Pfadfinder lernen Behinderten-Alltag kennen

Inklusion: Pfadfinder aus Wengern lernen den Alltag Behinderter kennen.
Inklusion: Pfadfinder aus Wengern lernen den Alltag Behinderter kennen.
Foto: WP
72-Stunden-Aktion: Wengerns Pfadfinder testeten am Freitag den Alltag im Rollstuhl und treffen sich am Samstag mit Behinderten der Evangelischen Stiftung in Volmarstein. Keine Showveranstaltung, sondern ein Projekt für mehr Respekt.

Wengern..  Wer nicht weiß, wie man das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung (Inklusion) fördern kann, sollte sich an den Pfadfinderstamm Janusz Korczak aus Wengern wenden. Im Rahmen der bundesweiten 72-Stunden-Aktion des Bundes der deutschen katholischen Jugend tauscht sich die Gruppe an diesem Wochenende mit Kindern der Evangelischen Stiftung Volmarstein aus.

„Das soll keine Showveranstaltung, sondern ein Treffen auf Augenhöhe zum Beschnuppern und Abbauen von Vorurteilen sein“, sagte Diakon Andreas Vesper von der Stiftung. Die stellte zunächst Rollstühle zur Verfügung, damit sich die Pfadfinder in die Situation Behinderter hineinversetzen können. Die Jugendlichen im Alter von 8 bis 18 Jahren starteten gestern Nachmittag in ihren grünen Aktions-T-Shirts zu einem Selbsterfahrungstrip. Eine Gruppe fuhr zum Harkortsee nach Wetter bis dem Bus, um die Schwierigkeiten beim Überwinden von Hindernissen kennenzulernen. Andere hatten am Brasberg Aufgaben für Taube, Stumme und Gehandicapte zu bewältigen. Zudem testeten andere, wie behindertengerecht der Schulhof von Wengerns Grundschule und wie schwierig das Einkaufen im Dorf mit einem Rollstuhlist, um anschließend mit Behinderung einen Kuchen zu backen.

„Ziemlich beste Freunde“

Zur Einstimmung tauschten die Pfadfinder ihre Erlebnisse mit Behinderten und Behinderungen aus, schauten sich zudem einen Auszug aus dem Erfolgsfilm „Ziemlich beste Freunde“ an, damit sie die Eindrücke aus dem Leben eines Querschnittsgelähmten und dessen Betreuung umsetzen können. Motto: allen Menschen mit Respekt begegnen, so wie es im fünften Pfadfinder-Gesetz steht. Weitere Schlagworte zu der Aktion, die aber auch Spaß machen soll: eher Hilfe anbieten als übermäßig Mitleid zeigen.

Schließlich sind alle Pfadfinder (ebenfalls fünftes Gesetz) „Geschwister“ und womöglich nach diesem Wochenende auch „ziemlich beste Freunde“.

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