Politik und Verwaltung in Herdecke gegen Amprion-Pläne

Mit Aktionen wie dem Erglühen von Leuchtstoffröhren wurden sowohl in Herdecke als auch in Hagen Proteste gegen die von Anprion geplante Höchstspannungsfreileitung
Mit Aktionen wie dem Erglühen von Leuchtstoffröhren wurden sowohl in Herdecke als auch in Hagen Proteste gegen die von Anprion geplante Höchstspannungsfreileitung
Foto: WP Michael Kleinrensing
Die Politik in Herdecke folgte am Dienstagabend den Einwänden der Verwaltung und sprach sich gegen die Amprion-Pläne zur Höchstspannungsleitung aus.

Herdecke..  Einstimmig über Parteigrenzen hinweg sprachen sich alle Mitglieder des Umwelt- und Bauausschusses in einer gemeinsamen Sitzung am Dienstagabend gegen die Pläne des Netzbetreibers Amprion aus, auf Herdecker Gebiet die Pläne für eine neue 380-kv-Höchstspannungsfreileitung umzusetzen. Das verfolgten aber nur sieben Zuhörer im Gästeraum.

Die Politik folgte einer Stellungnahme von Bürgermeisterin Katja Strauss-Köster, die in einem vierseitigen Schreiben an die zuständige Bezirksregierung Arnsberg die Gründe für die ablehnende Haltung erläutert. Darin geht es u.a. um vermeintliche Gesundheitsgefahren, um unzureichende Prüfungen von Alternativtrassen und um Überlegungen zur Erdverkabelung, die gerade in sensiblen Siedlungsbereichen wie in Herdecke besser geeignet seien als Freileitungen mit „Monstermasten“.

Kritik der Bezirksregierung schreiben

Zuvor hatten Amprion-Vertreter ihre Aktivitäten zum laufenden Planfeststellungsverfahren erläutert. Wichtigste Botschaft: Der Netzbetreiber wartet nach seinem erfolgten Einreichen des Antrags auf Rückmeldungen seitens der Bezirksregierung. Daher wies Jörg Finke-Staubach als regionaler Hochspannungs-Verantwortlicher des Dortmunder Unternehmens darauf hin, dass die Stadt Herdecke, Politiker und Bürger ihre Widersprüche bis einschließlich Donnerstag, 10. September, nach Arnsberg übermitteln sollten. „Dort werden die Einwendungen geprüft, wir werden dann eventuell um Stellungnahmen zu Planänderungen aufgefordert, womöglich kommt es dann nach einer Synopse zu einem Erörterungstermin auf Einladung der Bezirksregierung.“ Mit Blick auf eine rechtssichere Planung und die Gesetzeslage sagte er: „Wir sind von unserem Projekt überzeugt, das ist aber noch nicht in Stein gemeißelt.“

Während die SPD zugab, die Lage und Gefahren für Herdecke 2011 falsch eingeschätzt zu haben, wiesen die Grünen und CDU den Vorwurf von sich, in der Zwischenzeit nicht aktiv gegen die Amprion-Pläne vorgegangen zu sein. Alle Parteien beauftragten die Verwaltung, die neue Regierungspräsidentin und in den Nachbarstädten auf die hiesige Situation hinzuweisen sowie ein Mediationsverfahren vorzuschlagen.

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