Lösung für Müllprobleme beschäftigt Politiker in Herdecke

So sieht es aktuell auf dem oft kritisierten Grundstück am Herrentisch in Herdecke aus.
So sieht es aktuell auf dem oft kritisierten Grundstück am Herrentisch in Herdecke aus.
Foto: WP
Herdeckes SPD schlug nun im Hauptausschuss vor, das Anbringen von so genannten Pfandringen an öffentlichen Abfalleimern zu prüfen. Davon würden Pfandsammler profitieren, zudem gehe weniger Glas zu Bruch. Zudem war der Unrat am Herrentisch Thema.

Herdecke..  Von zwei Seiten mussten sich die Mitglieder des Hauptausschusses nun mit dem Thema Müll beschäftigen.

Zunächst ging es um den SPD-Vorschlag, so genannte Pfandringe an öffentlichen Abfalleimern anzubringen. Um das Behältnis herum könnte es so acht bis zehn Abstellmöglichkeiten für Flaschen und Dosen geben. Malte Dürr von den Sozialdemokraten erklärte die Vorteile: „Pfandsammler, von denen es auch einige in Herdecke gibt, müssten nicht mehr entwürdigend in den Behältern herumwühlen und könnten komfortabel zugreifen. Auch die Entleerung wird einfacher und sicherer, da es weniger Scherben geben dürfte.“ Ein von Kölner Design-Studenten erfundener Pfandring kostet zwischen 300 und 400 Euro, bei einer größeren Bestellung halbiert sich der Stückpreis.

Während die Idee in Dortmund u.a. wegen des vermeintlichen Gefahrenpotenzials (verkürzt: Flaschen stehen als „Waffen“ bereit) durchgefallen ist, aber andere Städte wie Köln oder Bamberg diese umsetzen, schreckten die Herdecker Lokalpolitiker vor allem die Kosten ab. Auch sollten erst Erfahrungswerte anderer Städte abgewartet werden, ehe man überlegt, ob dieses laut CDU-Fraktionssprecher Heinz Rohleder „überlegenswerte Projekt“ zur Anwendung kommt. Sein Parteikollege Gisbert Holthey wandte ein, dass in der Fußgängerzone gerade neue Mülleimer aufgestellt wurden und schlägt ein Anbringen auch an Laternen vor. Von den Grünen schlug Ines Stalzer eine Testphase vor, Peter Gerigk hingegen nannte das Erscheinungsbild durch die Pfandringe „potthässlich. Schöner wird die Stadt dadurch nicht.“

Einstimmig folgte der Ausschuss dem Prüfauftrag an die Verwaltung, die die Umsetzung des Modells für manche der insgesamt etwa 400 öffentlichen Mülleimer ermitteln soll.

Ordnungsverfügung und Klage

Anders gelagert und noch komplexer ist das Thema Unrat auf Privatgrundstücken. Konkret geht es um ein Grundstück mit vielen Gegenständen auf dem Außengelände am Herrentisch, über das sich Nachbarn schon lange ärgern und wodurch laut SPD auch Gefahren für die Umgebung entstanden seien. Das EN-Umweltamt habe nun Herdeckes Justiziar Dr. Lars Heismann geantwortet, dass das Verwaltungsgericht Arnsberg am 29. September über eine Ordnungsverfügung verhandeln wird. Gegen die Aufforderung des Kreises, die dort lagernden Abfälle zu beseitigen, hatte der Herdecker Grundstückseigentümer als vermeintlicher „Zustandsstörer“ geklagt. Trotz neuer Entwicklungen (Gewächshaus-Brand, weiteres Fahrzeug abgestellt) wolle der Kreis das Gerichtsverfahren abwarten.

 
 

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