Wetter

Koffertheater spielt mit dem Thema Beziehung

Janina Peitz,  Denise Förster, Sabine Gruß, Heiko Gleichmann und Merlin Schöke (von links) vom Koffertheater spielen bei „Mann an der Angel" mit und bereiten ihrem Publikum einen vergnüglichen Abend.
Janina Peitz, Denise Förster, Sabine Gruß, Heiko Gleichmann und Merlin Schöke (von links) vom Koffertheater spielen bei „Mann an der Angel" mit und bereiten ihrem Publikum einen vergnüglichen Abend.
Foto: Franziska Hoppen
  • „Ein Mann an der Angel“ feiert in der Lichtburg Premiere
  • Beziehungskomödie macht dem Publikum viel Spaß
  • Koffertheater nimmt bekannte Klischees aufs Korn

Wetter.  Sara Hastings, New Yorker Anwältin, gespielt von Sabine Gruß, liebt ihr Single-Dasein. Freiheit, Unabhängigkeit, den ganzen Tag einen Batman-Overall tragen — und keinen stört es. Bis es eines Tages an der Haustür klingelt.

Hinein wird der attraktive Brandon gerollt, gespielt von Heiko Gleichmann, ohnmächtig und auf eine Sackkarre geschnürt. Paloma (Denise Förster) steckt dahinter, denn diese versucht seit Langem ihre Cousine, den überzeugten Single, zu verkuppeln. Dieses Mal hat sie zu drastischen Mitteln gegriffen: Ein „Dienstleister aller Art“ (Merlin Schöke) hat Brandon erst zusammengeschlagen und dann frei Haus zu Sara geliefert. Diese ist gar nicht begeistert, und Brandon mehr als verwirrt, als er in ihrer Wohnung langsam zu sich kommt. Wer ist er, warum ist er hier, und wie ist er hierhergekommen? Über dem Rätselraten, bei dem sich herausstellt, dass Brandon eigentlich eine Verlobte hat (Janina Peitz), und Sara gar keinen Verlobten will, freunden sich die beiden, entgegen aller Erwartungen, doch noch ziemlich gut an. Durch einige Missverständnisse gipfelt das Stück in der Zusammenkunft aller Parteien, bei der so einiges klar gestellt und überdacht wird.

Offenes Ende

Entstanden ist eine Komödie, die mit leichter Unterhaltung und vielen Pointen klassische Rollenvorstellungen und Beziehungsformate seziert und dabei mit Klischees spielt. Der Spaß steht beim Koffertheater jedoch im Vordergrund.

Ob die Charakteren ihren Einstellungen zu Beziehungen, Ehe und Familie am Ende treu bleiben, wurde offen gelassen. Nach Saras leidenschaftlichen Monologen darüber, dass sie ein Leben lang gegen Männer kämpfen musste und die meisten von ihnen „ein Krampf im Arsch“ seien, und nach Brandons alptraumhaften Zukunftsvisionen über Familienkutschen und Windelberge kommt die romantisch, kitschige Annäherung beider doch etwas plötzlich. Nichtsdestotrotz scheinen sie sich am Schluss gesucht und gefunden zu haben.

Viel Text, sympathische Nebenrolle

In dem vollen Saal kam die Premiere durchweg gut an, es wurde viel, oft und laut gelacht. Vor allem das überzeugte Schauspielen der fünf Akteure hatte es dem Publikum angetan. „Heiko Gleichmann musste so viel Text auswendig lernen, aber die Ausdrucksweise ist überzeugend, das Stück ist sehr lustig“, sagte Zuschauerin Sabine Kassel.

Auch Merlin Schökes Nebenrolle des Lieferanten Noogies erfreute die Gäste. „Das ist eine schöne kleine Rolle, die er sehr sympathisch spielt“, findet etwa Carmen Dubielzig. Dass hier und da kleine Versprecher auftauchten, gehörte laut Michael Lück „einfach dazu. Das ist leichte Unterhaltung, die Darstellung gefällt mir“, fügte der Besucher hinzu.

Besonders gelungen fanden die Gäste auch das Bühnenbild, das durch Dreiteilung den Platz der Bühne optimal ausnutzte und durch unterschiedliches Beleuchten die Aufmerksamkeit des Publikums auf die entsprechenden Hintergründe lenkte. Ein Theaterabend, den man genießen kann, getragen von der spürbaren Begeisterung, Leidenschaft und Authentizität der fünf Schauspieler.

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