Stork-Gegner setzen auf Argumente

Bei der Versammlung der Interessengemeinschaft Stork im Burghotel Volmarstein informierten sich gut 50 Bürger über die Möglichkeiten, gegen das geplante Gewerbegebiet „Schwelmer Straße“ aktiv zu werden.
Bei der Versammlung der Interessengemeinschaft Stork im Burghotel Volmarstein informierten sich gut 50 Bürger über die Möglichkeiten, gegen das geplante Gewerbegebiet „Schwelmer Straße“ aktiv zu werden.
Foto: Susanne Schlenga
  • Die Gegner des Gewerbeparks Schwelmer Straße sammeln Argumente
  • IG Stork informiert über Möglichkeiten des Widerspruchs
  • Bürger vermissen das Gespräch mit den Befürwortern

Wetter. Das Ziel ist klar. „Wenn wir es schaffen, wollen wir einen Gewerbepark Schwelmer Straße verhindern“, sagt Christina Kramer, Mitglied der Ortsgruppe Herdecke/Wetter des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (Bund) und Sprecherin der Interessengemeinschaft (IG) Stork. Der Weg zum Ziel führt für die Stork-Gegner über Argumente. Argumente, die gegen die Ansiedlung von Gewerbe in dem derzeit landwirtschaftlich genutzten Gebiet ins Feld geführt werden sollen.

Dass auch der Weg schon ein Ziel ist, macht IG-Sprecherin Dagmar Müller klar: „Wir haben in den vergangenen Jahren viel erreicht. Das kann man an der neuen Planung sehen, die einige unserer Kritikpunkte berücksichtigt.“ So führe die Zufahrt zum geplanten Gewerbegebiet nicht mehr quer durch das Wäldchen hinter dem Berufsbildungswerk, der Baumbestand ist sogar aus dem Plangebiet herausgenommen worden. „Eingriffe gibt es aber dennoch“, üben die Stork-Gegner weiter Kritik, auch an dem nun vorgelegten Bebauungsplan-Entwurf.

Mehrere hundert Seiten Gutachten hat der „harte Kern“ der Interessengemeinschaft bereits durchgearbeitet. Mit den eigenen Experten für Natur und Landwirtschaft sind in diesen Bereichen schon einige Argumente gegen eine Gewerbeansiedlung zusammengekommen, „doch für die Bereiche Verkehr, Lärm und Emission könnten wir noch Unterstützung brauchen“, sagt Christina Kramer. Die kommt in jedem Fall von vier Parteien, die bei der Versammlung im Burghotel den Bürgern nicht nur den Rücken stärkten, sondern die auch weiterhin auf politischer Ebene versuchen wollen, die Ansiedlung zu verhindern. CDU, Grüne, Christliche Soziale Reformer (CSR) und Bürger für Wetter (BfW) übten ihrerseits nicht nur Kritik an den Plänen, sondern auch an der Kommunikation innerhalb der Politik. „Selbst in einem nicht-öffentlichen Ausschuss haben wir noch nichts von einem Investor gehört, der die Erschließung der Fläche bezahlen soll“, sagte zum Beispiel Christiane Müller (CDU). Jürgen Uebelgünn von den Grünen rechnete derweil vor, dass bei knapp 100 000 Quadratmetern Baufläche und von der Stadt angenommenen acht Millionen Euro Erschließungskosten die Quadratmeterpreise in dem Gewerbegebiet nicht mehr konkurrenzfähig wären. „Wir müssen aufpassen, dass nicht bei einem Investoren-Vertrag am Ende Kosten beim Steuerzahler hängen bleiben“, warnte dazu Gerd G. Michaelis (BfW).

Das Thema Wirtschaftlichkeit war für viele der etwa 50 Anwesenden ein entscheidendes, zumal SPD und FDP ja vor allem mit dem Gewinn von Arbeitsplätzen und Gewerbesteuer argumentierten. „Was erwartet die Stadt? Arbeitsplätze werden doch in der Regel nur verlagert und zum Teil sogar abgebaut, weil mit einem Neubau rationalisiert werden kann“, fürchtete ein Teilnehmer. Und auch bei der Gewerbesteuer sehen die Bürger eher Einbußen. „Die Baukosten können doch über Jahre steuerlich geltend gemacht werden.“ Noch etwas geht den Anwesenden beim Thema Geld im Kopf herum: Was hat das ganze Verfahren eigentlich bisher gekostet? fragen sie sich. Gerne hätten die Bürger an diesem Abend Antworten auf ihre Fragen zum Thema Wirtschaftlichkeit und Kosten gehabt, doch weder von den Befürwortern des Gewerbegebietes noch von der Verwaltung war jemand nach Volmarstein gekommen.

Sitzungsbesuch geplant

Also wollen sich die Bürger nun dorthin aufmachen, wo ihre Fragen beantwortet werden könnten – zur nächsten Sitzung des Stadtplanungs- und Bauausschusses am 8. November (17 Uhr, Wilhelmstraße 21). Dort müsse man Präsenz zeigen, war die einhellige Meinung. Denn auch, wenn durch die Einwendungen im Bebauungsplanverfahren die Argumente der Stork-Gegner schriftlich auf dem Tisch von Verwaltung und Politik landeten, sollten die Entscheider in der Stadt auch hören und sehen, dass ihre Bürger sich zur Wehr setzen. Und mehr noch: „Wir wollen, dass uns Bürgermeister Hasenberg Rede und Antwort steht“, fasste es Detlef Auschner nach mehr als zwei Stunden Diskussion zusammen.

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