Kopfverletzungen waren nur geschminkt

Großeinsatz für Rettungskräfte am BBW: Die Feuerwehr Wetter rückte zu einer Übung an.
Großeinsatz für Rettungskräfte am BBW: Die Feuerwehr Wetter rückte zu einer Übung an.
Foto: WR

Volmarstein..  Es ist Samstagmorgen, 9 Uhr, als die Sirenen durch ganz Wetter heulen. Unruhe und Aufregung machen sich breit, als die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr zum Berufsbildungswerk Volmarstein eilen: Dort soll es brennen.

Die Fahrzeuge sind schnell besetzt – bereits um 9.07 Uhr treffen die ersten Helfer ein. Fünf Trupps wagen sich unter Atemschutz in das Gebäude vor. Unter ihnen auch Desiree Schnitzler (26). Sie berichtete anschließend: „Wir sind über eine Drehleiter in das Gebäude vorgedrungen und haben das ganze Gebäude nach dem Brandherd abgesucht. Als wir ihn gefunden hatten, mussten wir Verstärkung anfordern, weil wir mit dem Schlauch nicht weiter vorkamen.“

Einmal jährlich rückt die Freiwillige Feuerwehr Wetter zu einem Übungseinsatz dieser Größenordnung aus. Diesmal wurde ein Küchenbrand im dritten Obergeschoss des BBW simuliert. Geprobt werden sollte vor allem die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Rettungsdienst. 66 Feuerwehrleute, 10 Johanniter und 45 ehrenamtliche Rotkreuzler aus Witten, Herdecke, Gevelsberg und Wetter waren im Einsatz.

Theaterblut und Schminke

Im Vordergrund steht dabei immer die Rettung von Menschenleben. Um den Ernstfall proben zu können, mussten 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die Maske. Mit Theaterblut und einer Menge Schminke wurden Knochenbrüche, Kopfverletzungen und Verbrennungen simuliert. Bilanz: Ein Schwerverletzter, fünf mittel- und neun leicht verletzte Personen. „Der Schwerverletzte musste aufgrund einer Rauchgasvergiftung mit einem Rettungshubschrauber in die Rettungsklinik gebracht werden“, so Martin Opitz (27), DRK-Rettungsassistent. Wegen der hohen Kosten fand der Helikopterflug des Patienten allerdings nur in der Theorie statt. Die neun Leichtverletzten wurden direkt vor Ort vom Katastrophenschutz versorgt, und um die fünf mittelschwer Verletzten kümmerte sich jeweils ein DRK-Team bestehend aus zwei Personen, so Opitz.

Gegen 11 Uhr war der Einsatz beendet: Der Küchenbrand war gelöscht, alle Verletzten versorgt. Das BBW war übrigens komplett geräumt, da die Jugendlichen größtenteils nach Hause gefahren waren, um ihre Familien zu besuchen. Und wegen der Sommerferien waren ohnehin weitaus weniger Jugendliche als sonst vor Ort. In Zusammenarbeit mit Lothar Bücken (BBW-Leiter) und dem ESV-Vorstand war der Termin für den Übungseinsatz bereits Monate vorher abgestimmt worden.

„Wir mussten schauen, dass wir ein Wochenende finden, an dem sich kein Jugendlicher im Internat aufhält. Für uns bietet ein solcher Übungseinsatz auch die Möglichkeit, unsere Sicherheitsmaßnahmen durch wertvolle Tipps der Feuerwehr zu verbessern. Im Gegenzug erhält die Feuerwehr wertvolle Informationen über bauliche Änderun-gen des Gebäudes. Es profitieren also beide Seiten“, so Axel Peitz, Brandschutzbeauftragter der Evangelischen Stiftung.

 
 

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