Wagen touchiert und nichts davon bemerkt

Die «Justitia», Göttin der Justiz und der Gerechtigkeit.
Die «Justitia», Göttin der Justiz und der Gerechtigkeit.
Foto: dpa
Zu spät reagierte ein Motorradfahrer auf das Abbremsen seines Vordermannes, berührte den Wagen und fuhr weiter. Jetzt stand er wegen Unfallflucht vor Gericht.

Herdecke/Wetter..  Auf das frühe Abbremsen des Autos vor ihm, mit dem er nicht rechnete, reagierte ein Motorradfahrer in Herdecke zu spät. Er touchierte den Wagen und fuhr dennoch weiter. Jetzt stand der 59-Jährige wegen Unfallflucht vor dem Amtsgericht Wetter. Dort beteuerte er, den Anstoß nicht bemerkt zu haben.

Abbiegen nicht erwartet

Am frühen Abend des 31. Juli fuhr der Wittener mit seiner Maschine auf der Ender Talstraße hinter einem Pkw her. Als die Fahrerin des Wagens den Blinker setzte, ging er davon aus, dass dieser der noch weiter entfernten Abbiegespur galt. Ein Irrtum: Die Frau wollte auf einen Parkplatz fahren und musste stoppen, um den Gegenverkehr abzuwarten. Das erwartete der 59-Jährige nicht. Zwar versuchte er noch, dem Wagen mit einem Schlenker auszuweichen, doch es reichte nicht aus. Es kam zur Kollision, bei der an dem Pkw ein Schaden von über 600 Euro entstand. Trotzdem fuhr der nun angeklagte Motorradfahrer weiter.

Keinen Schlag gespürt

Die Autofahrerin erstattete Anzeige. Wenig später erhielt der Motorradfahrer einen Strafbefehl: 30 Tagessätze à 30 Euro Geldstrafe, ein Monat Fahrverbot und 35 Euro Bußgeld. Er legte Einspruch ein.

Jetzt saß der Wittener in Wetter auf der Anklagebank und versicherte mehrfach, die Kollision gar nicht registriert zu haben. Er habe weder einen Schlag gespürt noch ein Geräusch gehört, betonte der Mann, der sich auch zuvor noch nie etwas hatte zu Schulden kommen lassen. Erst am nächsten Tag habe er von seiner Frau erfahren, dass die Polizei bei ihnen gewesen sei. Passend dazu erklärte die Geschädigte im Zeugenstand, dass der Angeklagte nach dem Anstoß auch keinerlei Reaktion gezeigt habe. Und auch der Kfz-Sachverständige, der sein Gutachten zur Frage der Wahrnehmbarkeit erstattete, kam zu dem Fazit, dass er nicht ausschließen könne, dass die Berührung in dem Stressmoment einfach „untergegangen“ sei.

Erträgliches Bußgeld

Das Gericht schenkte dem 59-Jährigen Glauben und sprach ihn vom Vorwurf der Unfallflucht frei. Damit blieb nur noch die Ordnungswidrigkeit wegen Fehlverhaltens übrig und die kostete den Kradfahrer erträgliche 35 Euro Bußgeld. „Weiterhin gute Fahrt“, verabschiedete ihn Richter Heinz-Dieter Beckmann.

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