Langsam lichtet sich Umzugs-Chaos in Endes Grundschule

Carsten Doberenz an der Tafel im neuen Forum der Grundschule Kirchende: Nach dem Rundgang mit dem Architekten drückte die Herdecker Verwaltungsspitze um Katja Strauss-Köster, Dieter Joachimi und Frank Zagler (von links) kurzzeitig wieder die Schulbank, ganz zwar zur Freude von Schulleiterin Michaela Franz (rechts).
Carsten Doberenz an der Tafel im neuen Forum der Grundschule Kirchende: Nach dem Rundgang mit dem Architekten drückte die Herdecker Verwaltungsspitze um Katja Strauss-Köster, Dieter Joachimi und Frank Zagler (von links) kurzzeitig wieder die Schulbank, ganz zwar zur Freude von Schulleiterin Michaela Franz (rechts).
Foto: WP
Schöne Farben, stressiger Endspurt: Die meisten Umbauarbeiten im alten Grundschulgebäude Kirchende und der Einzug der „Vinkenberger“ sollen trotz Verzögerungen zum Schulstart abgeschlossen sein. Ebenerdig wird unterrichtet, im Untergeschoss läuft die Nachmittagsbetreuung.

Ende..  Vieles im Leben hat seine zwei Seiten. Wer wüsste das besser als die Lehrerinnen und Ganztags-Betreuer der Grundschule Vinkenberg. Nach politischen Kontroversen und dem Bürgerentscheid im Vorfeld steht aktuell der Einzug ins Gebäude der früheren Grundschule Kirchende an. Dort laufen noch die Umbauarbeiten, so dass neben Geduld auch tatkräftiges Anpacken der Pädagogen gefragt ist. Ergo ist hier und da Unzufriedenheit spürbar, während die Bau-Verantwortlichen von einer rechtzeitigen Fertigstellung zum Schulanfang ausgehen.

Außenstehende fragen sich, warum es angesichts des langen Vorlaufs nun auf den Endspurt nach zehnwöchiger Renovierung und Umzugsvorbereitung ankommt. „Bauen im Bestand“ antwortet Rudolf Lüneborg von der städtischen Bauunterhaltung darauf. „Erst wenn man unter die Decken gucken kann, sieht man, dass hier beispielsweise neue Sicherheitsanforderungen nötig waren.“ Schuldezernent Dieter Joachimi ergänzt, dass Planung, Ausschreibung und Vergabe ebenfalls zu berücksichtigen seien.

Darauf wies auch der beauftragte Architekt bei einem Rundgang mit der Verwaltungsspitze hin. „Es ist noch genug Zeit, das Meiste fertig zu stellen“, sagt Carsten Doberenz. Zwei Jahre lang stand das Gebäude leer. Nun ist dort sehr viel neu: Fenster, Decken, Haustechnik, Brandschutztüren und -vorkehrungen, Lautsprecher, Alarmierung, Lamellen, Leitungen, Waschbecken, Wandanstrich (in den Durchgängen wurde teils auch der Kunststeinputz reduziert). Eine behindertengerechte Toilette ist noch geplant.

„Vorher war das hier recht düster, nun erscheint alles heller“, so Doberenz. Der alte PVC-Boden kam ‘raus, gelber bzw. in den Fluren grüner Linoleum-Belag liegt nun aus. Und warf einzelne Blasen, wodurch zeitweise Lagerfläche nicht zur Verfügung stand und den Umzug vom Vinkenbergweg verzögerte bzw. Flexibilität seitens der Möbelpacker erforderte. Seit Mittwoch sei aber ein deutlicher Fortschritt erkennbar.

Zweigeteilte Aufteilung

Im Erdgeschoss befindet sich neben dem erweiterten Haupteingang ein großes Forum als abtrennbarer Mehrzweckraum, dazu fünf Klassenzimmer plus Verwaltungstrakt mit Lehrerzimmer und Sekretariat (eigener Eingang). In das einstige Rektorat zieht nächste Woche die erste Klasse von Schulleiterin Michaela Franz ein, die anderen Schulstarter unterrichtet aus dem festen Fünfer-Lehrer-Team Erika Pfleging.

Das Untergeschoss mit der für Montag versprochenen Küche gehört von 11.30 bis 16 Uhr künftig der Ganz- und Halbtagsbetreuung. Dazu gibt es Räume für das neue Nachmittags-Angebot der Stadt im Rahmen der offenen Kinder- und Jugendarbeit. Somit können sich wochentags von 15 bis 18 Uhr Kinder unter zwölf Jahren aus dem Stadtteil zu den verbleibenden Schülern gesellen. „Die Idee ist, dass sich das mit der Grundschule und dem Ganztag vermischt und die Übergänge sowohl zeitlich als auch räumlich fließend sind“, erklärt Beigeordneter Joachimi, dass Eltern bei Aufnahmegesprächen dies bereits gelobt hätten. Beispiel: Die Lehrerinnen können vormittags zusätzlich das Untergeschoss nutzen, wo es einen Musik- und Töpferraum (letzterer aus dem Bestand der Albert-Schweitzer-Schule) geben wird.

Turnhalle und Mensa

In der früheren Cafeteria der benachbarten Sporthalle soll nächste Woche die Mensa mit neuer Theke fertig sein. Die Küche aus dem Vinkenbergweg ist ebenso installiert wie ein neuer Notausgang, Bestuhlung und Tische stehen bereit.

Auch für die Hallennutzung hat die Grundschule konkrete Zeiten und Pläne. „Zudem haben wir eine Kooperation mit dem TuS Ende vereinbart und können bald eine Tischtennis-, Fußball- sowie Leichtathletik-AG anbieten“, so Franz.

Schulhof und Vordach

Während die Halle eine echte Verbesserung für den Schulalltag darstellt, erfordert der Schulhof eine Umstellung. Nach dem großen Platz am Vinkenbergweg müssen die Lehrerinnen nun die Schüler auf drei Ebenen beaufsichtigen. Auch hier ist wie das etwa 50 Quadratmeter große Vordach über dem Haupteingang, das wahrscheinlich erst im Herbst installiert wird, noch nicht alles fertig. Während die mittlere Ebene als offenes Klassenzimmer dienen kann und oben ein Klettergerüst Spaß verspricht, fehlen noch Reckstange, Rutsche oder Seilaufstieg. Franz: „Wir konnten Vertrautes mitnehmen und freuen uns auf neue Geräte“, so Franz.

Energetische Sanierung

Der alte Heizkessel wärmte Schule und Turnhalle auch dann, wenn es nur in einem Gebäude erforderlich war. Daher entschied man sich für eine getrennte Lösung, die 54 000 Euro kostete, sich aber mittelfristig rechnen soll. „Der Kessel aus dem Jahr 1983 verbrauchte 500 Kilowatt, die beiden neuen 60 bzw. in der Halle 170 kw“, so Lüneborg. Zudem erneuerten die Handwerker die Beleuchtung, LED-Technik soll ebenfalls Energiekosten senken.

 
 

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