Stadt Wetter sucht Pflegefamilien

Wetter..  Weihnachten ist ein Familienfest. Doch die heile Welt, die man sich zu diesem Fest wünscht, ist nicht immer ohne Risse und Brüche. Kinder verlieren Mutter oder Vater, Familien brechen auseinander, Eltern sind überfordert. Ins Bodenlose fallen Kinder in diesen Fällen nicht, doch das Leben in einem Heim kann ein Familie nur schwer ersetzen.

Hilfe für Herkunftsfamilien

Bevor es also dazu kommt, dass ein Kind aus einer Familie herausgenommen wird, handelt das Jugendamt der Stadt Wetter nach dem Leitmotiv „ambulant vor stationärer Hilfe“. Es wird versucht, die Situation in den Herkunftsfamilien zu stabilisieren, um Eltern und Kindern das Zusammenleben zu ermöglichen. Gelingt dies nicht, ist der Pflegekinderdienst bemüht, möglichst vielen Kindern das Aufwachsen in einer Pflegefamilie zu ermöglichen. „Wir wollen dieses Angebot der Kinder- und Jugendhilfe ausbauen, weil das Aufwachsen in einer Familie den Kindern und Jugendlichen wertvolle Chancen und Möglichkeiten eröffnet“, sagt Elvira Ahlburg-Lemke, beim Fachdienst Jugend in Wetter für Pflegekinder und Adoptionen zuständig. „Je größer die Vielfalt an Pflegeeltern, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, für jedes Kind die passende Hilfe zu finden.“

Zurzeit werden vom Fachdienst Jugend 38 Familien betreut. Familien, die mit der Aufnahme eines Kindes größer – oder erst zur Familie – geworden sind. Grundsätzlich kann jeder Erwachsene Pflegekinder aufnehmen. Zum Wohle der Kinder müssen die Kandidaten allerdings einige Voraussetzungen erfüllen. „Man braucht Zeit, Toleranz und Geduld, Einfühlungs- und Durchhaltevermögen sowie die Freude an besonderen Herausforderungen“, so Ahlburg-Lemke.

Herausforderungen, die die Geschichte der Pflegekinder mitbringt. Denn viele der Jungen und Mädchen „tragen einen Rucksack“ mit traumatischen Erlebnissen. Sie haben Zurückweisung erlebt, einen Verlust oder auch Gewalt. „Mit all diesen Dingen müssen sich auch die Pflegeeltern auseinander setzen, denn der Kontakt zu den leiblichen Eltern bleibt in der Regel bestehen“, sagt die Jugendamtsmitarbeiterin. Den Kindern sollen Mutter und Vater nicht genommen werden, sie sollen vielmehr eine zweite Chance auf Liebe und Geborgenheit bekommen.

Betreuung der Pflegeeltern

Pflegeeltern werden mit diesen Dingen nicht allein gelassen. „Wir bereiten die künftigen Eltern intensiv auf ihre Aufgaben vor“, sagt Elvira Ahlburg-Lemke. „Bei einer Schwangerschaft hat man ja auch neun Monate Zeit, sich mit der Ankunft eines neuen Familienmitglieds auseinanderzusetzen.“

Wichtig ist für die Jugendamtsmitarbeiter, den betroffenen Jungen und Mädchen die höchst mögliche Sicherheit zu bieten. Denn eine neuerliche Enttäuschung, ein weiterer Schmerz sei für die Kinder nicht zu verkraften. Die Motive der Bewerber werden darum intensiv hinterfragt. „Es kommt auch vor, dass wir in der Beratung zum Schluss kommen, dass eine Pflegschaft nicht in Frage kommt“, erklärt die Fachfrau. Es gebe aber immer die Chance, einen zweiten Versuch zu starten.

 
 

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