Sinnvoller Umgang mit der 116 117

Elisabeth Semme
Der ärztliche Notfallnummer 116 117.
Der ärztliche Notfallnummer 116 117.
Foto: WAZ FotoPool WP

Wetter/Herdecke.  116 117 - die neue Notfallnummer ist gut zu merken, bundesweit gültig und kostenlos. Die Rufnummer, über die man in Wetter und Herdecke bei geschlossenen Arztpraxen zum nächsten ärztlichen Notfalldienst vermittelt wird, gilt seit April. Aber es gibt auch kritische Stimmen, die etwa bemängeln, dass die Ortung von Patienten nicht funktioniere, wenn diese vom Handy aus anrufen. Darüber und über den sinnvollen Umgang mit der neuen Notfallnummer sprach unsere Zeitung mit dem Allgemeinmediziner Dr. Manfred Diensberg aus Wetter. Er ist Notfalldienstbeauftragter im Bezirk Bochum/Hagen der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe.

Wer die 116 117 anruft, landet in der Duisburger NRW-Zentrale. Dort wird der Standort des Patienten lokalisiert, und von dort wird auch der Fahrdienst der Johanniter-Unfallhilfe alarmiert. Der wiederum bringt den Arzt im Bereitschaftsdienst zum Patienten. „Von uns aus geht es dann zu Patienten zwischen Breckerfeld und Herne“, erläutert Dr. Diensberg. Zwei bis drei Mal im Jahr haben alle Ärzte im Bezirk der KV Westfalen-Lippe einen solchen Bereitschaftsdienst. Immerhin müssen sie sich jetzt für die Hausbesuche nicht mehr selbst hinters Steuer setzen. Und neben der Bereitschaft mit Fahrdienst schieben die Ärzte auch noch zwei bis drei Mal im Jahr einen sogenannten „Sitzdienst“ in einer Notfallpraxis, die jeden Abend bis 22 Uhr besetzt ist.

Steht man vor der Wahl, die 116 117 zu wählen oder in die nächstgelegene Notfallambulanz zu fahren, können folgende Kriterien bei der Entscheidung helfen: Wer noch transportfähig ist, also noch laufen und allein zur Toilette gehen kann, der sollte die Notfallambulanz aufsuchen. „Das betrifft auch Kinder, die man auf den Arm nehmen kann“, so Dr. Diensberg. Wer nicht mehr transportfähig ist, der sollte den Besuch des Bereitschaftsarztes anfordern. „Allerdings kann es dauern, bis ein Arzt kommt. Manchmal auch zwei bis drei Stunden.“ Ist der Zustand eines Patienten lebensbedrohlich, dann ist auf jeden Fall nach wie vor die 112 die richtige Nummer.

Handys machen keine Probleme

Probleme mit der Ortung von Patienten, die mit dem Handy die 116 117 anrufen, sind Dr. Diensberg hier nicht bekannt. „In ländlichen Gebieten kann es da vielleicht Schwierigkeiten geben. Aber in der Regel kann man ja den Mitarbeiterin in der Zentrale auch sagen, wo man zu finden ist. Zudem sollte jeder, der sich dort meldet, auch seine eigene Rufnummer für Rückrufe hinterlassen“, empfiehlt der Mediziner aus Wetter. Und schließt noch eine Bitte an: Wer Probleme mit dem neu organisierten Notdienst oder der neuen Notfall-Rufnummer hat, möchte ihm dies mitteilen. Zu erreichen ist Dr. Manfred Diensberg unter 0 23 35/26 59.