Überdurchschnittlich viele Einwände gegen Amprion-Pläne

Herdecke/Arnsberg..  Gegen die vom Netzbetreiber Amprion geplante Höchstspannungsleitung von Dortmund-Kruckel nach Hagen-Garenfeld sind laut Bezirksregierung Arnsberg „überdurchschnittlich viele Einwendungen“ eingegangen. Das sagte Werner Isermann als zuständiger Fachdezernent und gleichzeitig einer der Sprecher der Abteilung für Bergbau und Energie auf Anfrage. Gegen die 380-kV-Leitung erhielt die Bezirksregierung selbst knapp 500 schriftliche Einsprüche. Bei der Stadt Herdecke gingen ca. 400 Einwendungen ein, in Witten waren es demnach nur drei, in Hagen und Dortmund keine einzige. Nimmt man das Schreiben der Bürgerinitiative Semberg mit 936 Unterschriften hinzu, ergibt das ein Ergebnis von mehr als 1800 Stellungnahmen.

Ganz konkret konnte Isermann keine Gesamtzahl nennen, da er und seine fünfköpfige Mannschaft noch Doppel-Einwendungen (Brief, Mail, Fax) sowie vereinzelt Fristeinhaltungen oder Unleserliches prüfen. „Da es sich um einen nur knapp elf Kilometer langen Abschnitt handelt, ist das eine Menge“, so der Dezernent. „Daraus lassen sich aber keine Erfolgsaussichten ableiten, da es um die Substanz der Einwände geht.“ Isermann geht davon aus, dass die Lektüre und Auswertung mindestens ein halbes Jahr dauern werde.

Das weitere Verfahren: Nach einer ersten Ordnung und Registrierung bei der Bezirksregierung erhält der Antragsteller Amprion ein Paket mit den Einwendungen. „Dazu kommen noch Stellungnahmen von etwa 40 Behörden bzw. Trägern öffentlicher Belange“, so Isermann mit Blick auf andere Netzbetreiber, Forstämter, BUND, Flugsicherungs-Verantwortliche und viele mehr.

Keine Frist für Antragsteller

Nach den Antworten von Amprion (ohne Frist) vergleicht die Bezirksregierung deren Begründungen mit den Einwänden. „Wir wägen wie ein Richter die Argumente ab, laden zu Ortsterminen ein und wollen keine Unklarheiten offen lassen“, sagt der Dezernent, der angesichts der umfassenden Aufklärungspflicht ein transparentes Verfahren ankündigt. Auch ein Gutachten etwa zu Erdkabeln sei möglich. Am Ende (nach ein bis zwei Jahren) gibt es einen Bericht und einen öffentlichen Termin, um mehrere Tage das Ergebnis einzusehen. Isermann: „Ich habe sieben solcher Verfahren abgewickelt, dieses hier hat eine neue Dimension.“

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