Nach 20 Jahren folgt nun letzte Ausstellung auf Gut Schede

Vor der letzten Ausstellung auf Gut Schede: Elisabeth Harkort, Markus Nölken und Künstler Joachim Elsner (v. li.) positionieren Bilder und Skulpturen.
Vor der letzten Ausstellung auf Gut Schede: Elisabeth Harkort, Markus Nölken und Künstler Joachim Elsner (v. li.) positionieren Bilder und Skulpturen.
Foto: WP
Nach 20 Jahren, so Organisatorin Elisabeth Harkort, sei es nun an der Zeit, die vorerst letzte Kunst-Ausstellung auf Gut Schede zu veranstalten.

Wetter/Herdecke.  „Oh, wie schade.“ So oder ähnlich reagierten nicht nur Kunstfreunde, als sie erfuhren, dass Elisabeth Harkort an diesem Wochenende zum letzten Mal ihre historische Scheune auf Gut Schede für eine Ausstellung öffnen wird. Denn die alljährlichen Kunstschauen in dem alten Gebäude und in der Lindenallee waren stets auch ein Höhepunkt im gesellschaftlichen Leben beider Ruhrstädte. Wer es irgendwie einrichten konnte, pilgerte zumindest freitags zur Vernissage in den harkortschen Wald, um neben den Werken auch die einzigartige Atmosphäre einer lauschigen Sommernacht auf dem Gut zu genießen.

Auf trockenes, warmes Wetter hofft Elisabeth Harkort nun auch für das kommende Wochenende, wenn bei der „Retrospektive 1995 - 2015“ Exponate aus den vergangenen 20 Jahren gezeigt werden. Darunter Malerei, Leinwände, Fotografien, Installationen und Skulpturen aus Holz, Stein, Eisen und Edelstahl. „Freitag um 1 Uhr darf das Gewitter gerne kommen, vorher bitte nicht“, sagt die Wetteranerin. Denn bei Regen müssten einige Holz- und Steinskulpturen, die unter freiem Himmel in der Allee gezeigt werden sollen, in der Scheune bleiben.

Wenn dann am Freitag um 20 Uhr die Vernissage beginnt, liegen wieder arbeitsreiche Wochen hinter Elisabeth Harkort und ihren Helfern: „Es fängt mit dem Rasenmähen sowie dem Ausräumen und Ausfegen der Scheune an. Dann müssen Einladungen erstellt und verschickt, die Kunstwerke gehängt werden. Nicht zuletzt müssen auch die Toiletten organisiert werden. Es muss einfach an alles gedacht werden.“ Alles Arbeiten, die die Besucher nicht sehen, die aber erledigt sein wollen.

„Fast die ganzen Jahre bin ich im Sommer nicht in den Urlaub gefahren, weil wir die ganzen Ferien dazu genutzt haben, alles auf Vordermann zu bringen“, so Elisabeth Harkort. Denn schließlich sei Gut Schede ein land- und forstwirtschaftlicher Betrieb, in dem alle Arbeiten weiter laufen. Erst Anfang der Woche wurde Heu eingefahren, letzte Woche stürzte eine große Eiche über den Waldweg, die mit schwerem Gerät wieder beseitigt werden musste. Auch die Scheune ist in Benutzung und muss für das dreitägige Kunstereignis jedes Mal geräumt und gesäubert werden.

Helfer sind zwischen 60 und 85 Jahre

Ein enormer Aufwand. „Und wir sind alle 20 Jahre älter geworden. Da werden die Arbeiten sehr viel anstrengender, auch für die Helfer drumherum, die alle zwischen 60 und 85 Jahre alt sind“, begründet Elisabeth Harkort, warum sie nun zur letzten Scheunen-Ausstellung einlädt. „20 ist eine schöne Zahl, da kann man dann auch aufhören. Vielleicht machen ja meine Kinder irgendwann weiter.“ Tochter Alexa ist aber gerade in Elternzeit, Sohn Peter lebt mit seiner Frau Vanessa von Wendt in Berlin, wo beide gemeinsam in einem Atelier arbeiten.

Die Hausherrin freut sich aber auf die vorerst letzte Kunstschau. Auch weil alle Künstler der vergangenen 20 Jahre mit ein bis zwei Arbeiten vertreten sein werden. „Die letzten drei haben sich am Montag noch gemeldet“, so Elisabeth Harkort. „Einige sind noch im Urlaub und kommen erst am Wochenende zurück. Dina Nur wird am Sonntag direkt vom Flughafen herkommen.“ Nur eine einzige Künstlerin lebt im Ausland und war nicht zu erreichen.

Und wie damals bei der ersten Ausstellung wird auch am morgigen Freitag Dr. Birgit Schulte, die stellvertretende Direktorin des Karl-Ernst-Osthaus-Museums, in die Ausstellung einführen. Wie schon seit vielen Jahren wird auch die letzte Finissage am Sonntag von Stipendiaten der Dörken-Stiftung musikalisch gestaltet. „Kunst und Musik werden das Wochenende abschließen“, sagt Elisabeth Harkort.

Hoffnungen ruhen auf den Kindern

Dass ihre Kinder die Scheune tatsächlich irgendwann wieder für beides aufschließend werden, wünschen sich sicher nicht nur Kunstfreunde aus Wetter und Herdecke.

 
 

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