Mobiles Hospiz Wetter schult neue Helfer

Wünschen sich neue ehrenamtliche Mitstreiter: Ursula Resche als Koordinatorin und Geschäftsführerin, die stellvertr. Vorsitzende Ümmahan Akbulut, Schatzmeister Bernd Dentzer und Vorsitzende Barbara Tasli (von links).
Wünschen sich neue ehrenamtliche Mitstreiter: Ursula Resche als Koordinatorin und Geschäftsführerin, die stellvertr. Vorsitzende Ümmahan Akbulut, Schatzmeister Bernd Dentzer und Vorsitzende Barbara Tasli (von links).
Foto: WP
Die Nachfrage nach Menschen, die einen Sterbenden in den letzten Stunden begleiten, ist groß und nimmt stetig zu. Aus diesem Grund bietet der Verein ab Ende April einen neuen Vorbereitungskurs „Ambulante(r) Hospizhelfer(in)“ an.

Wetter.  „Wer sich mit dem Sterben auseinandersetzt und zum ambulanten Hospizhelfer ausbilden lässt, lernt auch unglaublich viel über sich selbst. Etwa darüber, ob eigene Trauer verarbeitet ist oder noch ein Rest vorhanden ist. Oder ob man noch wichtige Entscheidungen fällen muss.“

Die Wetteranerin Ümmahan Akbulut weiß, wovon sie spricht. Sie ist stellvertretende Vorsitzende des Vereins „Das mobile Hospiz Wetter“ und selbst ehrenamtliche Sterbebegleiterin. Und sie weiß, dass die Nachfrage nach Menschen, die einen Sterbenden in den letzten Stunden begleiten, groß ist - und stetig zunimmt. Aus diesem Grund bietet der Verein ab Ende April einen neuen Vorbereitungskurs „Ambulante(r) Hospizhelfer(in)“ an.

„Die erste Gruppe, die wir ausgebildet haben, war mit 13 Teilnehmern recht groß. Mittlerweile ist sie aber auf eine kleine, sehr aktive Gruppe von sechs Helfern zusammen geschrumpft. Und die sind alle berufstätig und haben Familie“, berichtet Vereinsvorsitzende Barbara Tasli. Im Einsatz sind die Hospizhelfer zur Zeit sowohl in privaten Haushalten wie auch in stationären Einrichtungen. „Wenn wir eine Gruppe von neuen Mitstreitern gewinnen, können wir sie flexibler einsetzen. Etwa in der Evangelischen Stiftung Volmarstein, beim Diakoniewerk Betreutes Leben und den beiden Seniorenresidenzen. Mit diesen Einrichtungen kooperieren wir und fragen dort immer wieder nach, ob wir sie entlasten können“, so Barbara Tasli weiter.

Das mobile Hospiz vernetze sich zunehmend, werde immer bekannter, was wiederum ebenfalls zu einer vermehrten Anzahl von Anfragen führe: „Die kommen auch von Pastoren oder vom Seniorenbeauftragten der Stadt“, so Tasli. Engpässe sind die Folge, denen der Verein nun mit der Ausbildung neuer Hospizhelfer begegnen will.

Der neue Kurs steht unter der Überschrift „Sterben, wo man zu Hause ist“. Das Ausbildungskonzept umfasst theoretische Inhalte, die von Experten aus der Hospiz- und Palliativarbeit vermittelt werden, praktische Übungen und ein Praktikum, das von Vereinskoordinatorin Ursula Resche betreut wird.

Ein Praktikum ist Pflicht

Das 20-stündige Praktikum wird in den Herbstferien stattfinden; es kann zum Beispiel bei einem ambulanten Pflegedienst oder im stationären Hospiz absolviert werden. Weitere Bausteine sind die verpflichtende Teilnahme an zwei von insgesamt vier Nachtvorlesungen in Wetter sowie der Besuch eines stationären Hospizes und ein Filmabend zum Thema. Zu den Schwerpunkten der Ausbildung gehören Grundlagen der Hospiz- und Palliativarbeit, die Eigenreflexion von Endlichkeit, Verlust und Trauer sowie die Situation und Bedürfnisse Sterbender und Angehöriger. Am Ende bekommen die maximal 16 Teilnehmer ein Zertifikat als „mobiler Hospizhelfer“. Die Gruppentreffen finden - anders als beim ersten Kurs - einmal in der Woche abends von 18.30 bis 21.30 Uhr beim Diakoniewerk Betreutes Leben Grundschöttel statt. „Beim ersten Kurs fanden die Treffen samstags statt, das hat für viele Teilnehmer das freie Wochenende zu sehr beschnitten“, weiß Barbara Tasli. Zudem läuft die neue Ausbildung nicht über ein ganzes Jahr, sondern kompakter von Ende April bis Mitte November.

„Übrigens“, ergänzt Ursula Reschke, „wer helfen will, muss nicht gleich ans Sterbebett. Viele finden unsere Arbeit toll, aber wollen selbst diese Nähe nicht. Es gibt auch viele andere Arbeiten, die bei uns erledigt werden müssen. Drumherum gibt es immer was zu tun.“

 
 

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