Unwetter und viele Einsätze halten Feuerwehren auf Trab

Ein Unwetter der Stufe rot mit Gewitter, Starkregen, Sturm und Hagel zog am Donnerstag- und Samstagabend über Herdecke hinweg.
Ein Unwetter der Stufe rot mit Gewitter, Starkregen, Sturm und Hagel zog am Donnerstag- und Samstagabend über Herdecke hinweg.
Foto: WP
Ein unruhiges Wochenende mit vielen Einsätzen hatten die Freiwillige Feuerwehren Herdecke und Wetter. Vor allem das Unwetter hielt die ehrenamtlichen Mitglieder auf Trab. Die Harkortstädter übernahmen sogar Aufgaben in Herdecke.

Wetter/Herdecke. Los ging es am Freitag in Herdecke, als um 17.29 Uhr auslaufendes Hydrauliköl aus einem Bagger in der Hauptstraße gemeldet wurde. Vor Ort stellten die Einsatzkräfte fest, dass aus der Baggerschaufel Hydrauliköl auslief und dieses in Richtung eines Kanals unterwegs war. Das Eindringen in den Abwasserkanal konnte die Feuerwehr, die mit einem Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug ausgerückt war, verhindern.

Ein Umweltschaden konnte durch den aufmerksamen Bürger und durch das Eingreifen der Feuerwehr verhindert werden. Das schmierige Hydrauliköl wurde mit zwei Säcken Bindemittel gebunden. Die Hauptstraße musste kurzzeitig gesperrt werden. Auch die Leckage an der Baggerschaufel konnte wieder mit Handwerkzeug repariert werden. So lief kein weiteres Öl mehr aus. Der Einsatz dauerte 45 Minuten.

Eine unbekannte Rauchentwicklung wurde dann um 21.38 Uhr aus der Straße „Auf der Helle“ gemeldet. Vor Ort wurde festgestellt, dass es sich um ein angefeuertes Grillfeuer handelte. Der Einsatz für den ausgerückten Löschzug wurde nach 30 Minuten abgebrochen. Zuvor wurden vorsorglich zwei angrenzende Kleingartenanlagen kontrolliert. Die Polizei war ebenfalls vor Ort.

Mit den Folgen des Unwetters hatte die Freiwillige Feuerwehr dann am Samstagvormittag zu kämpfen. So rückten die Einsatzkräfte wegen einer technischen Hilfeleistung um 9.04 Uhr in die Ladestraße aus. Aus einem großen Baum an der Ecke zur Bruchstraße waren mehrere Äste abgebrochen, weitere Äste waren morsch bzw. hingen lose im Baum. Die Straße wurde gesperrt und die Drehleiter in Stellung gebracht. Ein Feuerwehrangehöriger entfernte die losen und morschen Äste aus dem Baum. Ursache hierfür waren die Unwetter der letzten Tage. Einsatzdauer: 90 Minuten.

Ein weiterer „Gefahrenbaum“ wurde der Feuerwehr am Samstag um 11.56 Uhr von der Ender Talstraße gemeldet. Nach der Erkundung des Einsatzleiters stand fest, dass der beeinträchtigte Baum gefällt werden musste. Die Ender Talstraße wurde für die Fällarbeiten gesperrt, ein geschulter Feuerwehrmann trat dann mit der Motorsäge in Aktion. Die Feuerwehr war auch hier mit zwei Fahrzeugen 90 Minuten im Einsatz.

Autotür nicht abgeschlossen

Zu einer Tierrettung rückte die Feuerwehr dann am Samstag gegen 13.40 Uhr erneut in die Herdecker Innenstadt aus. In einem auf dem Parkdeck des zum Mühlencenters abgestellten VW Polo befand sich bei sommerlichen Temperaturen ein schwarzer Mischlingshund. Passanten hatten den Hund entdeckt und schon ergebnislos versucht, den Halter des Fahrzeuges im Mühlencenter ausrufen zu lassen.

Der Einsatzleiter der Feuerwehr erkundete genau die Einsatzstelle: Im Fahrzeug befand sich eine Parkscheibe, die auf 13 Uhr gestellt war. Beim genauen Hinsehen stellte er fest, dass eine Autotür nicht abgeschlossen war. So konnte das Tier gesund aus dem heißen Auto gerettet werden. Passanten brachten das erschöpfte Tier in den Schatten und gaben ihm Wasser.

Nach einiger Zeit kehrte die Fahrzeughalterin aus Wetter zu ihrem abgestellten Polo zurück. Die Feuerwehr ermahnte die Frau, ihren Hund nicht im warmen Auto zu lassen. Anschließend wurde der Hund ihr wieder übergeben. Der Vorfall wurde weiterhin an das Ordnungsamt sowie an die Polizei weitergeleitet. Dieser Einsatz dauerte 60 Minuten.

