Ärger um plötzliche ärztliche Zusatz-Kosten

„Na, was haben wir denn da?“ -  Beim  Zahnarzt können gesetzlich Krankenversicherte plötzlich privat zur Kasse gebeten werden,  wenn ihnen bei der Zahnbehandlung eine „Individuelle Gesundheitsleistung“ (IGeL)  angeboten wird. Im Falle einer laufenden Akutbehandlung hat der Patient allerdings nicht viel Zeit zur Entscheidung.
„Na, was haben wir denn da?“ - Beim Zahnarzt können gesetzlich Krankenversicherte plötzlich privat zur Kasse gebeten werden, wenn ihnen bei der Zahnbehandlung eine „Individuelle Gesundheitsleistung“ (IGeL) angeboten wird. Im Falle einer laufenden Akutbehandlung hat der Patient allerdings nicht viel Zeit zur Entscheidung.
Foto: dpa

Arnsberg..  Gesetzlich Krankenversicherte, die beim Besuch des Hausarztes oder Zahnarztes plötzlich mit dem Angebot einer privat zu finanzierenden Behandlung konfrontiert werden, können oft aufgrund mangelnder Fachkenntnisse gar nicht bewerten, ob die übliche, von der Krankenkasse finanzierte Leistung vielleicht doch ausreichend wäre.

„Manche Patienten, die zunächst spontan einer privat zu finanzierenden ,Individuellen Gesundheitsleistung (IGeL) zustimmten, fühlen sich im Nachhinein vom Arzt überrumpelt und schalten die Verbraucher-Zentrale ein“, berichtet die speziell fortgebildete Verbraucherberatin Petra Golly, die mehrere Jahre in der Verbraucher-Zentrale Lippstadt Rechtsberatung im Gesundheitswesen leistete und diesen Beratungsdienst (nach ihrem Wechsel in die Verbraucher-Zentrale Arnsberg) nun Bürgern im heimischen Raum anbietet.

Aus Lippstädter Erfahrung weiß sie, dass sich gesetzlich Krankenversicherte immer wieder über IGeL-Leistungen ärgern. „Das kann schon bei der Terminvergabe anfangen, wenn die Arzthelferin bereits am Telefon auf IGeL-Leistungen verweist oder ein entsprechender Zettel mit der Bereitschaft zur Zahlung von IGeL-Leistungen noch im Wartezimmer - vor dem Gespräch mit dem Arzt - zu unterzeichnen ist“, berichtet Golly.

Um bei ärztlichen Behandlungen nicht überrumpelt zu werden, rät Golly den Patienten: „Treffen Sie keine Ad-hoc-Entscheidung! Lassen Sie sich einen Kostenvoranschlag machen! Machen Sie schriftliche Vereinbarungen! Holen Sie unabhängige Infos ein!“ Golly, die zusammen mit einer örtlichen Rechtsanwältin eine reine Rechtsberatung leistet, verweist Verbraucher für die medizinische Bewertung ärztlicher Angebote auf das Internet-Portal der Krankenkassen igel-monitor.de sowie auf Infos der Verbraucherzentrale: igel-aerger.de oder auf die Uanabhängige Patientenberatung: patientenberatung.de

IGeL ist nur ein Arbeitsbereich in der Rechtsberatung im Gesundheitswesen. Es geht auch um Vergleiche der Krankenkassen(KK) bei Bonusmodellen, Kostenerstattung und Selbstbehalt. Golly informiert auch über KK-Wechselmöglichkeit.

HINTERGRUND

Wer bei Petra Golly eine Rechtsberatung im Gesundheitswesen in Anspruch nehmen möchte (eine halbe Beratungsstunde kostet 9 Euro), kann ab sofort unter Telefon 02932 / 5109701 einen Termin vereinbaren. Kontakt auch per Mail: arnsberg@vz-nrw.de

Um Individuelle Gesundheitsleistungen (IGel) geht es am Info-Stand, mit dem die Verbraucher-Zentrale Arnsberg am Samstag, 18. April, von 9 bis 12 Uhr auf der Neheimer Hauptstraße (gegenüber der Sparkasse) vertreten ist. Petra Golly ist vor Ort. Die VZ-Arnsberg ist die 20. von insgesamt 60 Beratungsstellen in NRW, wo Rechtsberatung im Gesundheitswesen möglich ist.

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