Mitmach-Aktion: Wer kann gut auf das Handy verzichten?

Das Handy ist immer und überall dabei. Dass es auch anders geht, wollen die Berater der VIA-Suchtberatungsstelle mit einem Wettbewerb im Rahmen der Aktionstage Sucht zeigen.
Das Handy ist immer und überall dabei. Dass es auch anders geht, wollen die Berater der VIA-Suchtberatungsstelle mit einem Wettbewerb im Rahmen der Aktionstage Sucht zeigen.
Foto: dpa
Zu den Aktionstagen Sucht hat die Lokalredaktion Wetter/Herdecke in Kooperation mit der VIA-Suchtberatung Aufgaben für Leser.

Herdecke/Wetter..  98 Prozent aller Jugendlichen besitzen ein Smartphone. Und das Handy dient dieser Generation nicht nur zum Telefonieren. Die jungen Leute chatten, surfen, verschicken SMS und drücken ihren Seelenzustand mit so genannten Emoticons aus. Smileys statt Sätze – die Kommunikation ist kurz geworden.

Auch wenn es nach wie vor einen Generationen-Konflikt beim Thema Smartphone-Nutzung gibt – sehr groß sind die Unterschiede zwischen dem Nachwuchs und den Erwachsenen nicht mehr. Darum ruft die VIA-Suchtberatungsstelle im Rahmen der Aktionstage Sucht auch alle Bürger des Kreises auf, sich an einer so genannten Real-Life-Challenge – einem Wettbewerb im Alltag – zu beteiligen. An sieben Tagen werden Aufgaben gestellt, die etwas mit dem Thema „Digitale Kommunikation“ zu tun haben. Jeder kann für sich teilnehmen, ist aber auch eingeladen, seine Erfahrungen mit anderen zu teilen.

Alltag verändern sich

Andrea Latusek, Suchtberaterin bei VIA, und Margarethe Kubitza, Mitarbeiterin des Kreis-Sozialamtes, haben mit Unterstützung der Landesinitiative www.handysektor.de den Wettbewerb aus der Taufe gehoben. „Wir wollen auf unterschiedliche Aspekte aufmerksam machen, wie das Smartphone unseren Alltag verändert“, erklärt Latusek. Dabei gehe es keinesfalls um das grundsätzliche Verdammen dieses Kommunikationsmittels. „Doch sollte man sich bewusst machen, welche Nutzung uns wie verändert.“

Andrea Latusek selbst besitzt mit einem Samsung S5 mini ein Handy, das bei den Profis nur belächelt wird. Und auch ihr Nutzungsprofil ist begrenzt. „Ich telefoniere, schicke mal eine SMS oder eine Whatsapp“, sagt die Suchtberaterin. Und dann fällt ihr doch noch eine Sache ein, bei der sie sich vom Handy beinahe abhängig fühlt: die Navigations-App. „Die nutze ich regelmäßig, wenn ich irgendwohin fahre“, sagt sie. Der Blick auf den Stadtplan im Vorfeld entfällt. „Streikt dann das Handy, ist man schnell aufgeschmissen“, sagt Latusek.

Furcht, etwas zu verpassen

Und nun? Sollen Handynutzer ganz bewusst 24 Stunden lang auf eine Funktion ihres Smartphones verzichten? Oder auch das multifunktionale Telefon so einsetzen, dass die Nutzung nicht in der Alltagsroutine untergeht? „Wir wollen bewusst machen, dass dieses technische Gerät unseren Alltag bestimmen kann“, erklärt Andrea Latusek ein Ziel der Real-Life-Challenge. Es gebe bereits viele Jugendliche, die selbst die Abhängigkeit spüren würden, doch sei da immer noch die Furcht, etwas zu verpassen. „Und die verhindert oft, dass das Smartphone einfach einmal zur Seite gelegt wird“, weiß die Beraterin.

Briefkästen eingerichtet

Die Real-Life-Challenge, so die Idee, funktioniert am besten, wenn sich Familien oder auch Gruppe beteiligen. So wird die gestellte Aufgabe zum tatsächlichen Wettbewerb. Doch auch ohne konkreten Spiel-Partner kann man teilnehmen, denn alle sollen ihre Erfahrungen miteinander teilen. „Wir stellen uns vor, dass Rückmeldungen zum Beispiel über Facebook möglich sind. „Aber die Menschen können auch E-Mails oder Briefe schreiben“, weist Andrea Latusek darauf hin, dass für die nicht digitale Kommunikation Briefkästen in jeder Kreisstadt eingerichtet werden. In Herdecke steht dieser Briefkasten bei der VIA-Beratungsstelle in der Hauptstraße 14, in Wetter ist die Sammelstation in der Stadtbücherei im alten Bahnhof zu finden.

Machen Sie mit!

Die Redaktion veröffentlicht ab Montag, 6. Juni, an jedem Tag in der Lokalausgabe die Aufgabe der Real-Life-Challenge auf Seite 2 des Lokalteils. Auch auf der Facebook-Seite der Redaktion rufen wir zur Teilnahme auf. Der Wettbewerb läuft jeweils von 8 bis 8 Uhr.

Reaktionen auf die Tagesaufgaben sind erwünscht. Wir werden davon eine Auswahl auf unserer Seite Leserdialog veröffentlichen. Schicken Sie ihre Kommentare an unsere Mail-Adresse (wetter@westfalenpost.de). Auch die VIA-Beratungsstelle freut sich über Rückmeldungen (via-wetter@awo-en.de).

Die Augabe für den Montag hat den Titel „Gedächtniskünstler“. Denn das Handy nimmt uns viel Kopfarbeit ab. Telefonnummern muss sich niemand mehr merken, man sucht den Kontakt und wählt. Hier die Herausforderung: Lernen Sie fünf Handynummern auswendig und tragen Sie diese jemandem vor!

 

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