Naturabschnitte bleiben trotz neuen Radwegs

Wetter..  Bei einer Ortsbegehung des 3,8 Kilometer langen ersten Bauabschnitts für den Radweg von Wengern nach Albringhausen weist Straßenplaner Hans-Jürgen Heidenreich vom Landesbetrieb Straßen NRW auch auf schwierige Zufahrten für Lkw hin. „Ein Zehn-Tonner ist in diesem Gelände nicht so einfach zu manövrieren.“ Nach der Stilllegung der Bahnstrecke im November 1979 konnte sich die Natur hier bis zum Baubeginn im Juni 2014 satte 35 Jahre ausbreiten.

Das kann sie im Fortlauf des neuen Radwegs für den Lückenschluss abschnittsweise auch weiterhin tun. Der zweite und 1,8 Kilometer lange Bauabschnitt von Albringhausen bis Silschede werde 2018 beginnen, auf dieser Strecke verlassen die Radler einige Male die ursprüngliche Trasse. Geplant wird auch die dritte und letzte Etappe über 3,1 Kilometer in Gevelsberg, die die Bauarbeiter 2019/2020 herrichten wollen.

Kostengünstigere Umfahrungen

Abwechslungsreich, naturbelassen, kostengünstig: Diese drei Attribute passen zum zweiten Bauabschnitt des Radwegs. Führt das erste Teilstück durch Wengern ausnahmslos über die alte Elbschebahntrasse, verlassen die Ausflügler in Albringhausen bis zum Tunnel in Silschede immer wieder mal die Strecke auf den ehemaligen Bahngleisen.

Auf den 1,8 Kilometern von der Ratelbecke bis zur Stadtgrenze Gevelsberg hat Straßen NRW als Bauträger viele Vermessungen erledigt, Fachleute schauten sich auch die ökologischen Auswirkungen an. „Die Arbeiten sind nicht so aufwendig wie beim ersten Abschnitt durch Wengern“, sagt Straßenplaner Hans-Jürgen Heidenreich von dem Landesbetrieb, „aber auch hier müssen wir Bauwerke instand setzen, viel Gehölz entfernen und Zufahrten neu bauen.“

Doch nicht nur die Gewerbeflächen in Albringhausen führen dazu, dass nach dem Baubeginn in 2018 (Fertigstellung im gleichen Jahr anvisiert) die Radler die ursprüngliche Bahnstrecke verlassen müssen. „An einigen Stellen würden wir sehr viel Natur zerstören und müssten wieder viele Abhänge sichern. Also nutzen wir parallel zur Trasse verlaufende Wege, was obendrein kostengünstiger ist“, erklärt Heidenreich. Ein tödlicher Unfall eines Radfahrers im Sauerland habe die Planer darin bestärkt, gelegentlich auf eine Wegführung unterhalb steiler Böschungen zu verzichten.

Der Streckenverlauf des zweiten Bauabschnitts im Einzelnen:

Albringhausen

Eine Rampe führt an der Ratelbecke hinunter von der Elbschebahntrasse, über die Straße Am Overbeck geht es entlang am Firmengelände und vorbei am Bahnhof Albringhausen zur Brücke. Darunter haben sich viele Tiere im Gehölz eingenistet, „wegen des Artenschutzes und vielen nötigen Baumschnittarbeiten haben wir uns entschieden, den Radweg erst ein paar Meter weiter wieder auf die Trasse hinunter zu führen“, so Heidenreich. Zumal neben der Overbeck-Brücke schon heute ein Feldweg (westlich bzw. auf der anderen Seite des Steinbruchs gelegen) gewissermaßen einen Streckenverlauf vorgibt. Dieser wird wie der gesamte Radweg asphaltiert und leitet nach ca. 300 Metern über eine schräge Zufahrt hinunter zur ursprünglichen Bahnstrecke.

Elbsche

Am Bach entlang geht es weiter in Richtung Stadtgrenze. Zu beachten seien immer wieder die Gräben an der Bahntrasse und der Wasserablauf vom Hang hinab, das soll versickern oder in die Elbsche fließen. „Auch hier zeigt sich durch die geringe Steigung, wie familienfreundlich der neue Radweg sein wird“, meint Heidenreich. Auf diesem Abschnitt, der unter der Brücke Albringhauser Straße in Richtung Gevelsberg herführt, müssen die Bauarbeiter viel freischlagen, das soll eventuell schon in diesem Winter beginnen.

Stadtgrenze

Bevor die Radler am Gehrenbecker Weg Anschluss zur Kohlenbahntrasse nach Hattingen haben oder auf dem dritten Bauabschnitt weiter in Richtung Gevelsberg radeln können, führt in Wetter vor der Brücke Wacholderstraße eine weitere Rampe von der ehemaligen Elbschebahnstrecke herunter. Mit dem Eigentümer der Fläche besteht Einigkeit, dass parallel zu den früheren Gleisen ein asphaltierter Weg am Rand der Wiese zum bzw. auf das Bauwerk führen kann. Der Blick hinunter in die Tiefe verrät, dass so auch hier eine aufwändige Hangsicherung umgangen wird.

Arbeit wartet wiederum rund um den Abzweig an der Straße Am Kindler, wo nach der Nutzung bestehender Wege eine Zufahrt zur alten Trasse (ebenfalls auf Teilen eines Privatgrundstücks) neu eingerichtet werden muss.

 

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