Panama-Kreis baut eine Vorschule

Für die Kinder aus Piedra de Fogón wird nun eine Vorschule gebaut.
Für die Kinder aus Piedra de Fogón wird nun eine Vorschule gebaut.
Foto: WP
Der Panama-Kreis hat eine Spende in Höhe von 17 000 Euro geerbt. Mit diesem Geld werden nun eine Vorschule und Latrinen für die Kinder des Dorfes Piedra de Fogón gebaut.

Herdecke..  In ihrem Testament hatte eine Frau verfügt, dass mit 17 000 Euro aus ihrem Nachlass Not leidenden Kindern in der Dritten Welt geholfen werden soll. Die Verwalter dieses Geldes kamen im Sommer auf Paul K. Heer, Vorsitzender des Dritte-Welt-Kreises Panama, zu und fragten an, ob er das Geld für ein entsprechendes Projekt in Panama einsetzen könne. Seine Überraschung und Freude waren natürlich riesengroß.

„Eine private Spende in dieser Höhe ist für den Dritte-Welt-Kreis Panama sensationell und ohne Beispiel“, so Paul Heer. Der Verein habe sich direkt mit seinem Partner Cepas in Panama in Verbindung gesetzt und um Projektvorschläge gebeten. So konnte Paul Heer den Nachlassverwaltern bereits im Herbst ein detailliertes Projekt mit Bauskizzen und Kostenvoranschlag vorstellen, das dort auch auf große Zustimmung stieß.

Dorf ohne Trinkwasser

Das Dorf Piedra de Fogón liegt am Rande der Zivilisation in der Comarca, hoch in den Bergen des mittelamerikanischen Landes. Alle Bewohner gehören der eingeborenen Volksgruppe bugle an. Das Dorf hat sich in der Vergangenheit kaum entwickelt. Es gibt keine Zugangsstraßen, keine Gesundheitsstation, keine Latrinen, keine Trinkwasserversorgung. Viele Kinder brechen den Schulbesuch wegen der weiten Schulwege ab - ohne Schulabschluss. Die nächste Schule ist eineinhalb Fußstunden entfernt in Batata. Zu ihr müssen die Schüler über Stock und Stein (barfuß) laufen, bei strömendem Regen oder auch bei großer Hitze.

Für die jüngsten 24 Kinder werden jetzt eine aus zwei Gruppenräumen bestehende Vorschule und Latrinen gebaut. Die Vorarbeiten dazu haben bereits begonnen. Das Holz für die Konstruktion ist das einzige Baumaterial, das vor Ort vorhanden ist. Die Männer des Dorfes haben bereits aus Bäumen Holz für die Seitenwände geschnitten. Sand, Kies, Zement, Eisen, Wasserrohre und auch das Material für das Dach müssen von einem Spezialfahrzeug bis zum Ende einer Piste gebracht werden, von wo die Männer, Frauen und sogar die Kinder die Materialien auf einem schmalen Pfad ins Dorf transportieren.

Die eigentlichen Bauarbeiten beginnen erst jetzt, Anfang Januar. „Unsere Freiwilligen in Panama werden dann Helferdienste leisten“, sagt Paul Heer. Die Regierung in Panama habe zugesagt, im März eine Lehrerin zur Verfügung zu stellen. Nach Abschluss der Arbeiten soll noch ein Wohn- und Schlafraum für die Lehrerin gebaut werden. Nun plant der Panama-Kreis eine Erweiterung der Schule für die älteren Kinder, auch aus den Nachbardörfern. Denn Padre Niscasio, der bei der Vorbereitung des Projekts geholfen hat, sagt: „Ohne Schule gibt es keine Entwicklung.“

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