Radweg von Wengern nach Silschede erst 2016 befahrbar

Steffen Gerber
Für den Lückenschluss des Radwegs Von Ruhr zu Ruhr werden an der Stadtgrenze Wetter/Witten am Jakob in Wengern Bäume gefällt
Für den Lückenschluss des Radwegs Von Ruhr zu Ruhr werden an der Stadtgrenze Wetter/Witten am Jakob in Wengern Bäume gefällt
Foto: WP
Straßen-NRW zweifelt an einer Teileröffnung des Abschnitts von Wengern nach Silschede in diesem Jahr, etwa wegen aufwändiger Felssicherungsarbeiten.

Wengern.  An einigen Stellen ist schon erkennbar, dass auf der alten Bahntrasse der Elbschetalbahn zwischen Wengern und der Ratelbecke ein Radweg entsteht. Doch der Lückenschluss zur Rundstrecke „Von Ruhr zu Ruhr“ zieht sich noch etwas hin. Aktuell laufen wieder Rodungsarbeiten an der Stadtgrenze Wetter-Witten. Angedacht war, schon 2015 einige Teilstücke auf dem 3,8 Kilometer langen Abschnitt von der Ruhr bis Silschede zu eröffnen. Daran zweifelt nun der Bauherr, Straßen-NRW.

„Nur wenn es gut läuft, sind wir in diesem Jahr im Oktober oder November mit den Asphaltarbeiten fertig“, sagt Jürgen Heidenreich Straßenplaner des Landesbetriebs Straßenbau. Doch die Radfahrer sollten sich mit Blick auf die neue Strecke eher auf das Frühjahr 2016 freuen. Denkbar sei je nach Fortschritt der Bauarbeiten, den gesamten Abschnitt freizugeben und eben doch nicht kleckerweise.

Genauen Zeitplan ab Sommer

„Genaues können wir erst im Sommer sagen, bis dahin haben wir noch einige Fallstricke beispielsweise zwischen der Wittener Straße und Wengerner Mühle zu beseitigen“, so Heidenreich. Vor den großen Ferien soll etwa auch die Brückeninstandsetzung fertig sein, danach werde der Wegebau vorbereitet und in Angriff genommen.

Momentan gehen in der Nähe des Ruhrufers die Baufeldräumung, der Gehölzschnitt und Fällarbeiten in die nächste Runde. „80 Prozent sind normale Rodungsarbeiten“, berichtet ein Mitarbeiter, der in Sichtweite der Häuser an der Straße Am Jakob seine Motorsäge aufheulen lässt. Hier soll eine Rampe auf den Radweg führen. Er und seine Kollegen sind auf der Strecke des ersten Bauabschnittes von Wengern bis Albringhausen aktiv. Anspruchsvoller seien auf dem Weg die Spezialbaumfällungen: Dann hängen schon mal Seilkletterer an einem Felsen, um dort Äste oder Stämme abzusägen. „Die Felssicherungsarbeiten werden im April beginnen, bis dahin ist dann der Holzeinschlag, der zur Zeit noch auf dem Radweg zwischengelagert wird, abgefahren“, erklärt Michael Overmeyer, Medienbeauftragter von Straßen-NRW.

Im Zuge der Baufeldfreimachung werden rund 7000 Quadratmeter Böschung freigeschnitten und mehrere hundert Bäume verschiedener Durchmesser gefällt. Laut Straßen-NRW müssen dann für die anschließende Felssicherung zusätzlich rund 12 000 Quadratmeter Böschung frei geräumt werden, damit etwa 600 Felsnägel mit einer Tiefe von bis zu zwei Metern, fast 2000 Quadratmeter hochfestes Drahtgeflecht und rund 65 Meter Fangschürze angebracht werden können.

Schutznetz und Fangschürze geplant

Einige Abschnitte der Bahntrasse führen durch Einschnitte, die in den 1930-er Jahren gebaut wurden. Gerade im nordwestlichen Teil, also in Blickrichtung Bommern, gebe es einige steile Böschungen auf felsigem Grund. Um keinen Steinschlag oder Felsbrockenablösungen zu riskieren, will Straßen-NRW als Sicherungsmaßnahmen Schutznetze an Steilhängen aufhängen und zudem in zwei Bereichen eine oben liegende Fangschürze anbringen. Dafür müssten Bäume gefällt, gelockerte Felspartien und das gesamte Baufeld von Bewuchs frei gemacht werden.