Wasserpest erschwert Segler-Rettung auf dem Harkortsee

Vater und Tochter aus dem Harkortsee gerettet: Feuerwehr und DLRG schleppen das gekenterte Boot ab.
Vater und Tochter aus dem Harkortsee gerettet: Feuerwehr und DLRG schleppen das gekenterte Boot ab.
Foto: WP
Nachdem eine Böe ein Segelboot auf dem Harkortsee zum Kentern gebracht hatte, wollten Vater (55) und Tochter (19) an Land schwimmen. Doch die Wasserpest verhinderte dies. Die Beiden mussten lange auf die Rettung warten und wurden wegen Unterkühlung behandelt.

Herdecke/Wetter. Es sollte ein gemütlicher Segeltörn auf dem Harkortsee werden. Doch dann mussten am Dienstagnachmittag Feuerwehr und DLRG zu einem gekenterten Boot ausrücken, um Vater (55 Jahre) und Tochter (19) zu retten. Die kamen mit einem Schrecken und Unterkühlungen, die ein Notarzt behandelte, davon. Bei dem 90-minütigen Einsatz traten ab 16.28 Uhr einige Probleme auf.

Vom Segelverein Herdecke Ruhr (SHR) am Viadukt waren die Beiden gestartet. Auf Höhe des Minigolfplatzes erfasste eine Windböe das Boot. Vater und Tochter kenterten und versuchten, an Land zu schwimmen. Was nicht gelang.

„Durch die Wasserpest Elodea gab es für sie kaum ein Fortkommen, so dass sie es nicht aus eigener Kraft schaffen und sich nur am Boot festhalten konnten, um auf Hilfe zu warten“, erklärt Herdeckes Feuerwehrsprecher Christian Arndt die Hauptschwierigkeit, die auch seinen Kollegen und den Einsatzkräften der DLRG aus beiden Ruhrstädten zu schaffen machte.

Schwimmwesten halfen

Mit insgesamt drei Booten wollten sich die Helfer den Gekenterten nähern. „Auch wir kamen schlecht voran und konnten die Unglücksstelle wegen der Wasserpest nicht direkt anfahren“, schildert Arndt den Ernst der Lage. Über Umwege gelang dies dann doch, so dass Vater und Tochter nach einiger Zeit im kühlen Ruhrwasser in Sicherheit gebracht werden konnten.

„Bei einer Außentemperatur von etwa 20 Grad dürfte das Wasser etwa 16 Grad haben“, sagte Einsatzleiter Hans-Jörg Möller. „Wäre es ein paar Grad kälter gewesen und die Beiden hätten sich noch länger als ohnehin schon über Wasser halten müssen, wären die Unterkühlungen noch stärker ausgefallen.“ Letztlich halfen den Beiden auch die Schwimmwesten, die sie vorschriftsgemäß trugen.

Ruhr-Standort-Informationssystem als Hilfe

Bei der Rettung tauchte ein weiteres Problem am Harkortsee auf. Nach der Alarmierung wusste die Feuerwehr nicht auf Anhieb, wo genau sich der Segel-Unfall auf dem Harkortsee ereignet hatte. „Uns wurde als Einsatzort der Minigolfplatz genannt, davon gibt es dort ja bekanntlich zwei“, so Christian Arndt.

Der Feuerwehrsprecher weist in dem Zusammenhang auf eine bekannte und vor allem durch die DLRG mehrfach thematisierte Lücke im so genannten Ruhr-Standort-Informationssystem hin. An einigen Stellen entlang des Flusses gibt es bereits Orientierungspunkte, durch die Anrufer den genauen Standort angeben können. An manchen Abschnitten fehlen diese aber noch, was sich nicht nur gestern als nachteilig erwies, sondern auch bei früheren Fahrrad-Unfällen.

„Die Installation hier scheiterte – meines Wissens nach – bisher am Geld. Vielleicht bewirkt ja der Segel-Unfall, dass sich für die Orientierungspunkte, die uns etwa auch im Wald weiterhelfen würden, Spender finden“, hofft Arndt.

 
 

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