Parteien wollen Alternative zur neuen Freileitung

Unlängst hatte Amprion zu einer Infoveranstaltung ins  Herdecker Gymnasium eingeladen: Dabei stand die  Stromstraße Kruckel-Garenfeld im Fokus.
Unlängst hatte Amprion zu einer Infoveranstaltung ins Herdecker Gymnasium eingeladen: Dabei stand die Stromstraße Kruckel-Garenfeld im Fokus.
Foto: Susanne Schklenga
CDU, FPD und Grüne bekräftigen ihre Forderung an den Netzanbieter Amprion, nach Alternativen zu der geplanten neuen Freileitung über Herdecke zu suchen.

Herdecke..  Hohe Masten und Höchstspannung in den Leitungen – damit müssten sich viele Herdecker Bürger anfreunden, wenn Amprion eine neue Freileitung über das Stadtgebiet führen darf. Der Netzbetreiber hat das Vorhaben im Rahmen des Netzausbaus Ende Juni offiziell in Arnsberg beantragt. Inzwischen sind die Planungsunterlagen offengelegt und jeder Bürger hat die Möglichkeit, seine Bedenken und Anregungen zu dem Projekt zu geben.

Dass sie bereits 2011 ihre Bedenken öffentlich gemacht haben, darauf weisen CDU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen gemeinsam mit Bürgermeisterin Katja Strauss-Köster hin. Damals habe man die Firma Amprion aufgefordert, Alternativen zu prüfen. In den Blick sollte dabei zum einen eine andere Trassenführung entlang der Autobahn 45 gelangen, zum anderen hatte der Antrag der damaligen Jamaika-Koalition die Verlegung der Höchstspannungsleitungen unter die Erde ins Gespräch gebracht.

Auch Bürgermeisterin übt Kritik

Kritisiert wird, dass Amprion bei den ursprünglichen Plänen geblieben sei, die neue Höchstspannungsfreileitung entlang der bestehenden Leitungstrasse zu führen und mit hohen Masten auszubauen. „Wir bleiben bei der Forderung an Amprion, nach Alternativen zu suchen“, erklären die drei Parteien. Bürgermeisterin Katja Strauss-Köster bekräftigt diese Haltung und hatte auch auf dem Sommerfest der Bürgerinitiative Semberg kürzlich deutlich gemacht, dass sie die Suche nach Alternativen für zwingend hält.

In der „Sembergpost“ vom Juli geht die Bürgerinitiative auf das Thema Netzausbau ein. Unter dem Titel „Nachbarschaft mit Gefahren“ wird über „Elektrosmog und Monstertürme“ berichtet. Eine Erdverkabelung reduziere das Risiko durch elektromagnetische Felder krank zu werden. Und die Liste der Gesundheitsgefahren, die die BI Semberg liefert, klingt nicht angenehm: Krebserkrankungen, Alzheimer, Demenz, Fehlgeburten, Depressionen, Herz- und Kreislaufstörungen, Immunschwäche oder auch Schlafstörungen. Höhere Kosten müssten im Hinblick auf den Schutz der Bevölkerung in Kauf genommen werden, heißt es.

Amprion hat zu Beginn des Verfahrens angekündigt, die Öffentlichkeit offensiv über das Projekt zu informieren. Bei einem ersten Infomarkt im Gymnasium kamen gut 60 Bürger und diskutierten mit den Fachleuten. Nun ist ein zweiter Infotermin geplant. Am Dienstag, 18. August, lädt Amprion von 9 bis 12 Uhr und von 13 bis 16 Uhr in den Ruderclub am Zweibrücker Hof ein.

Einwände formulieren

Bürgermeisterin, CDU, FDP und die Grünen empfehlen, sich dort zu informieren und dann die Möglichkeit zu nutzen, bis zum 10. September Einwendungen zum Projekt an die Planungsbehörde zu richten. Infos dazu gibt es im Bauamt an der Nierfeldstraße. Dort liegen die Planungsunterlagen bis zum 27. August aus.

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