter tief sein, weil eine etwa 1 Meter große Trägerkonstruktion unter den Bahngleisen errichtet werden müsste. Um aus diesem 5,50 Meter tiefen Loch in einem nicht zu starken Anstieg herausfahren zu können, fehlt aber in Fahrtrichtung Villa Wesco Straßenfläche. Würde man das auf der jetzigen Fläche machen wollen, wäre der Anstieg nach der Tunnelfahrt zu steil. Für die Alternative (eine 90-Grad-Anfahrts-Kurve wie beim Nordtangenten-Tunnel in Hüsten) fehlt auf der Bahnhofstraße /Ecke Ruhrbrücke ebenfalls der Platz.

Eine Brücke als bahnschranken-lose Querung kommt mangels Straßenfläche ebenfalls nicht in Betracht, weil dann Gelände für die Auf- und Abfahrtsrampen vorhanden sein müsste. Die gleichen technischen Probleme würden sich stellen, wenn eine Bahnquerung direkt vor der Firma Wesco geplant werden würde. Das gab’s zwar vor vielen Jahren schon mal als Planstudie, doch heute fehlt für eine solche Querung (ob Brücke oder Tunnel) der Platz, um von der Kleinbahnstraße (Höhe Einmündung Herdringer Weg) eine schrankenlose Querung zur Bahnhofstraße zu schaffen.

Trost des Chefplaners

Chefplaner Vielhaber tröstet die Autofahrer: „Die langen Staus gibt’s heute nur zu einzelnen Stoßzeiten wie zum Beispiel morgens um 7.30 Uhr. Wir sorgen aber auch für Entlastung: Mit dem neuen, längs der Kleinbahnstraße geplanten zusätzlichen Park&Ride-Parkplatz holen wir vor der Bahnquerung demnächst Verkehr von der Straße.“

Vielhaber verweist auch darauf, dass ein Tunnel oder eine Brücke Staus am Bahnhof nicht gänzlich vermeiden würde. „Wir hätten weiterhin aus verschiedenen Richtungen Verkehrszuflüsse am Bahnhof.“

HINTERGRUND

Tägliches Verkehrschaos um 7.30 Uhr am Bahnhof

Wenn keine Schulferien sind, gibt es montags bis freitags um 7.30 Uhr ein Verkehrschaos am Bahnhof Neheim-Hüsten. Denn zu mehreren tausend Schülern, die zu FSG, Berufskolleg oder zur Weiterfahrt zu Schulen in Neheim unterwegs sind, gesellen sich hier die Berufspendler. Im Gewusel von Pkw, Bussen und Fußgängern auf dem Bahnhofsplatz besteht hohe Unfallgefahr.

 
 

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