Thomas Küstermann geht - aber nicht so ganz

Nachhaltigkeit wie beim gesunden Pausenfrühstück ist wichtig für Thomas Küstermann.
Nachhaltigkeit wie beim gesunden Pausenfrühstück ist wichtig für Thomas Küstermann.
Foto: WP
Als Vorsitzender hat der 80-Jährige aufgehört. Doch der Name Thomas Küstermann ist und bleibt eng mit der Bürgerstiftung verknüpft. Und im Kuratorium und in Projekten macht er auch noch weiter.

Herdecke..  Vor 50 Jahren ist er als Pfarrer nach Herdecke gekommen. Ab dem 5. Oktober 1983 war er Gemeindepfarrer und dazu Superintendent des Kirchenkreises Hagen. 1999 ging er in den Ruhestand. Am 24. Oktober 2007 war er bei der Gründung der Bürgerstiftung dabei. Thomas Küstermann muss bei Daten nicht lange überlegen. Dabei ist er kurz vor Weihnachten 80 geworden. Deshalb hat er bei der Bürgerstiftung aufgehört. Wenn auch nicht so ganz.

Zweiter Vorsitzender der Bürgerstiftung war Thomas Küstermann bei deren Start, hinter dem Gründungsvorsitzenden Dietmar Backhaus. Aus familiären Gründen zog Backhaus sich zurück, erster und zweiter Vorsitzender tauschten die Ämter – und so ist der Name Thomas Küstermann jetzt besonders eng verknüpft mit der Verankerung der Bürgerstiftung im öffentlichen Leben. Längst ist sie als Förderstelle, aber auch als Ideengeber aus Herdecke kaum weg zu denken.

Für die Bürgerstiftung war es hilfreich, dass es in Herdecke bereits eine funktionierende Stiftung gab, wenn auch mit einer anderen Ausrichtung. Dank einer 100 000-Euro-Spende der Werner Richard/Dr. Carl Dörken Stiftung „konnten wir sofort arbeiten“, bedankt sich Küstermann für die Anschubhilfe. Arbeiten, dass hieß ganz bewusst, „nicht das zu tun, was eigentlich Aufgabe der Stadt wäre.“ So hat die Bürgerstiftung für die Renovierung einer Schulklasse kein Geld gegeben sondern auf den Förderverein verwiesen. „Wir wollen da helfen, wo andere keine Mittel oder Möglichkeiten sehen“, sagt Küstermann.

Beim gesunden Pausenfrühstück ist das etwa der Fall. Oder beim Projekt Lesepaten: 55 sind es zur Zeit, die wöchentlich in die Schulen gehen und Freude am Lesern verschaffen. „Das ist keine Nachhilfe“, stellt Thomas Küstermann klar, sondern auf nachhaltiges Vergnügen angelegt. Seine Frau hat einen Fotowettbewerb betreut, der Grundlage für ein Memory-Spiel wurde. In dritter Auflage ist es bereits bei einem renommierten Verlag erschienen. Er selbst steuerte das Lied zum 275. Geburtstag der Stadt bei, das ein großer Bürgerchor vor dem Rathaus anstimmte.

„Man muss das Rad nicht immer wieder neu erfinden“, sagt er. Es reicht, wenn man weiß, wo sich ein Rad gut dreht. In Freiburg beispielsweise fand Thomas Küstermann die Idee für den „Leseturm“ zum Geburtstag des Rathauses. 25 Meter hoch sollte der Turm von frisch gelesenen Büchern reichen, am Ende war die Rathaushöhe doppelt erreicht.

Gott sei Dank noch fit mit Achtzig

Auch mit 80 Jahren fühlt er sich noch fit. „Gott sei Dank“, sagt der Theologe und meint das nicht nur als Floskel. „Aber da ist eine Grenze“, spürt Küstermann, „jetzt sollen auch mal Jüngere ran.“ An der Spitze der Bürgerstiftung ist der Wechsel geglückt. Küstermann hat den Stuhl als Vorsitzender geräumt, jetzt wirkt er im Kuratorium der Stiftung.

Auch sonst ist er noch nicht ganz fertig mit der Stiftung von Bürgern für Bürger: Das Projekt Mini-Phänomenta braucht noch rüstige Senioren. Thomas Küstermann will mit helfen, dass Wissen spielerisch weiter gegeben wird und Schulen dabei Unterstützung erfahren. Auch Mitglieder des Projektes „Zwischen Arbeit und Ruhestand“ hat er dabei auf dem Zettel. Verglichen mit ihm sind die ZWARler dann fast schon wieder junge Spunde.

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