Klimaschutz in Herdecke fängt in der Schule an

Die Realschule am Bleichstein beteiligt sich am Klimaschutzwettbewerb
Die Realschule am Bleichstein beteiligt sich am Klimaschutzwettbewerb
Foto: WP
Die Realschüler in Herdecke haben viele Aufgaben mit in die Osterferien genommen. Im Juni wollen sie gute Ergebnisse vorzeigen können.

Herdecke..  Mobiltelefone und Computer sind Energiefresser. Und doch lassen sich aus ihnen prima Werkzeuge machen, auch beim Klimaschutz. Die Jungen und Mädchen der 9. Klassen der Realschule am Bleichstein machen das gerade vor. Seit Beginn des Schuljahres sammeln sie Ideen für Umweltprojekte und haben alle Zwischenergebnisse so im Internet abgelegt, dass sie jederzeit und an jedem Ort darauf zurück greifen können. Ein Seitenaufruf genügt, und sie sehen selbst in den Ferien, wie weit die Schulkameraden mit ihren Projekten sind.

(Selbst-)Versuch macht klug

Um Politik geht es beim Klimaschutz, um Macht und Interessen, aber auch um die Kraft von Bündnissen und Vereinbarungen. Und um Biologie geht es. Wie sind unsere Energievorräte in der Erde entstanden, welche Stoffkreisläufe gibt es? Politik und Biologie sind in den letzten Monaten fächerübergreifend unterrichtet worden. Und auch auf Reisen haben sich die Jungen und Mädchen für ihre Umweltprojekte schon gemacht. In der Klimawerkstatt des Nixdorf-Museums in Paderborn haben sie experimentiert. Jetzt heißt es im Projektplan schwungvoll: „Wir packen’s an!“

Aber was genau? Bei David und Tilemahos reicht erst einmal der Drehknopf am Heizkörper. Der ist nur eine Attrappe. Die Folge: „Man sitzt hier im T-Shirt, und die Heizungen laufen auf vollen Touren.“ Weil Tilemahos und sein Banknachbar das nicht mehr einfach so hinnehmen wollen, lautet ihr Thema „Sparsamer Heizen in der Realschule“. In der Schule, auf dem Weg dorthin, zu Hause und in der Stadt haben die Schüler ihre Handlungsfelder gefunden. Und handeln heißt auch: „(Selbst-)Versuch macht klug“.

Zwei Wochen lang soll jeder einmal etwas anders machen, das dem Klima helfen könnte. Ein Schüler hat bereits versprochen, in dieser Zeit weder mit dem Bus, noch mit seinem eigenen Roller, noch als Fahrgast im elterlichen Auto zur Schule zu kommen. Ein ambitioniertes Vorhaben: Er wohnt in Ende. Wie er von dort zur Schule am Bleichstein gelangen will? „Joggen“, lautet seine Antwort.

Kritische Fragen

Selina und Madita wollen vermehrt Produkte aus der Region essen. Das klappt natürlich nur dann, wenn entsprechend eingekauft wird daheim. „Ihr müsst Eure Eltern einbeziehen“, schärft ihnen Hubertus Schmalor ein. Er ist Klassenlehrer einer der beiden 9. Klassen und zudem Leiter der Realschule. Ihm war es wichtig, die Fächer Politik und Biologie über Monate zu verzahnen, und mit großem Elan hat er dafür gesorgt, dass Smartphones als Unterrichtsmittel und neue Präsentationsformen im Internet zusätzlich Lust aufs Lernen machen.

In Zweier- und Dreigruppen ziehen die Jungen und Mädchen jetzt los. Auf dem Flughafen in Dortmund wollen Simon, Calvin und Siyabend bei den Fluggästen erfragen, ab wann für sie für innerdeutsche Strecken auch die Bahn wieder in Frage käme. Und fragen lassen müssen sich auch die Herdecker Politiker und Mitarbeiter der Verwaltung.

Die Antworten werden dann zunächst in der Klasse vorgestellt, dann aber auch im Internet abrufbar sein. Vor allem aber sollen sie im Rahmen des Klimaschutzwettbewerbes der Herdecker Schulen vorgestellt werden.

Ein bisschen augenzwinkernd haben die Neuntklässler ihre gemeinsame Plattform im Internet „Wir retten die Welt“ genannt. Ein bisschen ernst ist es ihnen damit aber auch.

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