Michele Ufer läuft 250 Kilometer durch die Namib

Der in Herdecke wohnende Sportpsychologe Michele Ufer (rechts) abolvierte einen 250-Kilometer-Lauf durch die namibische Wüste
Der in Herdecke wohnende Sportpsychologe Michele Ufer (rechts) abolvierte einen 250-Kilometer-Lauf durch die namibische Wüste
Foto: Honorarfrei
Der in Herdecke wohnende Sportpsychologe Michele Ufer hat die nächste Herausforderung gemeistert: Er nahm am „Desert Ultra“ teil und lief 250 Kilometer durch die älteste Wüste der Welt, die Namib. Doch kaum aus der Hitze Afrikas wieder im kühlen Deutschland gelandet, plant Ufer schon den nächsten Extrem-Lauf.

Herdecke.. Er ist ein im positiven Sinne Verrückter, wenn es um Extremsport geht. Jetzt erfüllte sich der in Herdecke lebende Sportpsychologe Michele Ufer seinen nächsten Traum: Er bewältige den 250-Kilometer-Lauf durch die namibische Wüste und belegte auch noch den sensationellenden vierten Platz.

Begonnen hatte alles mit einer Einladung durch den Veranstalter. Dann wurden Ehefrau und Freund befragt, und deren Antwort war ebenso knapp wie auffordend: „Geh’ los und mach’ es!“ Auf Ufer wartete eine riesengroße Aufgabe: Das Etappen-Rennen „Desert Ultra“ in der ältesten Wüste der Welt ist eine Herausforderung besonderer Art, der sich nur gut trainierte Sportler stellen können und dürfen. Große Hitze, Dürre, tiefer Sand, messerscharfe Dornen, spitzes Vulkangestein und die schwierige Routenfindung machen aus jeder Etappe in der „Namib“ ein läuferisches Überlebens-Abenteuer. Jeder muss seine komplette Ausrüstung, Schlafsack und auch die gesamte Verpflegung für alle Renntage selbst im Rucksack mitführen. Das macht das Laufen unter Extrembedingungen nicht einfacher.

Schon nach der ersten Etappe mussten einige Teilnehmer aufgeben. Ufer: „Einer wurde nachts und sogar am nächsten Tag mit einer Rettungsaktion gesucht. Er hatte sich in dem unübersichtlichen Gelände vollkommen verlaufen.“ Ein Drittel der Ultraläufer schied aus, meist wegen Verletzungen oder lebensbedrohlicher Dehydrierung.

Im Februar 2014 nächster Distanzlauf am Polarkreis

Ufer, der durch seine vielen Abenteuerläufe in Europa, Südamerika und Nepal über eine große Erfahrung mit solchen Selbstversorgerrennen verfügt, nutzte einen simplen Trick, um sich die Orientierung in der Wildnis zu erleichtern: Er „verfolgte“ einfach die führenden Spitzenathleten und konnte sich so auf das Laufen konzentrieren. „Aber um an denen dran zu bleiben, musste ich sehr viel schneller laufen als ich geplant hatte“, schmunzelt der sympathische Sportler, der nach Platz sechs am ersten Tag die folgenden Etappen jeweils zweimal als Zweiter und Dritter beendete. Ufer blieb auch das erspart, was anderen widerfuhr: Sie mussten auf dem längsten Teilstück über 100 Kilometer rausgenommen werden. Sie hätten das Ziel nicht mehr vor Einbruch der Nacht erreicht. Damit wäre die Gefahr, von Wildtieren angegriffen zu werden, zum unkalkulierbaren Risiko geworden.

Wer solche Strapazen überstanden hat, will danach eigentlich nur noch die Füße hochlegen und sich ausruhen. Doch Regeneration sieht bei Mentalcoach Ufer anders aus: Die Gelegenheit, einmal als „Passagier“ einen Tandemsprung aus einem Flugzeug hoch oben über der Wüste zu machen, ließ sich der 41-Jährige ebenso wenig entgehen wie die Möglichkeit, mit einem Snowboard die gigantischen Dünen in der „Namib“ herunter zu sausen.

Zurück im kalten Deutschland, bereitet sich Ufer nun mit seinem Team „Running Adventure“ auf das nächste waghalsige Manöver vor: Im Februar findet erneut ein Rennen über die Distanz von 250 Kilometern statt, diesmal jedoch nicht in der afrikanischen Gluthitze, sondern am eiskalten Polarkreis. Die Einladung zur Teilnahme lag bei Ufers Rückkehr in die Heimat übrigens bereits im Briefkasten.

 
 

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