Ruhrtalbahn: Signale seit zehn Jahren auf Grün

Herdecke/Wetter..  Am Ostersonntag werden sie wieder im Ruhrtal aufsteigen, die grau-schwarzen Rauchwolken der Ruhrtalbahn. Und auch die Farbe Rot gibt an diesem Tag den Ton auf der Schiene an: Der Teckel rollt von Herdecke Richtung Ennepetal. „Seit 10 Jahren ist die RuhrtalBahn die ´Vermarktungslokomotive´ für die touristischen Aktivitäten in unserer Region. Jährlich rund 40 000 Fahrgäste zeigen, die Menschen wissen, welches Verkehrsmittel sie wählen sollten, wenn sie sich auf den Weg machen, die Sehenswürdigkeiten im Ennepe-Ruhr-Kreis zu entdecken“, sagt der Landrat des Kreises, Arnim Brux.

Auch RuhrtalBahn Geschäftsführer Stefan Tigges betont diesen Aspekt, der sich seit der Premierenfahrt am 28. März 2005 schnell abzeichnete: „Die Fahrten mit uns sind mehr als eine Zeitreise in die Eisenbahngeschichte. Quasi direkt an der Bahnsteigkante jeder Haltestelle gibt es etwas zu entdecken. Die Palette reicht von Burgen und Herrenhäusern über sehenswerte Altstädte bis hin zu Museen, in denen die Industriekultur der Region lebendig wird.“

Wirtschaftsfaktor

Für Eisenbahnnostalgiker hat die Ruhrtalbahn aber natürlich dennoch ihren Reiz. „Vor allem dann, wenn wir den Dampfzug mit der Lokomotive 38 2267, der „preußischen P8“, auf die Strecke schicken“, sagt Tigges. Die 1918 gebaute Lokomotive zieht Waggons, die zwischen 1903 und den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts gebaut wurden.

Das Signal für verlässliche Eisenbahnromantik nach Fahrplan und auf zwei Linien auf „grün“ gestellt hat auch der Kreistag des Ennepe-Ruhr-Kreises. Neben den Städten Bochum und Hagen unterstützt der Kreis den Betrieb der Bahn finanziell mit einem Betriebskostenzuschuss. Zuletzt wurde vom Kreistag im Sommer 2011 eine jährliche Förderung von 105 000 Euro beschlossen. Einstimmig. „Dies zeigt“, so Landrat Dr. Arnim Brux, „alle halten den Betrag für gut investiertes Geld. Alle haben erkannt: Die Bahn spielt für unsere touristische Entwicklung eine ganz wichtige Rolle, sie ist mit 400 000 Fahrgästen, 120 Dampfzug- und gut 650 Schienenbusfahrtagen seit der Premierenfahrt am Ostersonntag 2005 längst zu einem Publikumsmagneten und Wirtschaftsfaktor geworden.“ Ebenso bemerkenswert: Jeden zweiten Euro, den die Bahn ausgibt, holt sie durch den Verkauf von Fahrkarten wieder rein.

Unterwegs sind die Züge auf den Linien „Ruhrtal“ und „Teckel“ an rund 60 Tagen im Jahr. Abgesehen von einigen Sonderfahrtagen und Kombiangeboten fährt der Schienenbus vom Frühjahr bis in den Herbst grundsätzlich an jedem Freitag und Sonntag auf der Linie „Ruhrtal“ und verbindet das Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen mit dem Hagener Hauptbahnhof. Ausnahme: An jedem ersten Sonntag pendelt der Dampfzug auf dieser rund 40 Kilometer langen Strecke. Dann ist der Schienenbus auf der Linie „Teckel“ zwischen Ennepetal und Herdecke im Einsatz.

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