Rat beschließt Gewerbe am Stork

Ratssitzung der Stadt Wetter im Stadtsaal an der Kaiserstraße am 22.11.2012 mit Einbringung des Haushaltes sowie mit der abschließenden Abstimmung über das Gewerbegebiet am Stork. Aus dem Zuschauerraum kamen viele Frangen von Bürgerinnen und Bürgern. Foto: Jürgen Theobald/WAZ FotoPool
Ratssitzung der Stadt Wetter im Stadtsaal an der Kaiserstraße am 22.11.2012 mit Einbringung des Haushaltes sowie mit der abschließenden Abstimmung über das Gewerbegebiet am Stork. Aus dem Zuschauerraum kamen viele Frangen von Bürgerinnen und Bürgern. Foto: Jürgen Theobald/WAZ FotoPool
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Wetter.  Der Beschluss ist gefasst: Am Stork zwischen A 1 und Berufsbildungswerk der ESV soll ein Gewerbegebiet entstehen. SPD, FDP und Bürger für Wetter kamen bei namentlicher Abstimmung auf 21 Stimmen für die Gewerbeansiedlung. 18 mal gab’s ein Nein.

Die Fragen der Anwohner

Noch einmal meldeten sich Kritiker in der Fragestunde zu Sitzungsbeginn zu Wort. „Mit wie viel Arbeitsplätzen rechnen Sie?“, lautete eine der Fragen. Das lasse sich nicht so genau sagen, war die Antwort der Verwaltung. „Warum stützt sich die Stadt auf Verkehrsgutachten, die durch die Wirklichkeit längst überholt sind“, lautete eine andere Frage. Stimmt nicht, so die Stadt, ihre Trendprognose sei berechnet bis 2025. Warum wurde eine dritte Anbindungsvariante nicht weiter verfolgt, die durch das benachbarte Gewerbegebiet Schöllinger Feld hätte führen können, wollte eine Anwohnerin wissen. „Das war so nicht umsetzbar“, beschied der Bürgermeister.

Die Befürworter

SPD-Fraktionssprecher John Fiolka ging erst einmal die Gegner der Gewerbeansiedlung an. „Sehr oberflächlich und verantwortungslos“ hätten diese die Debatte geführt, meinte er wohl vor allem mit Blick auf die Grünen. Zur Schaffung und für den Erhalt von Arbeitsplätzen brauche Wetter die zusätzliche Gewerbefläche. Erste Unternehmen hätten Wetter schließlich schon den Rücken gekehrt.

Im Interesse der heimischen Wirtschaft stimmte auch die FDP für die Gewerbeansiedlung. Für Doris Hülshoff war die Entscheidung längst überfällig: „Wir wollen uns heute endlich entscheiden. Mehrheiten sind zu akzeptieren, und seien sie auch noch so dünn“.

Die Gegner

Für die Grünen dagegen waren „die Grenzen der Gewerbeansiedlung in der Stadt erreicht“, so Sigrid Haag. Graue Hallen würden auf grüne Äcker folgen, wenn dem Flächenfraß nicht Einhalt geboten würde. Die grüne Ratsfrau warnte davor, sich „auf veraltete Wirtschaftsberechnungen“ zu stützten. Die fürchtete auch die UWW. Die CDU blieb bei der Haltung der letzten drei Jahre. Im Wahlkampf 2009 hatte sie sich von der geplanten Gewerbeansiedlung distanziert und damit unter anderem ausgelöst, dass noch einmal nach einer anderen Verkehrserschließung gesucht wurde. Die Anbildung über das Gewerbegebiet Schöllinger Feld hatte sich dann aber zerschlagen. Der heutige Fraktionschef Hans-Peter Pierskalla bekräftigte die Zweifel der CDU am Finanzierungsmodell. Zur SPD hin: „Wir haben aber keine Scheuklappen auf.

So geht’s weiter

„So lange sich kein privater Investor findet, so lange wird nichts passieren“, hatte Bürgermeister Frank Hasenberg schon eingangs auf eine Bürgerfrage geantwortet. Sollte ein Geldgeber gefunden werden, müssen die Anwohner die Ansiedlung einer Spedition nicht fürchten, so die Verwaltung. Auch eine Ausweitung zu einem interkommunalen Gewerbegebiet werde es nicht geben, so der Bürgermeister.

 
 

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