Radwege in Mühlenstraße über Zebrastreifen sichern

Vor allem vor dem Mühlencenter kommen sich Radler und Fußgänger immer wieder ins Gehege. Der Zebrastreifen kann aber nicht weitergeführt werden. Beide Verkehrsteilnehmer müssen aufeinander Rücksicht nehmen.
Vor allem vor dem Mühlencenter kommen sich Radler und Fußgänger immer wieder ins Gehege. Der Zebrastreifen kann aber nicht weitergeführt werden. Beide Verkehrsteilnehmer müssen aufeinander Rücksicht nehmen.
Foto: WP
Ein Leser schlägt vor, dass der Zebrastreifen in der Mühlenstraße über den Radweg führen soll. Die Stadt Herdecke hat das Problem im Blick.

Herdecke..  Der Weg vom Mühlencenter in die Stadt hat Heinz Krisser aufmerksam gemacht. „Der Zebrastreifen müsste doch auch über den Radweg führen“, sagt der Leser beim Besuch der „Redaktion im Kornspeicher“. Vor allem, wenn ein Lkw an dem Übergang vor dem Mühlencenter warten würde, sei die Sicht für Radler wie Fußgänger versperrt. Heinz Krisser fürchtet, dass es irgendwann zum Unfall kommt und regt an, den Überweg über den Radweg hinweg fortzuführen.

Radler zur Sorgfalt verpflichtet

Ein Umstand, der nach Auskunft von Straßen NRW – nach der Umwidmung zur Landesstraße zuständig – nicht möglich ist. Fuß- und Radweg seien an der Mühlenstraße als Gemeinschaftsfläche geplant, das Hinweisschild auf den Zebrastreifen sei zudem auch für die Radfahrer zu sehen. „Ein Radfahrer ist auf einer solchen Fläche verpflichtet, besondere Sorgfalt walten zu lassen“, erklärt Michael Overmeyer, Sprecher von Straßen NRW.

Für Andreas Schliepkorte, der als Leiter der Technischen Betriebe Herdecke (TBH) auch an der Planung der Mühlenstraße beteiligt war, ist das Thema Radverkehr und die Probleme mit den Fußgängern nicht neu. Schon bei der zeitweisen Sperrung des Ruhrtalradweges gab es immer wieder Ärger. „Die Situation war vor allem gefährlich, weil Radfahrer auf der falschen Seite unterwegs waren“, so Schliepkorten. Die Stadt ließ schließlich Richtungspfeile auf dem Radweg aufmalen und entschärfte so die Situation vor dem Mühlencenter.

Grundsätzlich habe man bei der Planung, die gemeinsam mit einem Ingenieurbüro durchgeführt wurde, lange diskutiert, ob es einen kombinierten Rad- und Fußweg geben sollte, oder ob die Radfahrer mit auf die Fahrbahn sollten. Man habe sich schließlich für eine erhöhte Sicherheit der Radfahrer entschieden und die Kombi-Variante gewählt. „Das sorgt darüber hinaus für ein ganz anderes Stadtbild“, ist sich Schliepkorte sicher. Ein Radweg auf der Fahrbahn hätte die Straße zur „Autobahn“ werden lassen, so sei ein optisch breiter Raum zum Flanieren vorhanden.

Die Radwege machen an den Zebrastreifen einen Schlenker und vergrößern den Abstand zur Fahrbahn. Der beträgt normalerweise 75 Zentimeter, weitet sich an den Übergängen aber auf mindestens 1,50 Meter auf. „Das bietet den Fußgängern, die vom Überweg kommen, genügend Raum zum Warten“, sagt Schliepkorte, der nach der Anfrage der Redaktion noch einmal nachgemessen hat. „Hier müssen die Fußgänger warten und den Radfahrern Vorrang gewähren.“ Eine Fortführung des Zebrastreifens würde eine weitere teure Maßnahme nach sich ziehen. „Überwege müssen speziell beleuchtet werden, das heißt, wir müssten die bereits installierten Lampen nochmals versetzen“, so der Technische Leiter der TBH.

Piktogramm könnte helfen

Der städtische Planer will die Sorge von Heinz Krisser allerdings nicht übergehen. Darum soll an diesem Montag im Rahmen einer Sitzung mit dem Ordnungsamt geklärt werden, ob die Radler durch zusätzliche, auf den Radweg aufgemalte Piktogramme auf die möglicherweise querenden Fußgänger aufmerksam gemacht werden können.

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