Zarte Töne im Felsenmeer

Im Steinbruch Külpmann wird für "Ali and the tigerhorse" mit Alina Möllmann gedreht.
Im Steinbruch Külpmann wird für "Ali and the tigerhorse" mit Alina Möllmann gedreht.
Foto: Christian Papesch

Albringhausen.. Es ist ein seltsames Bild, das sich Besuchern des Steinbruchs Külpmann am Samstagnachmittag bietet: Zwei schwarze Kameras stehen auf dreibeinigen Stativen inmitten der Felsmassen. Jugendliche springen und tanzen über den unebenen Boden – zu lauter Musik, die quer durch das Steinmassiv schallt.

Eine hohe Wand aus Natursandstein ragt mehr als zehn Meter in den blauen Nachmittagshimmel. Felsen rahmen die Szenerie zu drei Seiten ein, und der einzige offene Zugang wird von einem riesigen gelben Schaufelbagger versperrt. Inmitten der Steine und Baumaschinen steht ein großes schwarz-weiß gestreiftes Sofa. Darauf sitzen eine junge Frau mit bunten Dreadlocks und ein Mann mit schwarzem Hemd und Schirmmütze. Sie spielen Gitarre und singen.

„Ali and the tigerhorse“ nennen sich Alina Möllmann und Ilias Tasioulis. Ihre Musik ist eine Mischung aus typischem Singer-Songwriter-Sound gepaart mit Rock-, Pop- und Soulelementen. Heute drehen sie ihr erstes Musikvideo: „Skydive“, ein Lied aus ihrem Debutalbum „ten stripes“.

„Es ist ein Liebeslied, aber es geht darin auch um Freundschaft und um Momente, die Menschen verbinden“, erzählt Alina Möllmann. Für die besondere Kulisse hat sich die Wetteranerin bewusst entschieden – auch, wenn sie nicht direkt mit dem Lied in Verbindung steht.

„Wir haben hier erste Fotos für meine Website gemacht – und ich bin wirklich fasziniert von dem Ort“, verrät sie und lässt den Blick ein paar Sekunden lang durch den Steinbruch schweifen. „Es ist einfach super schön.“

Die Idee dazu, eine solche Kulisse zu wählen, verdanken Ali and the tigerhorse der Tatsache, dass Anna Külpmann, Mitinhaberin des Steinbruchs, selbst Musikerin und Visagistin ist. „Ich habe Ali für ihr Fotoshooting geschminkt – und angeboten, dass wir die Fotos auch hier bei uns machen können“, sagt sie. „Zukünftig wollen wir den Steinbruch auch anderen interessierten Künstlern als Kulisse zur Verfügung stellen.“

Imposante
Steingebilde

An imposante Steingebilde ist Ilias Tasioulis in jedem Falle gewöhnt – wenn auch in völlig anderer Form. Denn der Gitarrist stammt aus Athen – der Stadt der antiken Akropolis und des Tempel des Zeus. Dort hat Alina ihn während ihrer Arbeit als Reiseleiterin kennen gelernt hat. „Wir haben schon damals zusammen Musik gemacht“, erinnert sie sich. Heute wohnt Ilias gemeinsam mit ihr in Wetter, wo sich die beiden nun ganz auf ihr gemeinsames Projekt konzentrieren.

Neben Alina und Ilias – der übrigens nicht das Tigerpferd ist – werden auf dem Musikvideo auch noch ein gutes Dutzend ihrer Freunde zu sehen sein. Bewaffnet mit allerlei Accessoires haben sie sich auf den Weg zum Steinbruch gemacht, um die jungen Künstler bei ihrem Videodreh zu unterstützen.

„Lasst uns die Liste noch mal durchgehen“, murmelt Melissa Heinemann – ebenfalls Sängerin und gemeinsam mit Alina auch Mitglied des Heart Choir – und starrt auf einen kleinen Zettel, auf dem sie eine Art Liste angelegt hat. „Erst tanzen wir alle, dann kommen die Kissenschlacht und die Sportgruppe.“

Musik-Video hat
kein festes Drehbuch

„Es geht um Aktivitäten, die Freundschaft symbolisieren“, erklärt Alina Möllmann. „Wir haben darum gebeten, dass jeder sich irgendetwas ausdenkt und wir die Szenen dann zusammenschneiden können.“

Aufgrund dieses recht improvisatorischen Charakters gibt es für das Musikvideo auch kein festes Drehbuch. „Meistens ist es so, dass Alina sich irgendetwas überlegt und ich das ganze dann auf was Machbares runter breche“, berichtet Sebastian Krull, Mediengestalter aus Düsseldorf und Regisseur des Musikvideos. „In ein bis zwei Wochen wird das ganze dann fertig geschnitten und auf der Homepage zu finden sein.“

Weitere Informationen Ali and the tigerhorse und dem aktuellen Album ten stripes sowie Foto- und Videomaterial gibt es auf www.tigerhorse.de

 
 

EURE FAVORITEN