Öko-Bau soll neue Kita in Wetter beherbergen

So soll die Kita im Schöntal künftig aussehen.
So soll die Kita im Schöntal künftig aussehen.
Foto: Materio GmbH
Ökologisch und nachhaltig – das sind die Stichworte, die die Bauherren der neuen Kita im Schöntal ihrem Projekt voranstellen.

Wetter.  Die Vorgaben sind schon vom Gesetzgeber eng gesteckt, für Wünsche bleibt nicht mehr viel Raum. Dennoch saßen die künftigen Betreiber der neuen Kindertagesstätte im Schöntal, der Vorstand des Trägervereins für Soziale Einrichtungen (TSE) und die Vertreter der Stadt gestern mit zufriedenen Gesichtern an einem Tisch. Die Materio GmbH, ein Unternehmen für „nachhaltige Lebensraumgestaltung“, hatte im Jugendamt die Pläne für die neue Kita vorgestellt. Dabei sind die Holzhaus-Experten aus Soest lediglich die bauausführenden Unternehmer, finanziert wird die Kita von der Karl Bröcker Stiftung, deren Stiftungszweck die Förderung von Kinder und Jugendlichen ist.

Zehn Bewerber hatten ursprünglich für den Kauf des Teilgrundstücks auf dem Gelände der Hauptschule Interesse gezeigt. An den Verkauf war die Bebauung mit einem sechsgruppigen Kindergarten geknüpft. „Im Laufe des Verfahrens sind es dann immer weniger Bewerber geworden“, sagt Fachbereichsleiter Manfred Sell. Für die Verwaltung und letztlich auch die Politik sei bei der Auswahl nicht allein der Preis ausschlaggebend gewesen, der für das Grundstück geboten wurden. „Auch Architektur und Konzeption wurden berücksichtigt“, so Sell. Dabei, so seine Einschränkung zum Thema Architektur, sei diese durch das schmale und lange Grundstück „beeinträchtigt“.

Zumindest die äußere Form des Gebäudes – ein langes Rechteck – ist durch das Grundstück vorgegeben. Im Innern sei man durchaus noch flexibel, betonten die beiden Geschäftsführer der Materio GmbH, Johannes Berger und Stefan Nöcker. Bislang sind recht und links von einem langen Flur die Gruppenräume angeordnet. Mit dem Mittelgang soll nicht nur „ein Ort der Erschließung, sondern vor allem ein Ort der Bewegung und der Kommunikation geschaffen“ werden, so die Vorstellung der Architekten. „Aber“, so Stefan Nöcker. „Die Planungen sind nicht in Stein gemeißelt, schließlich bauen wir mit Holz.“

Eben dieser Baustoff und die ökologische wie nachhaltige Ausrichtung der Materio GmbH waren für Politik und Verwaltung ein weiterer Grund, den Zuschlag an das Soester Unternehmen und die Lippstädter Stiftung zu geben. Das ökologische I-Tüpfelchen des Bauvorhabens wird ein Grün-Dach, für „das die Politik ganz bewusst auf einen Teil des Kaufpreises verzichtet hat“, so Bürgermeister Frank Hasenberg (SPD).

Workshop mit den Mietern

Vier bis fünf Monate Bauzeit planen die Materio-Geschäftsführer inklusive der Gestaltung des Außenbereichs. Die Holzrahmenbauweise macht es möglich, dass Wände vorgefertigt werden können und so schnell der Aufbau auf der Bodenplatte möglich ist. Bevor die Planungen endgültig abgeschlossen werden, soll es im Juni noch einen Workshop mit den künftigen Nutzern der Kita geben, bei dem „durchaus noch Wünsche berücksichtigt werden können“, so Berger. Bis zu den Sommerferien, so die Planungen der Verwaltung, soll der Abriss der bestehenden Gebäude gelaufen sein. Und nach dem Sommer wollen die künftigen Mitarbeiter der Kita im Schöntal, in der sich Harkorthaus und Reuterhaus vereinen, mit der konzeptionellen Arbeit beginnen, damit ab August 2017 die Kinder im neuen Holzhaus spielen können.

 
 

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