Wege und Plätze in der Ruhraue von Herdecke im April fertig

Steffen Gerber
An der Ruhraue sind im April die neuen Wege für Fußgänger und Radfahrer unterhalb des Viadukts fertig, so Ralf Grunwald als Grünflächen-Planer der Stadt Herdecke
An der Ruhraue sind im April die neuen Wege für Fußgänger und Radfahrer unterhalb des Viadukts fertig, so Ralf Grunwald als Grünflächen-Planer der Stadt Herdecke
Foto: WP
Seit Oktober läuft der letzte Bauabschnitt in Herdeckes Ruhraue. Die neuen Wege für Fußgänger und Radfahrer sind bald fertig, im April gibt es noch Sperrungen.

Herdecke.  Kräne hier, Bagger da: Wer in den vergangenen Wochen zwischen dem Quartier Ruhraue und Viadukt entlang spazierte oder herradelte, blickte rechts und links des provisorischen Weges auf zwei Baustellen. Während einerseits das wuchtige Westfalia-Wohnprojekt weiter Gestalt annimmt, entstehen andererseits am Ufer seit Oktober 2015 neue Strecken für Fußgänger und Radfahrer. Im April, so die Stadt Herdecke, ist diese Naherholungszone fertig. Dann erscheint das knapp drei Hektar große Gelände zwischen der Brücke am Kanuclub und dem Abzweig am Tennisverein in einem einheitlichen Bild.

„Eigentlich wollten wir schon fertig sein, aber das Wetter mit Frost und Regen hat für Verzögerungen gesorgt“, sagt Ralf Grunwald, in der Herdecker Verwaltung für die städtischen Außenanlagen und Umweltfragen zuständig. Beim Gang über die Baustelle zeigt sich, dass nicht mehr allzu viel fehlt. Schilder sind noch nicht zu sehen, zudem folgen in diesen Tagen noch Vegetations- und Asphaltarbeiten. „Für die Deckschicht auf den Wegen braucht es zweistellige Temperaturwerte“, erklärt Grunwald. Zur Erinnerung: Im Gegensatz zur früheren Anordnung sind künftig die Strecken getrennt. Fußgänger flanieren direkt am Flussufer entlang, Radfahrer strampeln etwas weiter oberhalb bzw. unterhalb der 200 neuen Wohneinheiten her. „Die sind schneller unterwegs, Spaziergänger können dagegen mehr vom Ufer und Wasser wahrnehmen.“

Auch für die endgültige Fertigstellung der drei neuen Plätze sollte es besser nicht regnen. Hier können sich Passanten und Pedaleure entspannen, Gräser und Stauden sowie Rindenmulch sollen für entsprechendes Ambiente sorgen. Zudem gibt es in der Verlängerung eines Weges aus dem Westfalia-Gelände und am Abzweig direkt am Viadukt Sitzgelegenheiten mit Rückenlehnen aus Lärchenholz.

Podest als Liegefläche

Zwei Bänke (plus Fahrradständer und Mülleimer) stehen zudem am Ufer. Und in der Kurve unterhalb des Segelvereins sind aus dem genannten Naturholz zwei Podeste als Liegeflächen gestaltet worden.

„Das dient der Abwechslung, da kann man auch mal eine Tischdecke oder ähnliches ausbreiten“, meint Herdeckes Grünflächen-Beauftragter.

Anhand dieser drei Aufenthaltszonen und der Wegtrennung zeigt sich, wie sich der vorige Bauabschnitt zwischen dem Herdecker Bach und Quartier Ruhraue nun in Richtung Viadukt quasi verlängert hat. Das angestrebte einheitliche Bild hat aber einen Nachteil mit spürbaren Auswirkungen: Die neuen Plätze sind mit Epoxidharz beschichtet. Angesichts vieler Vorteile soll dieses laut Grunwald dann auch auf den vier bestehenden Aufenthaltsflächen unterhalb des Quartiers Ruhraue aufgetragen werden. „Das hat optische Gründe und sorgt für eine bessere Ebenenflächigkeit.“ Dadurch gebe es voraussichtlich in einer Woche im April Absperrungen zwischen dem Ruderclub und der verlängerten Ruhrstraße, eine Umleitung soll über die Mühlenstraße erfolgen.

Nach dieser Einschränkung steht dann das für insgesamt 1,6 Millionen Euro neu gestaltete Gelände komplett zur Verfügung. „Die Kosten bleiben wohl im Rahmen, auch wenn wir mit zehn Prozent mehr rechnen müssen“, sagt Grunwald und verweist darauf, dass 70 Prozent über Fördergelder finanziert werden. Die Technischen Betriebe Herdecke sind für den Unterhalt zuständig. Auf den freien Flächen neben den jeweils drei Meter breiten Wegen sollen Wiesen entstehen. „Die sollen aber nur ungefähr dreimal im Jahr gemäht werden, das wird ja hier kein Golfplatz.“ Sinngemäß kann dann auch Gras über die zweimalige Verzögerung wachsen, konkret soll dies auch mit dem provisorischen Weg unterhalb der später entstehenden Gabionenwand als Trennung zum Wohngebiet geschehen.

Raum für Überflutungen

Insgesamt gilt es für Grunwald, den Spagat zwischen Natur und Naherholung ausgewogen zu gestalten. „Wir mussten das etwa wegen der Bruthöhlen und Fledermaus-Quartiere in Ufernähe sensibel planen, damit die Menschen die Tiere nicht vertreiben.“ Auch die Bepflanzung soll sich im Rahmen halten, um den freien Blick auf den Viadukt zu gewährleisten. Obendrein sollen auch Hunde ihr Geschäft verrichten können, dafür hat die Stadt bereits Spender mit Tüten für die Hinterlassenschaften der Vierbeiner aufgestellt. Und auf die Frage aus der Bevölkerung, warum das Gelände nicht erhöht und quasi als Deich zum Hochwasserschutz geplant wurde, antwortete Grunwald: „Das ist hier wohl überlegt als Retentionsraum, also als Fläche für Überflutungen angelegt. Für etwas anderes hätten wir keine Genehmigung bekommen.“