Leser folgen dem Weg der riesigen Rohlinge

Bei der Sommertour werden Leser Einblicke in die Produktion bei von Schaewen bekommen.
Bei der Sommertour werden Leser Einblicke in die Produktion bei von Schaewen bekommen.
Foto: WP
Wie bei dem Stahlunternehmen von Schaewen aus Rohblöcken Wellen, Flanschwellen, Zapfen oder Kolbenstangen werden, das können die Teilnehmer unserer fünften Sommertour am 13. August hautnah miterleben.

Wetter..  „Rohblöcke“, nennt Uwe Metzger, Geschäftsführer der von Schaewen AG, die merkwürdig geformten Stahlzylinder, die vor der Halle bei von Schaewen an der Ruhrstraße liegen. Klingt wenig fachspezifisch, doch das haben die tonnenschweren Teile auch nicht nötig. Denn in der Tat sind es Rohlinge, die erst in den Hallen des Stahlunternehmens zu Produkten werden, die Namen wie Wellen, Flanschwellen und Zapfen oder auch Kolbenstangen verdient haben.

Doch was genau passiert in den Hallen, die mit Hilfe des wetterschen Architekten Oliver Garthe in der historischen Form neu gestaltet wurden, genau? Diese Frage werden die Von-Schaewen-Mitarbeiter bei unserer 5. Sommertour am Mittwoch, 13. August, ab 9 Uhr beantworten. Dann können Sie, liebe Leser, den Rohlingen, die übrigens ein Gewicht von 20 Tonnen haben, in die Halle folgen. Dort lagern ähnliche Blöcke, die sogar 40 Tonnen auf die Waage bringen. Außerdem werden so genannte Warmtransporte in der Halle abgeliefert – Rohstahl, der aus den Niederlanden oder dem Saarland heiß nach Wetter transportiert wird. „Wir haben einen Ofen in der Halle, in dem wie dieses Material warm halten“, erklärt Metzger. Eingespart wird auf diesem Weg Zeit, um den Stahl wieder zu erhitzen, und natürlich Energie. „So können wir die Umwelt schonen und Kosten einsparen.“

Während Uwe Metzger durch die Halle Richtung Ofen geht, wird er immer wieder angesprochen. „Haben Sie gleich noch einen Moment Zeit?“ Klar hat der Geschäftsführer, der 2006 die Firmenleitung gemeinsam mit Alexander von Schaewen vom Senior Horst von Schaewen übernommen hat, Zeit. „Wir sind ein Familienbetrieb“, sagt Metzger. Das spürt man auch, wenn der Chef mit Fritz Henke spricht. Der 59-Jährige sitzt seit einem Motorradunfall im Rollstuhl und pendelt zwischen der Schmiedepresse und seinem Büro in der Mitte der Halle. Ein ungewöhnlicher Arbeitsplatz für einen Rollstuhlfahrer. Doch für die Firmenleitung war klar, Henke will man nicht verlieren. „Ich war selbst noch gar nicht so sicher, wie es weitergeht, da wurde in der Firma schon über den Umbau gesprochen“, erinnert Henke sich.

Qualität wird immer wieder geprüft

Schmieden, sägen, vergüten, drehen. Und immer wieder die Qualität prüfen. Und das ganze in Dimensionen, die nur mit einem Kran zu bewältigen sind. Selbst die Abteilung „Stabstahl“ braucht die Hebevorrichtungen, die mit Stahlseilen und Magneten den Stahl in Position bringen. Denn ein Stab beginnt bei dem Unternehmen von Schaewen nicht bei Bleistiftdicke, sondern bei einem Durchmesser von 17 Zentimetern. Dick wie Baumstämme sind diese „Stäbe“, die hier verarbeitet werden.

„Da haben selbst die ausgelernten Zerspanungsmechaniker an der Drehbank Respekt“, weiß Uwe Metzger. Denn geht an einem solchen Werkstück etwas schief, kann es sehr teuer werden.

Eigentlich ist die Werksführung bei von Schaewen am Mittwoch, 13. August, 9 Uhr, für maximal 20 Teilnehmer ausgebucht. Doch das Unternehmen teilte mit, dass es angesichts der guten Nachfrage im Anschluss eine zweite Führung anbieten will.

Neu-Interessenten (aus Sicherheitsgründen können Kinder erst ab 14 Jahren teilnehmen) können sich für den Rundgang am 13. August ab 11 Uhr anmelden. Anmeldungen (auch für den Dörken-Tag am 16. August) per Mail an wetter@westfalenpost.de oder wetter@ wr.de

 
 

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