Kampf gegen neue Masten mit Licht-Aktion

Viele machten mit bei der Protestaktion der Bürgerinitiative Semberg.
Viele machten mit bei der Protestaktion der Bürgerinitiative Semberg.
Foto: WP
Die Bürgerinitiative Semberg machte mit „brennenden Stäben“ mobil gegen eine vom Netzbetreiber Amprion geplante Höchstspannungsfreileitung.

Herdecke..  Wie berichtet, soll die Stadt Herdecke mit einer Höchstspannungsfreileitung von Dortmund-Kruckel über Witten-Schnee, Schraberg/Semberg, Gewerbegebiet Nierfeldstraße/Gahlenfeld bis hin zum Koepchenwerk mit Masten in einer Höhe von bis zu 87,5 Metern durchzogen werden. Gegen diese Pläne des Netzbetreibers Amprion regt sich Widerstand.

Die Bürgerinitiative Semberg etwa wollte nun mit Leuchtstoffröhren nach eigenen Angaben zeigen, „was man sonst nicht sieht.“ Daher machten sich einige Dutzend Bürger in der Dämmerung vom Nachbarschaftsfest am Semberg auf den Weg zur Hochspannungstrasse in der Erdbrügge. Dort plant Amprion, eine 380-Kilo-Volt-Höchstspannungsleitung auf der bestehenden Trasse zu errichten. Die Bürgerinitiative Semberg hatte zu dieser Aktion gegen den Trassenbau in Wohngebieten eingeladen.

Strahlung als Energie und Gefahr

Pünktlich mit der einbrechenden Dunkelheit glühten die ersten Leuchtstoffröhren, am Ende der Aktion hielten alle Beteiligten einen „brennenden“ Stab in den Nachthimmel. Wohl gemerkt: Das gelang ohne Kabel und Anschluss, die abstrahlende Energie der Hochspannungsleitungen reichte zum Leuchten aus. Mit der Aktion wollten die Anwohner und Betroffenen auf die elektrischen Felder unter den Masten aufmerksam machen. Auch die Bürgermeisterin war erschienen und in Diskussionen verwickelt.

Die Bürgerinitiative Semberg will weiter gegen den geplanten Trassenbau kämpfen, da dies nicht nur das Landschaftsbild verschandele und den Wohnwert absenke, sondern auch gesundheitliche Gefahren für Anwohner und Arbeitnehmer in den betroffenen Gebieten, ganz besonders für Kinder bedeute.

Um dieses Projekt eventuell noch verhindern zu können, setzt der Verein auf die Unterstützung der Bevölkerung. Die Bürgerinitiative lädt daher zu einer Informationsveranstaltung am Freitag, 28. August, 19 Uhr, in das Gemeindezentrum der Evangelischen Kirche am Kirchender Dorfweg (neben der Bäckerei Hagenkötter) ein. Nur wenn ein schriftlicher Widerspruch bis spätestens zum 10. September 2015 bei den Behörden eingeht, gebe es die Chance, noch Einfluss auf den Verlauf der geplanten Trasse zu nehmen.

Die Veranstaltung am Freitag soll u.a. darüber informieren, was der Einspruch enthalten sollte. Dafür hat die Bürgerinitiative eine auf diesem Gebiet spezialisierte Kanzlei eingeladen. Vorsitzender Hartmut Ahlborn meint: „Wir wollen das nicht hinnehmen und fordern alle Herdecker auf, sich mit einem Widerspruch zu wehren.“

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