Turbulentes Doppelleben begeistert Lichtburg-Publikum

Taxi, Taxi: Heiko Gleichmann als Stanley, Denise Forster als Mary Smith, Peter Steinmeyer als John Smith und Nils Findling als Polizeiinspektor (v.li.).
Taxi, Taxi: Heiko Gleichmann als Stanley, Denise Forster als Mary Smith, Peter Steinmeyer als John Smith und Nils Findling als Polizeiinspektor (v.li.).
Foto: WP
  • Ein Taxi-Fahrer in London führt ein Doppelleben
  • Als er einen Unfall hat, droht alles aufzufliegen
  • Beim Koffertheater hatte die spritzige Komödie Premiere

Wetter..  „Direkt vor der Premiere frage ich mich immer: Warum tue ich mir die ganze Aufregung eigentlich an und schaue mir die Inszenierung nicht als Unbeteiligte aus dem Publikum an? Aber ich weiß die Antwort darauf ganz genau: Weil es immer wieder so grandios ist und der Applaus sich einfach wunderbar anfühlt. Dann merkt man, dass es den Leuten gefallen hat“, sagt Sabine Gruß, Regisseurin des Theaterstücks „Taxi, Taxi“, nachdem in der Lichtburg die letzten Klatscher verklungen sind.

Das Stück handelt vom Taxifahrer John Smith, der mit zwei Ehefrauen in zwei verschieden Stadtteilen Londons lebt. Nachdem Smith wegen eines Unfalls nicht zur erwarteten Zeit zu Hause erscheint, verständigen beide Ehefrauen die jeweils zuständige Polizeidienststelle. Um keine der beiden Frauen zu verletzen und nicht aufzufliegen, verstrickt sich John fortwährend in Lügengeschichten.

So wird die eine Ehefrau schnell zur Putzfrau oder zum Transvestiten umgedichtet und der Nachbar mal zum Sohn, zum Farmer oder zum homosexuellen Lebenspartner umgemünzt. Die Besonderheit an dem Stück ist, dass die Geschehnisse in den beiden Wohnungen gleichzeitig und vor derselben Kulisse gezeigt werden. So laufen manche Charaktere aneinander vorbei, ohne einander zu beachten, da sie sich ja eigentlich in zwei verschiedenen Wohnungen befinden. Diese ungewöhnliche Inszenierung macht das Stück schnelllebig, erfordert aber auch die volle Aufmerksamkeit des Publikums.

Verstärkung aus Young Actors Club

So zieht „Taxi, Taxi“ den Zuschauer schnell in seinen Bann. Die Parallelwelten, in denen Smith lebt, bekommen eine räumliche Nähe. „Bei den Proben mussten wir häufig umdenken, denn die Schauspieler laufen oft nur wenige Zentimeter aneinander vorbei, dürfen sich aber nicht anschauen. Nur so ist für die Zuschauer klar erkennbar, welche Charaktere sich gemeinsam in welcher Wohnung aufhalten“, erklärt Sabine Gruß das Wechselspiel

„Besonders toll finde ich, dass wir eine breit gefächerte Besetzung haben, so dass wir auch verschiedene Generationen glaubhaft rüberbringen können. Früher spielten Gleichaltrige schon mal drei verschiedene Generationen“, erläutert Gruß. Wenn das Alter der Schauspieler mit dem im Skript vorgegebenen gut übereinstimme, könne man sich besser in die Rolle hineinversetzen und diese auch glaubhafter rüberbringen, so ihre Erfahrung. Und an Nachwuchs mangelt es nicht: Es rücken weiterhin einige Neulinge – zum Beispiel aus dem Young Actors Club der Lichtburg – in die Reihen des Koffertheaters nach.

Einmal im Jahr gibt es ein Treffen, bei dem jedes Teammitglied Vorschläge für neue Stücke mitbringen kann. „Taxi, Taxi“ hatte Sabine Gruß schon seit langer Zeit auf dem Schirm. „Ich bin aber erst jetzt zur Umsetzung gekommen. Seit Anfang Mai haben wir uns immer montags zum Proben getroffen. Seit August gab es zusätzliche Proben samstags und sonntags. Wir sind schließlich darauf angewiesen, dass die Räumlichkeiten der Lichtburg frei sind.

Das Koffertheater inszenierte bereits mehrere Stücke vom englischen Autor Ray Cooney. Gruß liegt es am Herzen, dass die Schauspieler die Handlungen ihrer Charaktere nachvollziehen können, damit sie sich besser in ihre Rollen hineinversetzen können. Ist das in einer Szene des Skriptes nicht der Fall, nimmt sie kleine Änderungen vor. Die Glaubwürdigkeit und Schlüssigkeit der Inszenierung seien wichtig, um das Publikum in den Bann des Stückes zu ziehen.

„Wichtig ist, dass die Menschen mit der Hauptfigur mitfühlen und mit ihr mitfiebern. Also ist es wesentlich, dass die Zuschauer John Smith mögen und erkennen, dass er sein Vorgehen bereut. Dadurch bleibt ihr Interesse bis zum Schluss erhalten“, so Gruß. Bei „Taxi, Taxi“ hat es funktioniert.

 
 

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