Pikante Theaterkost in der Lichtburg

Bei der Premiere: Das Publikum hat viel zu lachen.
Bei der Premiere: Das Publikum hat viel zu lachen.
Foto: WP
Das Koffertheater feiert mit dem Stück „Wie wär’s denn, Mrs. Markham?“ Premiere in der Lichtburg in Wetter und gibt sich immer schön eindeutig zweideutig.

Wetter..  Weiße Möbel, weiße Wände weiße Weste? Wohl kaum. Während sich das Bühnenbild bei der Premiere von „Wie wär’s denn, Mrs. Markham?“ eher unschuldig präsentierte, standen im Stück Affären, Liebeleien und Lügen im Mittelpunkt.

Da ist Linda Lodge, die ein Techtelmechtel mit Jimmy Taylor angefangen hat. Ihr Gatte Henry Lodge ist ebenfalls kein Kind von Traurigkeit, will er doch Telefonistin Felicity Wilkinson verführen. Dekorateur, Pardon, Designer Alistair Spenlow hat es indes auf Hausmädchen Sylvia Hauser abgesehen. Und mitten drin das Ehepaar Joanne und Philip Markham. In deren Wohnung an der Küste Südkaliforniens wollen alle zeitgleich ihre Schäferstündchen abhalten – das amüsante Unglück nimmt seinen Lauf.

Verhängnisvolle Irrtürmer

Es sind meist nur einzelne Wörter oder kleine Szenen, die verhängnisvolle Irrtürmer erzeugen. So betritt Alistair unbemerkt das Wohnzimmer und entdeckt Henry und Philip eng aneinander gedrängt vor der verschlossenen Schlafzimmertür. Eigentlich wollen die beiden Männer nur durch das Schlüsselloch beobachten, wie Joanne auf einen im Bett deponierten Brief reagiert. Die poetische Liebeserklärung stammt von Jimmy und ist für Linda gedacht. Philip ist allerdings der Überzeugung, der schmuddelige Wisch ist für seine Frau Joanne.

Jedenfalls verharren die beiden Männer gespannt vor der Schlafzimmertür. Alistair wird Zeuge vermeintlich schlüpfriger Wortwechsel: „Rührt sich was?“ - “Bei der Stellung kaum.“ Für den Designer steht fest: Philip und Henry sind ein Paar. Die Verwirrung ist perfekt, als Alistair plötzlich mit Jimmy im Bett landet.

Einzig der Zuschauer behält trotz der vielen Charaktere den Überblick. Auch, als Philip plötzlich zu Henry wird, Alistair den Platz von Philip einnimmt, der wiederum zum Butler degradiert wird, Linda als Au-Pair Maria auftritt und Jimmy die Rolle von Philips’ Vater übernimmt. Trotz des pikanten Themas schaffen es die Darsteller, ohne eindeutige Begriffe für ein Knistern zu sorgen. Statt anzüglicher Wendungen werden „Malerpinsel geschwungen“, gibt es ein „Drei-Gänge-Menü mit feurigen Bohnen“ und wird das „Ferngespräch“ auf später verschoben. Das Stück geht ohne erkennbare Patzer über die Bühne. Selbst offenherzige Szenen in Dessous wirken nicht verkrampft. Eine kleine Umfrage unter den Zuschauern zeigte, dass die Aufführung gut ankam. So fielen Sätze wie „Ohne Hänger, ohne Holperer geht es lustig durch“, „Es ist nicht übertrieben und nicht anzüglich“, „Einfach klasse, süffisant und super lustig“, „Eindeutig zweideutig, wie im wahren Leben“. Die Veranstaltung war ausverkauft. Einige Besucher wurden auf andere Termine vertröstet.

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