Servicedienste machen Senioren das Leben leichter

Ein hartes Stück Arbeit liegt hinter den Mitgliedern der Arbeitsgruppe, die all die Informationen für die Broschüre über Bring- und Holdienste zusammengetragen hat. Das Ergebnis ist in einer Erstauflage von 2000 Stück zu sehen.
Ein hartes Stück Arbeit liegt hinter den Mitgliedern der Arbeitsgruppe, die all die Informationen für die Broschüre über Bring- und Holdienste zusammengetragen hat. Das Ergebnis ist in einer Erstauflage von 2000 Stück zu sehen.
Foto: WP
Eine neue Broschüre listet auf, wo Senioren aus Wetter einen mobilen Friseur oder Optiker finden. Oder welcher Getränkehandel das Mineralwasser ins Haus bringt.

Wetter..  Ein Stapel mit 300 Briefen liegt vor ihr auf dem Tisch. Anita Pfänder schreibt an Geschäfte, Restaurants und andere Dienstleister und will sie dazu bringen, sich auf die Bedürfnisse älterer Menschen zu spezialisieren. „Ich weiß noch genau, als ich bei schönem Wetter auf dem Balkon saß und die ganzen Briefe gefaltet habe.“ Fast ein Jahr und viele Planungstreffen später halten sie und ihre elf ehrenamtlichen Mitstreiter das Ergebnis in der Hand: Ein 27 Seiten starkes Heft bietet einen Überblick über Serviceleistungen, abgestimmt auf Senioren und Pflegebedürftige, denen es schwer fällt, alleine zum Friseur zu gehen, ihre Medikamente zu besorgen oder neue Hemden zu kaufen.

Sämtliche Alltagsbereiche

Mehr als 50 Geschäfte und Anbieter haben auf den Brief im vergangenen Sommer reagiert. „Bei einigen mussten wir auch persönlich vorbeigehen“, sagt Axel Fiedler. Doch der Seniorenbeauftragte der Stadt ist mit dem Rücklauf zufrieden, denn „die Broschüre deckt alle Bereiche ab, die für den Alltag notwendig sind.“ Das sind Arztbesuche genauso wie Einkäufe oder auch mal Reparaturen, die anfallen. Übersichtlich sortiert wie in einem Telefonbuch sind die teilnehmenden Einrichtungen aufgelistet. Ein Getränkehandel bringt die Kiste Mineralwasser auf Bestellung nach Hause, ein Damenmodegeschäft verwandelt auf Anfrage das heimische Wohnzimmer in eine Umkleidekabine und kommt mit der neuen Kollektion zu Hause vorbei. Auch der Gang zum Optiker ist nicht mehr zwingend notwendig. Die Sehstärke für die neue Lesebrille messen mobile Augenoptiker ab sofort auch auf der Couch. An dem Punkt hört das Angebot noch nicht auf. Auch Fahrdienste, die ohne Probleme mal einen Rollstuhl transportieren können, finden in der Broschüre ihren Platz. Axel Fiedler ist sich über die Wirkung innerhalb der Stadtgrenzen bewusst. „Als wir gesagt haben, dass wir an der Broschüre arbeiten, waren alle begeistert und konnten die Veröffentlichung kaum erwarten.“ Die Broschüre gibt es ab sofort in den teilnehmenden Geschäften, Restaurants, Arztpraxen, bei der Sparkasse, bei der Verwaltung und in allen Einrichtungen, in denen sich ältere Menschen organisieren, zum Beispiel bei der AWo oder in Seniorenclubs.

Neue Ziele

Die Arbeitsgruppe kann für ihren neuen Wegweiser endlich einen weiteren grünen Haken im „Aktionsplan Menschengerechte Stadt Wetter“ setzen. Eine neue Aufgabe steht auch schon an. „Wir wollen Geschäfte auszeichnen, die nachweislich barrierefrei sind,“ hat sich Axel Fiedler vorgenommen. Dafür haben er und seine Arbeitsgruppe bereits Kriterien erarbeitet.

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