Miteinander geht anders

So richtig gewonnen hat keiner. Die Bürger für Wetter wollten sich bescheinigen lassen, dass der Bürgermeister von vornherein falsch entschieden hat. Diesen Gefallen hat ihnen das Gericht nicht getan. Es hat aber auch gesagt, dass der Bürgermeister fünf Monate zu spät den Fraktionsstatus der Bürger für Wetter anerkannt hat. So viel zur Sache.


Bleibt der Eindruck, den die Stadt Wetter vor dem Verwaltungsgericht hinterlassen hat. Über 100 Beschäftigte – und nicht einer hat den Weg zum Verwaltungsgericht gefunden! Mit „ungewöhnlich“ ist dieses Verhalten noch milde beurteilt. So ist nun der Rat zu etwas verdonnert worden, was ohnehin schon auf den Weg gebracht war. Aber zum Erklären hatte sich ja keiner nach Arnsberg begeben.


Eine Posse ist der Streit um den Fraktionsstatus der Bürger für Wetter aber noch aus einem anderen Grund. Das Gezerre um Stimm- und Antragsrecht in den Sitzungen ist unwürdig für einen Politikbetrieb, in dem Ehrenamtliche doch eigentlich miteinander Politik machen. Die Bürger für Wetter haben das ein wenig aus dem Auge verloren, als sie beim Bürgermeister nicht locker lassen wollten. Aber noch mehr hätte dieser früher einlenken müssen – im Interesse der politischen Kultur einer kleinen Stadt.

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