Koepchenwerk in Herdecke gerettet

Das Koepchenwerk wird von der Industriedenkmalstiftung übernommen. Damit ist der Erhalt des historischen Pumpspeicherkraftwerks in Herdecke gesichert.
Das Koepchenwerk wird von der Industriedenkmalstiftung übernommen. Damit ist der Erhalt des historischen Pumpspeicherkraftwerks in Herdecke gesichert.
Foto: Mark Ansorg
  • Die Stiftung Industriedenkmalpflege übernimmt das Koepchenwerk in Herdecke
  • Nach langen Verhandlungen mit RWE Power gab es nun eine Einigung
  • Regionalverband Ruhr sieht Aufwertung des geplanten Freizeitreviers Ruhrseen

Herdecke.. Die Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur übernimmt das Koepchenwerk. Damit ist das historische Pumpspeicherkraftwerk gerettet. Das Stiftungseigentum umfasst die historische Maschinenhalle mit Kommandohaus inklusive der vier originalen Maschinensätze, jeweils bestehend aus Turbine, Motorgenerator, Kupplung und Pumpe, das oberhalb des Werks am Hang gelegene Schieberhaus mit dem markanten RWE-Schriftzug und die vier ebenso landschaftsprägenden Rohrleitungen.

Im Anschluss an die 21. Sitzung des Kuratoriums auf der Kokerei Hansa in Dortmund unter Vorsitz von Bauminister Michael Groschek konnte Bürgermeisterin Katja Strauss-Köster die gute Nachricht gleich persönlich in Empfang nehmen. Nach den über Monate dauernden Verhandlungen über Erhalt oder Abriss war sie natürlich erleichtert. „Das ist ein toller Tag für die Denkmalpflege und für Herdecke. Und es zeigt, dass vieles möglich ist, wenn man die Kräfte bündelt und gemeinsam für eine Sache eintritt. Danke an alle Beteiligten, die mitgeholfen haben, das Koepchenwerk nicht nur als Landmarke, sondern vor allem als Industriedenkmal zu erhalten.“

Karola Geiß-Netthöfel, Mitglied des Vorstands der Industriedenkmalstiftung und zugleich Direktorin des Regionalverbandes Ruhr, ist ebenfalls sehr erfreut über die Entscheidung des Kuratoriums. Sie sagt: „Wir können das hochrangige Denkmal nun intensiver in unsere Konzepte der Regional- und Landschaftsplanung einbinden. Durch den dauerhaften Erhalt des Koepchenwerks behält das Ruhrtal eine zentrale Landmarke, die schon jetzt durch den markanten Schriftzug das beliebte Freizeitareal entlang der Ruhr aufwertet.“ Die Sektkorken lässt Regina Schrader, eine der eifrigsten Streiterinnen für das Koepchenwerk, allerdings erst morgen knallen. Dann gibt es einen Umtrunk für alle, „die geholfen haben“, sagt die 71-Jährige. Am Mittwoch ist der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Koepchenwerk e.V. schon bei der Stiftung Industriekultur eingeladen, um „dort vielleicht auch eine künftige Zusammenarbeit zu vereinbaren“, hofft Schrader.

Langes Prüfverfahren

Ende August hatte sich das Kuratorium der Stiftung unter Vorsitz von Bauminister Groschek ein Bild von den historischen Anlagen gemacht. Ein Besuch, der den Befürwortern des Erhaltes Hoffnung machte. Dabei war zu dieser Zeit hinter den Kulissen schon ein stiftungsinternes Prüfverfahren im Gange. „Eineinhalb Jahre dauerten die Gespräche der Stiftung und RWE Power, die beiderseits von großem positivem Geist geprägt waren“, heißt es in einer Mitteilung der Industriedenkmalstiftung. Das Ergebnis dürfe nun als Public-Private-Partnership in bestem Sinne bewertet werden. Das bestätigt auch Ludwig Kons, der Leiter der Sparte Wasserkraftwerke der RWE Power AG: „Bei unseren Überlegungen über die Zukunft des Standortes war es unser prioritäres Ziel, die historische Altanlage, die sich seit 1928 im Eigentum unseres Unternehmens befindet, dauerhaft in gute Hände zu legen. Gemeinsam mit der Stiftung ist es uns gelungen, Lösungen zu finden, die mit den betrieblichen Interessen unseres Unternehmens gut vereinbar sind“.

Eine gute Partnerschaft ist aus Sicht der Stiftung auch über die Zustiftung hinaus wichtig, denn RWE Power betreibt schließlich seit 1989 unmittelbar neben dem Koepchenwerk ein modernes Pumpspeicherkraftwerk und will auch in Zukunft weiter in den Standort investieren.

Für Besucher zugänglich machen

Gleich nebenan möchte die Stiftung das Koepchenwerk künftig für Besucher zugänglich machen. „Beide Seiten freuen sich auf eine gute Nachbarschaft, von der die Menschen in der Region profitieren sollen“, formuliert die Stiftung den Ausblick in die Zukunft.

 
 

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