Radweg – mal quer, mal längs geteilt

Herdecke.  „Das neue Herdecke gefällt mir!“ sagt Annelie Hille und will damit allen widersprechen, die immer wieder am Quartier Ruhraue und den dazu gehörigen Straßenbaumaßnahmen herumkritteln. „Ich genieße es, über die geschmeidige Umgehungsstraße zu fahren und ebenso, über die breiten Bürgersteige zu gehen.“ Seit 1982 lebt die 62-Jährige in Herdecke und ist einfach nur zufrieden.

Verkehrsführung bleibt ein Thema

Nicht alle können an diesem Morgen in der Redaktion im Kornspeicher diese Begeisterung nachvollziehen. Immer wieder kommt die Frage auf, warum Nutzer des Parkdecks am Mühlencenter nur nach rechts abbiegen dürfen und dann „vier Zebrastreifen überqueren müssen, um Richtung Wetter zu fahren“, wie es Margret Blaesing aus Volmarstein aufzählt. Eine andere Dame ärgert sich über den Kreisel-Wahn in der Stadt und fragt sich, warum vor dem Zweibrücker Hof überhaupt ein Kreisverkehr eingerichtet wurde.

Radler und Fußgänger

Verkehr der anderen Art hat dagegen Hartmut Meiering im Blick. Der Herdecker geht gerne an der Ruhr spazieren und gerät dabei immer wieder mit Radfahrern in Konflikt, die sich über Fußgänger auf der asphaltierten Hälfte des Weges ärgern. „Dabei ist gerade wenn es viel geregnet hat, der Fußweg teilweise eine Seenlandschaft“, sagt Meiering. Und im Zuge der Bauarbeiten wäre die wassergebundene Fläche wohl auch teilweise arg zerfahren worden. „Sollen die Fußgänger da im Matsch laufen?“ Und was ihn besonders ärgert: „Manche Radfahrer werden richtig laut, wenn sie sich in ihrem Recht beschnitten fühlen.“

Meiering will nicht nur Kritik äußern, sondern hat auch gleich einen Lösungsvorschlag: „Ab dem Zillertal teilen sich Fußgänger und Radfahrer, die in Richtung Wetter unterwegs sind, den Weg. Das könnte doch ebenso für den Herdecker Abschnitt gelten.“ Konsequenz: Niemand könnte auf „seinem Weg“ beharren, alle müssten aufeinander Rücksicht nehmen.

Für die Stadt ist dies allerdings keine Option. „Unsere Fachleute sehen in der Trennung zwischen Rad- und Fußweg eine höhere Verkehrssicherheit“, sagt Stadtsprecher Dennis Osberg. Hinzu komme, das der Ruhrtalradweg inzwischen stark frequentiert sei, und selbst Organisationen wie der „Fachverband Fußverkehr“ empfehlen auf Wegen mit einer Hauptradroute die eindeutige Trennung.

Zudem sei der Weg seinerzeit ganz bewusst mit zwei verschiedenen Belägen eingerichtet worden. „Der ehemalige Stadtbaurat Brune hat für den nicht asphaltierten Fußweg plädiert, weil dieser gelenk- und rückenschonend ist.“

 
 

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