Auf Weg zum Weltjugendtag: Starke Spiritualität ist spürbar

Achim Benke
Die Organisatoren der deutsch-französischen Begegnung beim gemütlichen Abend im Neheimer Pfarrgarten: Am Weltjugendtagkreuz der Paderborner Pilgergruppe stehen (von links) Pfarrer Dietmar Röttger, Weihbischof Matthias König, Maren Gödde, Pfarrer Stephan Jung, Bischof Michel Pansard (Chartres) sowie Bischof Yves Le Saux (Le Mans).
Die Organisatoren der deutsch-französischen Begegnung beim gemütlichen Abend im Neheimer Pfarrgarten: Am Weltjugendtagkreuz der Paderborner Pilgergruppe stehen (von links) Pfarrer Dietmar Röttger, Weihbischof Matthias König, Maren Gödde, Pfarrer Stephan Jung, Bischof Michel Pansard (Chartres) sowie Bischof Yves Le Saux (Le Mans).
Foto: WP

Neheim/Hüsten.  Auf ihren Weg zum Weltjugendtag 2016 in Krakau legten rund 300 französische Jugendliche und Erwachsene einen zweitägigen Zwischenstopp in Neheim und Hüsten ein. Sie kommen aus den französischen Bistümern Le Mans und Chartres. „Das war schon ein kleiner deutsch-französischer Jugendtag, den wir hier erleben durften“, meint Dr. Markus Kosler aus Neheim.

Kosler war einer von vielen Gruppenlotsen, die die jugendlichen Pilger über durch den Franz-Stock-Parcours geführt haben. Es waren die Jugendlichen aus Le Mans. Sie kamen am Montagvormittag auf den Kirchplatz in Hüsten an. Am Nachmittag hielt Neheims Pfarrer Stephan Jung einen Vortrag im Hüstener Kulturzentrum über das Leben des Abbé Franz Stock.

Ein „Franz-Stock-Info-Parcours“ führt dann an der Ruhr vorbei zur St.-Johannes-Kirche, zum Franz-Stock-Denkmal und Elternhaus sowie zur Franz-Stock-Dauerausstellung im Fresekenhof.

„Beeindruckend war das Interesse der Pilger. Besonders einfühlsam war es am Denkmal, als man sich zwischen die Platten stellte. Man fühlte sich eingesperrt. Wie in einem Lager“, so Kosler. Margreth Dennemark, stellvertretende Vorsitzende des Franz-Stock-Komitees, vermittelte das Gefühl bei ihren Schilderungen sehr plastisch. Das Elternhaus konnte keiner besser den Pilgern auf Französisch präsentieren als Pfarrer i.R. Gisbert Wisse.

Als die Weltjugendtag-Pilger aus Chartres am Nachmittag in Neheim eintrafen, gab es die Messfeier mit Paderborns Weihbischof Matthias König, Bischof Yves Le Saux (Le Mans) und Bischof Michel Pansard (Chartres). Des Weiteren nahmen rund 20 Priester und drei Diakone an der Messe teil. „Die Messe war ein großes Aufgebot an Spiritualität bei den Jugendlichen. Das habe ich lange nicht erlebt. So eine Selbstverständlichkeit seinen Glauben auszudrücken. Einfach enorm“, schwärmt Kosler.

Der 18-jährige Cyriac de Braquilanges aus Le Man freut sich über den warmherzigen Empfang im Sauerland. „Es ist toll hier und die deutsche Sprache angenehm. Der Einblick in das Leben von Franz Stock hat mich sehr fasziniert. Für ihn gab es keine Unterschiede zwischen den Menschen. Das ist Christentum“, meint Cyriac.

Offene Gärten imponieren

Er war zum ersten Mal in Deutschland und stellte nur Unterschiede beim deutschen und französischen Mittagessen fest. Er bewunderte die offenen Gärten und Häuser. „Bei uns haben sie fast alle eine Mauer oder hohe Hecke, die den Einblick versperren“, lächelt der junge Pilger.

Marie-Helene le Douarin war schon mal vor knapp 30 Jahren in Deutschland. Sie wohnt 30 Kilometer von Chartres entfernt. Sie war im Juni für ein Wochenende in der europäischen Begegnungsstätte von Franz Stock. „Das vermittelt schon ein sehr starkes Gefühl von europäischer Verbundenheit, wenn man das Leben und Wirken Franz Stocks kennen lernt. Schon allein die Fotos sprechen für sich. Er ist ein Vorbild für uns alle. Ich hoffe, dass er bald selig gesprochen wird“, betont Marie-Helene. Sie meint: „Die jetzige Jugend muss das alle weitergeben. Es hilft bei der Versöhnung der Völker und ist eine Basis für unserer Europa.“ Marie-Helene will weiter Deutsch lernen, auch wenn ihre Freunde sagen, lerne doch englisch: „Ich liebe die deutsche Sprache.“

Für Pfarrer Stephan Jung war diese „Deutsch-Französische Begegnung“ wie ein Feiertag für Franz Stock: „So hat sich Franz Stock sich das Jugendtreffen immer vorgestellt und dann noch in der Stadt, in der er geboren wurde. Besser kann es nicht sein.“ Franz Stock hat schon in jungen Jahren Frieden und Versöhnung angestrebt. Er gehört zu den Gründern von Europa. Gestern machten sie die 300 Jugendlichen auf den Weg nach Paderborn. Danach geht es zum Weltjugendtag nach Polen.