Nerviger Dauerton raubt Ehepaar aus Wetter den Schlaf

Dorit Funck ist genervt von einem Dauerton. Sie glaubt, dass das Blockheizkraftwerk des Geschwister-Scholl-Gymnasiums in Wetter die Ursache für tieffrequente Töne ist.
Dorit Funck ist genervt von einem Dauerton. Sie glaubt, dass das Blockheizkraftwerk des Geschwister-Scholl-Gymnasiums in Wetter die Ursache für tieffrequente Töne ist.
Foto: WP
Tieffrequenter Schall lässt Dorit und Michael Funck aus Wetter nicht zur Ruhe kommen. Trotz zahlreicher Messungen wurde noch kein Verursacher ermittelt.

Wetter.. Das Brummen bringt Dorit und Michael Funck vom Zamelberg seit Jahren um den Schlaf. Tieffrequenter Schall nennt sich das, worunter das Ehepaar leidet. Nach zahlreichen Messungen unter anderem von Stadt, EN-Kreis und dem Schalltechnik-Experten Professor Dr. Detlef Krahé von der Uni Wuppertal steht außer Frage, dass die tieffrequenten Töne tatsächlich vorhanden sind. Das Problem war und ist allerdings noch immer, die Quelle herauszufinden und Abhilfe zu schaffen.

Nachts ist Brummen besonders schlimm

2004 hat sich Familie Funck Am Zamelberg in Oberwengern ein Eigenheim gebaut. Wann genau das „Dröhnen“ begann, daran kann sich Dorit Funck gar nicht mehr erinnern: „Anfangs war es nur sporadisch, irgendwann dann dauerhaft da. Tagsüber ist das nicht so schlimm, weil es dann auch viele andere Geräusch gibt. Aber nachts, wenn wir schlafen wollen, ist das Brummen da, und mit dem Schlafen ist es vorbei“, sagt die 56-Jährige.

Zunächst habe sie vermutet, dass die Wärmepumpe des Nachbarn den tiefen Brummton verursache. „Ich bin nachts rausgeschlichen, aber von dort kommt es nicht“, weiß die Wetteranerin. Seit mittlerweile vielen Jahren kämpfen sie und ihr Mann darum, endlich Ruhe zu finden im eigenen Heim. Sie vermuten, dass das Blockheizkraftwerk des benachbarten Geschwister-Scholl-Gymnasiums für den unerträglichen Dauerton mit verantwortlich ist.

„Nicht alle Menschen können den tieffrequenten Schall hören. Jüngere Leute hören ihn meistens nicht“, weiß Dorit Funck, die mittlerweile unfreiwillig zur Expertin in Sachen Schall geworden ist: „Der tieffrequente Schall trägt sich kilometerweit. Es kann auch sein, dass sich mal zwei Lärmquellen überlagern.“ Die Töne würden, so Dorit Funck, in den Schornsteinen etwa von Blockheizkraftwerken und Biogasanlagen erzeugt: „Und dagegen kann man Schalldämpfer einbauen.“

Trotz des Dauerkontakts zur Stadt und zum Kreis, trotz zahlreicher Messungen und diverser Fernseh- und Zeitungsberichte – geändert hat sich bislang nichts. „Ich habe immer nur noch mehr Unannehmlichkeiten, weil die Leute herkommen und messen. Sie stellen den tieffrequenten Schall fest, aber dann passiert wieder nichts. Ich bin einfach nur noch fix und fertig, weil ich nicht schlafen kann“, sagt Dorit Funck.

Anzeige, wenn Stadt Wetter nicht hilft

Und berichtet von einem Anwohner, der direkt gegenüber des Gymnasiums wohnt und inzwischen – als Folge der Dauerbeschallung – krank geworden sei. „Ich möchte nur, dass endlich jemand hilft“, sagt die 56-Jährige. Ihr Mann, der ebenfalls unter dem Dauerton leidet, gehe oft schon um 4 Uhr zur Arbeit, weil er es einfach schlaflos im Bett nicht mehr aushalte. Dorit Funck: „Wenn die Stadt nicht endlich Abhilfe schafft, werden wir Anzeige erstatten.“

Die Stadt Wetter hat weitere Messungen angeboten

Auf Nachfrage bei der Stadt, ob Dorit Funck überhaupt noch mit Hilfe rechnen könne, gab es aus dem Rathaus folgende Antwort: „Nach mehreren Messungen in den letzten Jahren konnte nicht nachgewiesen werden, dass der von Frau Funck empfundene tieffrequente Schall von dem Blockheizkraftwerk stammt.

Die Stadt Wetter hat Frau Funck, in Absprache mit dem Kreis, angeboten, weitere Messungen vorzunehmen.“ Mehr könne von Seiten der Stadt nicht getan werden. Bisher habe Dorit Funck dieses Angebot nicht angenommen.

Gleiches ist bei der Kreisverwaltung zu erfahren: „Seit Januar steht ein Angebot für eine erneute Messung im Raum. Frau Funck hat dieses Angebot bislang nicht angenommen.“ Mehr könne derzeit nicht getan werden, so Ingo Niemann, Pressesprecher des EN-Kreises. Aber was kann eine weitere Messung denn noch bringen? „Man muss einfach versuchen, den Verursacher des Lärms einzugrenzen.“ Wobei das wohl in der Tat ein stückweit der Suche nach der Nadel im Heuhafen gleichkomme.

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