Koffertheater bringt Leben in die Lichtburg

Das Koffertheater hat "Shakespeares sämtliche Werke ... leicht gekürzt" einstudiert.
Das Koffertheater hat "Shakespeares sämtliche Werke ... leicht gekürzt" einstudiert.
Foto: Jonas Zerweck

Wetter..  Das Koffertheater ist mehr denn je auf Reisen - und ganz nebenbei zum wichtigsten Stückelieferanten in der Lichtburg geworden. Fast jede zweite Vorstellung im Kino- und Theatersaal an der Kaiserstraße ist eine Produktion des Koffertheaters. Und im laufenden Jahr soll noch einmal ordentlich nachgelegt werden - etwa mit einer Matinee-Reihe am Sonntagmorgen ganz nach dem erfolgreichen Vorbild der Kino-Vorstellungen mit Brötchen und Kaffee.

Vor vier Jahren wurde beim Koffertheater das Vierteljahrhundert voll gemacht. Gelingt der Generationswechsel, lautete damals die bange Frage. Der „Young Actors Club“ war eine der Antworten darauf. Junge Darsteller kamen zu Workshops - und blieben zum Teil als Darsteller des Koffertheaters. „Da ist diese Dynamik entstanden“, erinnert sich Kris Köhler, 33 Jahre alt und seit 1999 dabei. Er sieht sich und seine Frau Ramona als Beispiel dafür, „dass für immer mehr Darsteller das Theaterspielen zum Lebensmittelpunkt wird“.

Von der Komödie bis zum Thriller

Drei Stücke stemmen die anderthalb Dutzende Schauspielerinnen und Schauspieler meist nebeneinander. Seit 2012 sind sie mit einem Shakespeare-Schnelldurchlauf, der Komödie „Die Nadel der Kleopatra“ und einem Krimi-Dinner-Projekt auf den Bühnen des Reviers zu sehen. Und immer wieder in Wetter. „Wir sind faktisch das Hausensemble der Lichtburg“, sagt Kris Köhler über die Dauerpräsenz auf der Bühne an der Kaiserstraße. Die dient zugleich auf für die Proben.

Mit einem einzelnen Koffer kommt das Koffertheater längst nicht mehr aus. Zwei Autos mit zwei Darstellern, Rücksitz und Kofferraum beladen mit Bühnenbild und Kostümen, so war eine Truppe jetzt unterwegs - und der fünfte Schauspieler fuhr in Wagen drei hinterher.

Im Juni steht das Shakespeare-Stück in Essen auf dem Spielplan. In Hagen oder Dortmund ist das Koffertheater aus Wetter auch schon zu Hause. Beweglichkeit bleibt wichtig, und die Abstimmung untereinander. Eine große Rolle spielt dabei das jährliche Treffen aller Ensemblemitglieder im Frühjahr. Zwei Wochen ist es her, dass ein gutes Dutzend Aktiver bei Kris und Ramona Köhler den Plan für das laufende Jahr aufgestellt hat. Es bleibt beim guten Mix aus Familienstücken, Komödien und Thrillern. So heißt es nach den großen Ferien „Time to kill“.

Zeit für Kaffee ist bereits ab Mitte Mai. Dann soll die Matinee-Reihe starten. Kinoreihen gibt es schon seit einiger Zeit nicht mehr in dem früheren Kinosaal. Stattdessen sitzt das Publikum an Tischen. „Das fördert die Gemütlichkeit“, weiß Kris Köhler. Maximal 65 Besucher können diese in der Lichtburg genießen. Karten gibt es schon jetzt.

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