Neue Hürden auf dem Bahnhof in Wetter

Dirk Pfeiffer, Ernst Schumacher von der ESV (von links), rechts Monika Arntzen vom Aktionsbündnis Barrierefreiheit in einer Sondersitzung von Verkehrsausschuss und Beiräten.
Dirk Pfeiffer, Ernst Schumacher von der ESV (von links), rechts Monika Arntzen vom Aktionsbündnis Barrierefreiheit in einer Sondersitzung von Verkehrsausschuss und Beiräten.
Foto: WP
In ein paar Jahren sollen Züge und die Bahnsteighöhe immer zusammen passen. Bis dahin wird es für Rollifahrer und andere Menschen mit Beeinträchtigungen am Bahnhof Wetter noch mal schwieriger werden als bisher.

Wetter..  Der Bahnsteigumbau in Alt-Wetter hat oberste Priorität. Das war die gute Nachricht für die Verkehrspolitiker und die Beiratsmitglieder. Die schlechte Nachricht: Zum Jahresende verschlimmert sich die Situation beim Ein- und Aussteigen für Menschen mit Handicap. Und ein paar Jahre wird dieser Zustand schon dauern, bis dann in Wetter endlich alle Züge zur Bahnsteighöhe passen werden.

„Der Ball liegt jetzt bei der Bahn“

Bislang fahren unterschiedliche Betreiber mit unterschiedlichen Fahrzeugen auf der Strecke. Und Rollifahrer wissen meist ziemlich genau, zu welchen Fahrzeiten sie in Wetter eigenständig in die S-Bahnen rollen können und wann sie auf Hilfe des Zugpersonals beim Ein- und Aussteigen angewiesen sind. Zum Jahresende entfällt dieser Unterschied: Dann liegt der Einstieg bei allen Fahrzeugen so tief, dass es nicht mehr zur Bahnsteighöhe in Wetter passt.

Neue Züge mit Toiletten sollen zum Einsatz kommen, für eine weitere, wichtige S-Bahnlinie muss der Bahnsteig zudem verlängert werden. Erst im Jahr 2020 könnte alles fertig sein, hatte die Stadt in Erfahrung gebracht. Die Folge waren Empörung in der Politik und eine Unterschriftenaktion für einen schleunigst barrierefrei umgebauten Bahnhof.

Der VRR weiß um die besondere Situation in Wetter mit der Evangelischen Stiftung Volmarstein, erklärte Ludger Drabiniok. Er war Gast der Extra-Sitzung von Verkehrsausschuss, Behindertenbeirat und Seniorenbeirat. Wetter stehe bei der anstehenden Umrüstung von Bahnsteigen ganz oben auf der Liste, versicherte Drabiniok. „Der Ball liegt allerdings bei Station & Service der Bahn.“ Die Bahn müsse die Aufträge zum Planen und Bauen erteilen, eine Sache von Jahren. Station & Service selbst kam der Sitzungs-Einladung nicht nach: Vor Wahlen tue man dies nie.

Personelle Verstärkung angedacht

Gekommen waren Jochen Geis von der DB Regio als Linienbetreiber und Sascha Zuk von Abellio. Sie bemühten sich, Ängste abzubauen, die auch Bürger und Beiratsmitglieder in der Sitzung äußerten. Abellio habe gute Erfahrungen mit technischen Hilfen am Bahnsteig in Wetter gemacht, so Zuk, auch wenn klar sei, dass sich die Lage ab Dezember erst einmal verschlechtere. „Wir nehmen den Menschen viel Spielraum, den sie schon längst erreicht haben“, klagte Ernst Schumacher von der ESV. Mit der ESV will der VRR das Gespräch suchen, auch um über personelle Verstärkung am Bahnsteig in Spitzenzeiten zu reden.

 
 

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