Kanal verstopft

Ein Unwetter der Stufe rot zog am Samstagabend über Herdecke hinweg. Die Feuerwehr musste zu zahlreichen Einsätzen ausrücken. Um 23.35 Uhr wurde etwa eine mit Wasser voll gelaufene Tiefgarage gemeldet. Da die Wassermenge so gering war, habe sich der Einsatz von Feuerwehrgeräten aber nicht gelohnt. gemeldet. Da die Wassermenge so gering war, habe sich der Einsatz von Feuerwehrgeräten aber nicht gelohnt.

In der Wetterstraße waren um 23.50 Uhr Kanaleinläufe verstopft. Das Wasser sammelte sich auf der Straße. Die Feuerwehr rückte aus und säuberte die Kanaleinläufe. Danach konnte das Wasser wieder abfließen. Ein Baum sollte am frühen Sonntag gegen 2.40 Uhr auf der Gederner Straße umgestürzt sein. Vor Ort fanden die Feuerwehrleute aber nichts dergleichen und rückten wieder ein.

Weiter ging es für die Einsatzkräfte am Sonntag um 12.26 Uhr. In der Straße „Am Hagenkotten“ stand ein 80 Quadratmeter großer Keller unter Wasser. Die Feuerwehr brachte eine Tauchpumpe in Stellung. Nach 30 Minuten war der Keller ausgepumpt.

Auch in Wetter zahlreiche Einsätze

Auch die Feuerwehr Wetter (Ruhr) wurde an diesem Wochenende zu zahlreichen Einsätzen gerufen. Besonders am Freitag gab es wenig zu löschen, insgesamt beherrschte das Unwetter auch die Arbeit der ehrenamtlichen Wehrleute in Wetter.

Los ging es am Freitagnachmittag, da wurde die Feuerwehr durch einen Brandmeldealarm im Frauenheim Wengern alarmiert. Die erst eintreffenden Kräfte gaben schnell Entwarnung, denn es konnte kein Auslösegrund festgestellt werden. Nach einer Stunde beendeten die Kräfte deshalb ihren Einsatz.

Anschließend ging es für den Löschzug Alt-Wetter ähnlich weiter: Bei einer Firma an der Ruhrstraße waren zahlreiche Brandmelder ausgelöst worden. Um sicher zu gehen, wurden die kompletten Hallen von den Feuerwehrleuten nach möglichen Brandherden durchsucht. Nach zwei Stunden gab es die Entwarnung: Auch hier war nichts passiert.

Kurze Nacht für die Feuerwehrleute

Der Freitag endete mit einem weiteren kurzen Einsatz ohne echte Gefahr: Kurz vor Mitternacht wurde der Löschzug Alt-Wetter zu einer unklaren Rauchentwicklung in der Bergstraße gerufen. Ein Anwohner wollte dort Brandgeruch und Rauch bemerkt haben. Bei Eintreffen des Rettungsdienstes und der Feuerwehr konnte allerdings nichts mehr festgestellt werden.

An viel Schlaf war für die Feuerwehr in Alt-Wetter in dieser Nacht aber nicht zu denken. Schon um sechs Uhr am Samstagmorgen musste sie wieder zu einem Kleinbrand in der Oberwengerner Straße ausrücken. In einem Waldgebiet brannte der Inhalt eines Metallkorbes. Das Feuer wurde mit 600 Litern Wasser gelöscht. Als die ehrenamtlichen Kräfte ihr Fahrzeug wieder befüllt hatten, war der Einsatz nach einer Stunde beendet.

Auch das angekündigte Unwetter verschonte die Feuerwehr Wetter nicht. Der Löschzug Alt-Wetter wurde in der Nacht von Samstag auf Sonntag zur Unterstützung der Feuerwehr Herdecke alarmiert. Da die Herdecker Kräfte in einem großen Einsatz länger gebunden waren, besetzten die Feuerwehrleute aus Wetter die Feuer- und Rettungswache in Herdecke. So wurde der Grundschutz für das Stadtgebiet Herdecke während des Großeinsatzes sichergestellt.

Baum versperrt die Kaiserstraße

Ein Einsatz wurde durch die Wetteraner Kräfte allerdings nicht gefahren, so dass das die zehn Wehrleute, die mit dem Tanklöschfahrzeug und dem Einsatzleitwagen ausgerückt waren, um zwei Uhr Morgens ihren Einsatz beenden konnten.

Während der Wachbesetzung in Herdecke wurde der Löschzug II (Volmarstein/Grundschöttel) um kurz nach Mitternacht zu einem umgestürzten Baum in den Serpentinen der Kaiserstraße gerufen. Durch das Unwetter war ein größerer Baum aus dem Hang auf die Straße gestürzt und versperrte nun den Weg. Der Baum wurde mit einer Kettensäge zerkleinert und beiseite geräumt. Die Straße wurde für den Zeitraum der Arbeiten komplett gesperrt. Unterstützung erhielten die Kräfte vom Löschzug II durch ein Löschgruppenfahrzeug und den Rüstwagen vom Löschzug Alt-Wetter. Nach rund einer Stunde waren die Baum-Arbeiten beendet.