Wald bleibt unbehelligt für Zufahrt

Statt der Ackerfurchen gibt's Gewerbe, der Wald soll möglichst unangetastet bleiben.
Statt der Ackerfurchen gibt's Gewerbe, der Wald soll möglichst unangetastet bleiben.
Foto: WR

Wetter. Nächste Runde zur Ausweisung eines Gewerbegebietes am Stork: Der Bauausschuss hat beschlossen, neuerliche Pläne mit einer anderen Verkehrsanbindung öffentlich auszulegen. Angebunden werden soll wie ganz am Anfang mit einem Kreisel an der Schwelmer Straße. Neu: Der Waldstreifen hin zum Berufsbildungswerk der ESV bleibt unberührt.

Seit fünf Jahren wird für ein Gewerbegebiet in der Verlängerung des Schöllinger Feldes geplant. „Eine unendliche Geschichte“, wie der städtische Fachbereichsleiter fürs Bauen, Manfred Sell, bemerkte. 2009 wurde erstmals ein Bebauungsplanentwurf ausgelegt. Dann wurde die Verkehrsanbindung von der Schwelmer Straße und durch ein Stück des Waldes verworfen. Die Erschließung sollte durchs Schöllinger Feld gehen. Diese Variante hat sich aber zerschlagen. Für eine Verbreiterung am Kreisel zum Schöllinger Feld braucht die Stadt ein Grundstück, das ihr aber nicht verkauft wird.

Also wieder zurück zur Ursprungsvariante, allerdings mit einem entscheidenden Unterschied. Nach den jetzt von der Verwaltung vorgestellten Plänen wird die Zufahrt erst einmal am künftigen Gewerbegebiet vorbei geführt, um dann von der Seite in den Kern zu führen. Der Waldstreifen wird dabei umfahren.

Die Grünen konnte auch diese Variante nicht überzeugen. Sie wünschten, dass ein kleines Anhängsel des Gewerbegebietes aus dem Planungsbereich genommen wird und forderten eine nochmalige, überarbeitete Würdigung der Bürgereingaben zum Gewerbe am Stork. Eine Mehrheit im Bauausschuss fanden sie dafür nicht, ebenso wie die Unabhängigen Wähler. Sie hatten eine erneute Prüfung der Wirtschaftlichkeit verlangt. Die Berechnungsgrundlagen für städtische Investitionen und künftige Einnahmen seien zu alt.

Ins gleiche Horn blies die CDU. Sie sei nicht grundsätzlich gegen Gewerbe, aber die Wirtschaftlichkeit gerade dieses Gewerbegebietes sei nicht ausreichend erwiesen und der ökologische Preis zu hoch, so Kurt-Martin Bach.

Bürger verfolgten Diskussion

Ganz anders die SPD. „Wir werden mittelfristig der heimischen Wirtschaft Gewerbeflächen anbieten können“, so Fraktionssprecher John Fiolka. Bei der neuen Zufahrtslösung würden die Eingriffe in die Landschaft minimiert, die SPD könne mit dem Entwurf „gut leben“. Das gilt auch für die FDP, die beständig an dem geplanten Gewerbestandort festgehalten hat.

Jeweils mit einem knappen Vorsprung passierten die Verwaltungsvorschläge den Ausschuss. Rund zwei Dutzend Bürger verfolgten die Diskussion im Veranstaltungssaal der Sparkasse. Mit Plakaten auf den Wegen rund um den Stork hatte die Initiative „www.stork-retten.de“ zu einem Besuch der Sitzung aufgerufen.

 
 

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