Wetteraner Jungdarsteller präsentieren „Urmel“

Acht Darstellern im Alter zwischen 14 und 18 Jahren stehen beim Familienstück "Urmel aus dem Eis" in der Lichtburg auf der Bühne.
Acht Darstellern im Alter zwischen 14 und 18 Jahren stehen beim Familienstück "Urmel aus dem Eis" in der Lichtburg auf der Bühne.
Foto: Koffertheater
Der Young Actors Club spielt am Samstag das Stück „Urmel aus dem Eis“ in der Lichtburg in Wetter. Dabei kommt eine moderne Videotechnik zum Einsatz.

Wetter..  Beim Namen Urmel denkt man automatisch an die „Augsburger Puppenkiste“. Die im Jahr 1969 verfilmte Inszenierung der Marionettenspieler hat Generationen von Kindern begeistert. Auch Kris Köhler verfiel dem Zauber der Geschichte um das dinosaurierartige Wesen Urmel, das auf einer mit sprechenden Tieren bevölkerten Insel aus einem Ei schlüpft. Am Samstag bringt er das Stück mit seinem jungen Ensemble des Young Actors Club in der Lichtburg auf die Bühne.

Darsteller zwischen 14 und 18 Jahren

„Wir haben uns stark an die Vorlage gehalten“, erklärt Köhler. Nur ein paar eigene Ideen habe man dezent eingebaut. Dass Urmel-Schöpfer Max Kruse im September 2015 verstorben ist, habe bei der Auswahl des Stücks keine Rolle gespielt. Kris Köhler, der gemeinsam mit Ehefrau Mona die Regie übernommen hat, und die acht Darsteller im Alter zwischen 14 und 18 Jahren haben mit der Arbeit bereits kurz vor den Sommerferien begonnen. „Trotzdem ist es schön, dass unser Stück an Kruses Werk erinnert,“ sagt Köhler. Bei der Auswahl eines Stückes sei vor allem die Umsetzbarkeit entscheidend. So könnten die vielen Tierrollen sowohl von Jungen als auch von Mädchen gespielt werden, alle Darsteller hätten zudem in etwa die gleiche Bühnenzeit, so dass sich niemand vernachlässigt fühlen muss.

„Durch die Sprachfehler bekommen die Tiere einen Charakter“, erklärt Marivi Bauer eine Besonderheit des Stoffes. So sagt Pinguin Ping „Mupfel“ statt „Muschel“. „Nach intensiven Proben hat der eine oder andere den Sprachfehler seiner Figur auch schon mal mit nach Hause genommen und aus Versehen im Privatleben angewendet“, lacht die 17-Jährige, die eine böse Königin spielt. Tatsächlich nimmt die Intensität der Proben zu, je näher der Termin der Premiere rückt. Erst traf sich die Truppe einmal pro Woche, dann zweimal, und diese Woche wird jeden Tag geübt. „Wir nehmen den letzten Schliff vor und schauen, wo wir noch etwas verbessern können“, sagt Kris Köhler. Für Marivi Bauer etwa gehe es darum , wie sie in ihrer Rolle noch böser herüberkommen kann.

Besondere Möglichkeiten erhält Regisseur Kris Köhler durch eine ausfahrbare Leinwand auf der Bühne der Lichtburg. „Dadurch ist es uns möglich, Kino- und Theatertechnik zu kombinieren.“ So können auf der Leinwand etwa Videos abgespielt werden, die Michael Westerweller vom Koffertheater eigens angefertigt hat. Bei aller Moderne gibt es aber auch ein klassisches Bühnenbild aus Pappmaché, für die liebevoll gestalteten Kostüme zeichnet in erster Linie Mona Köhler verantwortlich. Da sich das Stück ausdrücklich an Kinder ab vier Jahren richte, habe man Wert auf eine bunte und volle Bildsprache gelegt, um die Kleinen in die Geschichte hineinzuziehen. „Für die Kinder ist es meist allein schon beeindruckend in diesem Saal zu sitzen“, findet Kris Köhler, der wieder mit einem vollen Haus rechnet. Bereits im letzten Jahr, als der Young Actors Club „Alice im Wunderland“ spielte, war der Zuspruch des Publikums groß.

Die Messlatte liegt hoch

Eigentlich wollte man „Urmel aus dem Eis“ ja schon kurz vor Weihnachten auf die Bühne bringen. „Es stellte sich als schwierig heraus, einen Termin zu finden“, erklärt Kris Köhler die Verzögerung. Zudem sei man noch nicht ganz so weit gewesen. „Und es ist nicht unser Anspruch mit etwas Halbgarem auf die Bühne zu gehen“, betont Köhler. „Wenn man alles selbst macht, braucht es eben Zeit.“ Man habe die Messlatte mit der Darbietung des Vorjahres sehr hoch gelegt.

Für die meisten der jungen Schauspieler wird die Urmel-Vorstellung der letzte Auftritt sein, bevor die Gruppe sich in der ganzen Welt verteilt. Im Frühjahr steht das Abitur an, danach locken Universitäten oder Auslandsabenteuer. „Viele aus dem Ensemble sind schon seit fünf Jahren zusammen“, berichtet Köhler. Es sei eine echte Gemeinschaft entstanden, Freundschaften hätten sich entwickelt.

Bei allem Wehmut über das Auseinandergehen überwiegt doch der Stolz: „Es war schön zu sehen, wie die Darsteller sich entwickelt haben. Nicht nur als Schauspieler, auch als Persönlichkeiten.“

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