Vandalismus belastet Stadt Wetter

In letzter Zeit häufen sich im Stadtgebiet Vandalismusschäden an Wartehallen.
In letzter Zeit häufen sich im Stadtgebiet Vandalismusschäden an Wartehallen.
Foto: Stadt Wetter
Es sieht nicht nur schlimm aus, es kostet auch noch richtig Geld: In den vergangenen Monaten wurden viele Wartehäuschen in Wetter zerstört. Die Stadt kommt das teuer zu stehen.

Wetter..  Es sind die Kritzeleien auf dem Fahrplanaushang, die die Buskunden vielleicht am meisten ärgern. Schließlich lässt sich die Abfahrtszeit nun nicht mehr erkennen. Doch auch die Schmierereien an Rück- und Seitenwänden und der nicht zitierfähige Spruch auf dem Dach des Wartehäuschens machen den Aufenthalt an der Haltestelle Hoffmann-von-Fallersleben-Straße in der Nähe des wetterschen Gymnasiums nicht angenehmer. Vandalismus wie dieser ist in den vergangenen Monaten für die Stadt Wetter zunehmend zum Problem geworden.

Doch es geht noch schlimmer. Immer wieder kommt es vor, dass sogar die Scheiben oder das Dach der Wartehäuschen komplett zerstört werden. „In der Hoffmann-von-Fallersleben-Straße wurde unlängst das Dach einer Wartehalle beschädigt, eine Haltestelle weiter die Seitenwand total zerstört. Weitere stark beschädigte Wartehallen finden sich derzeit unter anderem in der Kaiserstraße, Friedrichstraße, Grundschötteler Straße und Hauptstraße“, heißt es von Seiten der Stadtverwaltung.

500 Euro Kosten pro Haltestelle

Die „blinde Zerstörungswut“ durchkreuze das Bestreben der Stadt, für einen attraktiven Öffentlichen Personennahverkehr zu sorgen. „Die Stadt Wetter ist seit Jahren bemüht, den Fahrgästen des öffentlichen Personennahverkehrs ansprechende Haltestellen zur Verfügung zu stellen und je nach Nachfrage auch Wartehallen aufzustellen“, so Stadtsprecher Jens Holsteg. Angesichts der gerade in den vergangenen Monaten entstandenen Schäden sieht sich die Verwaltung aber inzwischen überfordert. „Die Kosten für die Schäden allein im Jahr 2014 belaufen sich auf 10 000 Euro“, sagt Holsteg. In der Regel würden etwa 500 Euro pro Haltestelle an Reparaturkosten anfallen.

Kosten, die allein aus dem städtischen Haushalt beglichen werden müssen. Denn der Verkehrsverbund Rhein Ruhr (VRR) beteiligt sich nur an der Neueinrichtung von Haltestellen. „Für Vandalismusschäden haben wir keinen Topf“, sagt VRR-Sprecherin Sabine Tkatzik. Gefördert wird, nach Antragstellung durch eine Kommune, lediglich die Neueinrichtung oder qualitative Verbesserung eines Haltepunktes. „Zum Beispiel, wenn eine Haltestelle barrierefrei wird“, so Sabine Tkatzik.

Einige Haltepunkte in VER-Regie

95 Prozent der Haltestellen im wetterschen Stadtgebiet werden von der Stadt betrieben, einen kleinen Teil betreut die Verkehrsgesellschaft Ennepe-Ruhr (VER). Hier hält sich Klage über zerstörte Haltestellen in Grenzen. „Wir haben in letzter Zeit keine auffällig häufigen Vandalismusschäden an unseren Haltestellen zu verzeichnen“, sagt Sabine Nölke, Sprecherin des Verkehrsbetriebes. Aber immerhin: „Etwa alle zwei Monate kommt es vor, dass eine Haltestelle beschädigt wird. Meist handelt es sich um Graffitis, die beseitigt werden müssen. Seltener gehen Scheiben zu Bruch.“ Und hier schränkt Sabine Nölke auch noch ein, dass es sich nicht immer um Vandalismus handele. „Es kommt auch vor, dass Autofahrer eine Haltestelle rammen bzw. touchieren.“ Haltestellen, die der Verkehrsgesellschaft Ennepe-Ruhr gehören, würden auch von der VER wieder instand gesetzt.

Strafanzeige gestellt

Der Stadt Wetter dagegen fehlt für die notwendigen Reparaturen – vor allem wenn es um optische Beeinträchtigungen geht -- das Geld. Und an die Verursacher der Schäden kann sie sich auch nicht halten. „ Zwar wird in jedem Fall Strafanzeige gestellt, Täter konnten bisher jedoch nicht gefasst werden“, sagt Jens Holsteg.

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