Radfahren erlaubt in Fußgängerzone in Herdecke

Radfahren in der Fußgängerzone ist künftig grundsätzlich erlaubt. Die Testphase ist vorbei.
Radfahren in der Fußgängerzone ist künftig grundsätzlich erlaubt. Die Testphase ist vorbei.
Foto: WP
Nach einem guten halben Jahr ist die Testphase beendet. Unfälle gab es nicht, aber Beschwerden. Nun hat der Verkehrsausschuss in Herdecke grünes Licht gegeben, dass Radfahrer dauerhaft durch die Fußgängerzone fahren dürfen.

Herdecke.  Seit Februar dürfen Radfahrer durch die Herdecker Fußgängerzone radeln. Voraussetzung: Sie fahren entsprechend rücksichtsvoll. Nun ist die Testphase vorbei. Unfälle hat es in dieser Zeit nicht gegeben, aber immerhin einen Beschwerdebrief von 16 Bürgern an die Stadt. Vor allem für Senioren sei es gefährlicher geworden, seit Radfahrer an ihnen vorbei zischen können. Der Verkehrsausschuss gab den Radfahrern jetzt trotzdem grünes Licht. Sie dürfen dauerhaft im Sattel bleiben, wenn es durch die Fußgängerzone geht. Einstimmig war das Abstimmungsergebnis darüber allerdings nicht.

Gefährlich für Kinder und Senioren

SPD, Grüne und Linke wollten die Radfahrer nicht wieder aus der Fußgängerzone verbannen. Die Klagen der Senioren seien durchaus angekommen, erklärte Ulrich Schwellenberg (SPD), mit einer „rücksichtsvollen Fahrweise könnte es aber auch weiterhin unfallfrei bleiben“, so seine Hoffnung. Herdecke liegt am Ruhrtalradweg. Die Radfahrer sollen auch von der Ruhr in die Innenstadt kommen. Die Erlaubnis, auch durch die Fußgängerzone strampeln zu können, stelle eine „entscheidende Förderung des Radtourismus“ dar, so Ulrich Schwellenberg.

So sah es auch Peter Gerigk von den Grünen. Er hoffte ebenfalls auf gegenseitige Rücksichtnahme von Radfahrern und Fußgängern, sprach sich aber auch für schärfere Kontrollen durch die Polizei aus. Gisbert Holthey von der CDU konnte das nicht überzeugen. „Das Problem sind die Mountain-Biker, die mit ihren Rädern von oben durch die Fußgängerzone preschen“, erklärte er die Ablehnung seiner Fraktion. „Wir halten das weiter für gefährlich“, so Holthey. Besonders Senioren oder Kinder könnten unter die Räder kommen.

Wie auch in den meisten anderen Fraktionen hatte die FDP lange um eine Position gerungen. Am Ende siegte „die Sicherheit der Bürger, die besonders gefährdet sind“, so Christian Korge, der als sachkundiger Bürger im Verkehrsausschuss sitzt. Dem Appell an die Vernunft aller Verkehrsteilnehmer konnte er nur wenig abgewinnen: „Das Vertrauen auf Vernunft ist schwer einzuplanen.“ Jens Plümpe von den Grünen war da entschieden zuversichtlicher: Korge solle den Menschen in Herdecke durchaus mehr zutrauen.

Rat muss letzte Weiche stellen

Der Fachausschuss hat zwar jetzt beschlossen, dass es bei einer Zulassung von Radfahrern in der Fußgängerzone bleiben soll. Das aber hat zur Folge, dass die straßenrechtliche Widmung der Fußgänger um den Punkt Fahrradfahrer erweitert werden muss. Zuständig hierfür ist der Rat, für den die Verwaltung jetzt eine entsprechende Vorlage vorbereiten will.

 
 

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