Rechte beim Online-Kauf

Wetter/Herdecke..  Klick-Konsumenten wissen die Vorteile eines Einkaufs im Internet zu schätzen: Shoppingzeiten rund um die Uhr, eine Vielzahl von Anbietern und Waren auf Tastendruck sowie ein direkter Preisvergleich. Doch laut Verbraucherzentrale bestehe für Kunden, die sich bei ihrer Online-Einkaufstour nur vom günstigsten Preis leiten lassen, ein Risiko, über den virtuellen Ladentisch gezogen zu werden.

Demnach locken gewitzte Händler den Internet-Käufern das Geld nicht nur über den Produkt-Preis, sondern auch mit der Berechnung von Nebenkosten oder durch versteckte Klauseln im Kleingedruckten aus der Tasche. „Kunden müssen solches Fehlverhalten von Online-Händlern jedoch nicht hinnehmen, sondern können sich vom Vertrag lösen und bereits gezahltes Geld zurückverlangen“, so die Verbraucherzentrale. Denn auch der Einkauf in der virtuellen Welt verlaufe in geordneten Bahnen.

Einige Klickfallen

Wichtige Bestellposten auf einen Blick: Damit Kunden sicher sein können, dass sie das richtige Produkt bestellen und nichts Wesentliches übersehen, muss ein Online-Händler vor Abschluss einer Bestellung die wichtigsten Posten klar und deutlich auf einem Blick angeben. Dazu zählen die Merkmale der Ware oder Leistung, der Gesamtpreis mit Mehrwertsteuer, Zusatz- und Versandkosten sowie Laufzeit und Kündigungsbedingungen. Kunden sollten vor dem Drücken der Kaufbestätigung alle Posten noch einmal sorgfältig prüfen.
Kein Extra-Geschäft mit ungewollten Leistungen: Oft jubeln Händler den Online-Kunden unbemerkt kostenpflichtige Extras unter. Bei der Bestellung eines Internetanschlusses etwa auch noch ein Sicherheitspaket oder beim Smartphone der Abschluss einer Zusatz-Versicherung. Solche Nebenleistungen müssen nur bezahlt werden, wenn Kunden sie ausdrücklich bestellt haben. Es reicht nicht, wenn Preis und Leistung nur in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen erwähnt werden oder im Bestellvorgang bereits vorgegeben auftauchen.
Eindeutiger Bestellvorgang: Kunden müssen bei einer Ware oder Serviceleistung eindeutig erkennen können, ob das Ordern mit einer Zahlung verbunden ist. Beim Bestell-Button muss zum Beispiel „zahlungspflichtig bestellen“ statt „anmelden“ stehen. Ist der Button falsch beschriftet, müssen Online-Kunden nicht zahlen.
Ein kostenfreier Zahlungsweg ist Pflicht: Jedem Kunden muss ein gebräuchliches kostenfreies Zahlungsmittel angeboten werden – wie Kauf per Rechnung oder Lastschriftverfahren. Kosten für den Geldtransfer dürfen nur in der Höhe verlangt werden, wie sie dem Händler selbst entsteht – wie beim Bezahlen per Kreditkarte. Sonst kann das berechnete Entgelt fürs Zahlungsmittel vom Anbieter zurückverlangt werden. Kunden sollten außerdem beachten, dass sie einen sicheren Zahlungsweg – etwa den Kauf auf Rechnung oder per Lastschrift – wählen.

Rücktritt vom Kaufvertrag

Widerruf ist Plus des Online-Shoppings: Falls das gelieferte Produkt nicht den Erwartungen entspricht, genießen Kunden beim Online-Shopping einen Vorteil: Sie können den Kaufvertrag in der Regel innerhalb von 14 Tagen ab Erhalt der Ware rückgängig machen und die Ware zurückschicken. Dies gilt nicht für Maßanfertigungen oder verderbliche Produkte. Ein Widerruf muss ausdrücklich – per Mail oder Brief – erklärt werden. Der Händler kann Kunden die Rücksendungskostenaufbrummen. Versandkosten für die Lieferung müssen Anbieter hingegen beim Widerruf erstatten.

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