Sicher auf dem Rad mit Helm und trotz Regens

Die Kreis-Polizei hat Fahrradfahrer auf dem Seeplatz zum Thema Verkehrssicherheit beraten.
Die Kreis-Polizei hat Fahrradfahrer auf dem Seeplatz zum Thema Verkehrssicherheit beraten.
Foto: Hanna Voß
Auf dem Seeplatz geben Berater der Polizei Tipps zu nassen Fahrbahnen und dem richtigen Fahrzeug. Und sie erklären, welche Ausstattung am Fahrrad Pflicht ist.

Wetter..  Tapfer steigt Rita Pannott trotz des Regens wieder aufs Rad. Bis zum Kemnader See soll es heute noch gehen, das Wetter, nun ja, es sei okay. Außerdem habe sie gerade Tipps für eine neue Route bekommen, und die wolle sie gerne noch ausprobieren.

Gemeinsam mit ihrer Bekannten Monika Pallatzky hat sie Halt gemacht am Informationsstand der EN-Polizei auf dem Seeplatz, Broschüren und Karten mit auf den Weg bekommen und die Erfahrung von Jörg Reifenschneider, Verkehrsberater bei der Polizeidienststelle in Wetter. Mehr noch als um die Empfehlungen für neue Strecken entlang der Ruhr sollte es am gestrigen Sonntag aber um die Verkehrssicherheit auf dem Fahrrad gehen. „Aufgrund der steigenden Zahl von Unfällen mit Fahrrädern“, wie Reifenschneiders Kollege, Frank Fels, sagt.

Das Tragen eines Helms etwa empfehlen Reifenschneider und Fels am diesem verregneten Sommertag ohne Unterlass, gesetzlich vorgeschrieben ist es nicht. „Ein Helm ist keine Ritterrüstung, aber er kann schwerwiegenden Kopfverletzungen vorbeugen. Das ist ein Risiko, das ich nicht eingehen muss“, sagt Reifenschneider. Dann holt er einen Unfallhelm hervor, bei dem das Styropor, das den Hinterkopf schützt, zerbrochen ist. „Das hat Schlimmeres verhindert. Wer weiß, wie dieser Unfall ohne Helm ausgegangen wäre.“

Auch wegen der E-Bikes führen wieder mehr Menschen Fahrrad, die das sonst nicht mehr schaffen würden. „Die überschätzen sich. Und zudem fällt man im Alter ungeschickter.“ Die Verkehrsberater ärgern sich aber auch über die Kinderfahrräder, die sie bei den Prüfungen in der Grundschule zu Gesicht bekommen. „Ein Fahrrad ist kein Spielzeug. Und der öffentliche Straßenverkehr verzeiht keine Fehler“, mahnt Fels.

Bei Kinderrädern sollte darauf geachtet werden, dass beide Fußballen den Boden berühren und der Einstieg möglichst niedrig ist. „Ein Fahrrad muss anprobiert werden wie ein Paar Schuhe“, sagt Fels. Die beiden Männer erklären auch, was Regen fürs Radfahren bedeutet: Der Bremsweg verlängere sich wie beim Auto, und es müsse stets die „Fahrbahnbeschaffenheit“ im Auge behalten werden, also ob Laub oder etwa nasse Taschentücher auf dem Boden liegen.

Sicher fährt zudem nur, wer sich an die Ausstattungsvorschriften der Straßenverkehrszulassungsordnung hält. Neben Vorder- und Rücklicht und zwei Bremsen sind auch eine Klingel, Front-, Pedal und Speichenstrahler Pflicht. „Alles, was blinkt und leuchtet, ist auffällig und damit gut“, sagt Reifenschneider. Auch Handschuhe, wie Werner Koch sie mit zum Seeplatz bringt: An beiden Zeigefingern sind kleine Quadrate aufgenäht, und die blinken, wenn er abbiegen möchte. „Die gewöhnlichen Handzeichen“, sagt Fels, „tun’s fürs erste aber auch.“

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